Leistung, Reichweite, Kosten

Alles zu E-Bikes: Die große BIKE-BILD-Kaufberatung

E-Bikes, auch Pedelecs genannt, liegen im Trend und das Angebot ist gigantisch. Mit diesen Tipps finden Sie Ihr Traumrad.

Datum:
E-Bike-Kaufberatung von Bike Bild

Das Angebot an E-Bikes ist groß. Wir helfen Ihnen, das passende Pedelc-Modell zu finden.

E-Cityrad, E-Crossrad, E-Mountainbike oder E-Lastenrad? Sie haben die Wahl. Mit Motorunterstützung lassen sich alle Rad-Typen auf bis zu 25 km/h beschleunigen – ohne viel Kraftaufwand. Wer es noch schneller mag, kann ein S-Pedelec wählen. Dann ist erst ab 45 km/h Schluss mit der Unterstützung, Sie benötigen allerdings ein Kennzeichen, auch Helm und Versicherung sind Pflicht. Egal für welchen Typ Sie sich entscheiden, E-Bikes machen das Radfahren zum Vergnügen. Sie erleichtern den Arbeitsweg, helfen Ihnen mehr zu transportieren und nehmen steilen Bergen den Schrecken. Damit Sie das optimale Pedelec für sich finden, haben wir zehn Fragen formuliert, die Ihnen bei der Auswahl helfen.

1. Wo möchte ich mit meinem E-Bike fahren?


Der Markt bietet für E-Bikes ein fast so breites Spektrum wie für klassische Fahrräder an. Zur Auswahl stehen City- und Trekkingbikes, es gibt Mountainbikes als Hardtail und vollgefedert, auch Renn- und Reiseräder sind im Sortiment. Sogar Lastenräder und Falträder mit Elektromotor können Sie haben. Pendler sollten sich für ein zuverlässiges Trekking- oder Cityrad entscheiden, mit dem sich auch Gepäck transportieren lässt. Tourenfahrer benötigen zusätzlich einen leistungsfähigen Akku. Und wer durchs Gelände heizen möchte, braucht einen starken Motor. Stellen Sie sich die Frage, auf welchem Untergrund und welche Strecken Sie fahren werden.

2. Wie viel Geld möchte ich für mein E-Bike ausgeben?


Ein E-Bike ist eine teure Anschaffung und die Kaufentscheidung möchte wohlüberlegt sein. Günstige Modelle werden für knapp 1.000 Euro angeboten. Ab ungefähr 2.000 Euro erhalten Sie Markenräder mit hochwertigen Komponenten, bei denen die Qualität stimmt. Auch bei Pedelecs gilt das Prinzip: Billig gekauft, ist doppelt gekauft. Insbesondere bei Motor und Akku machen sich größere Investitionen bezahlt – Sie können mehr Leistung erwarten und haben länger Freude an dem E-Bike. Übrigens: Viele Arbeitgeber bieten inzwischen ein Jobrad-Modell an. Damit können Sie Fahrräder per Gehaltsumwandlung ähnlich wie einen Firmen-PKW finanzieren.

So sichern Sie sich den Zuschuss zum Dienstrad

3. Wie viel Motorleistung soll mein Pedelec haben?


Klar, ein stärkerer Motor kann Ihnen mehr Unterstützung beim Fahren liefern. Dies kann sinnvoll sein, wenn Sie viele Höhenmeter bewältigen müssen oder einfach mehr Spaß haben möchten. Weniger Motorleistung kann ausreichen, wenn Sie sich zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit nur ein bisschen weniger anstrengen möchten und meist in der Ebene unterwegs sein. Von der Motorleistung hängt auch ab, ob ein E-Bike als Pedelec oder S-Pedelec klassifiziert wird. Die Begrenzung des Antriebs bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h ist beim Pedelec elektronisch einprogrammiert, maximal 250 Watt darf der Motor des Gefährts in Deutschland leisten.
E-Bike-Mittelmotor von AEG

Ein E-Bike-Mittelmotor sitzt am Tretlager.

4. Welche ist die beste Position für den Motor beim E-Bike?


Beim Pedelec gibt es drei Möglichkeiten den Motor zu platzieren. An der Vorderrad- und an der Hinterradnabe sowie mittig am Tretlager. Alle drei Varianten bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile: 
Vorderradmotoren lassen sich bei Nicht-E-Bikes relativ leicht nachrüsten und sind oft eine günstige Lösung. Sie können allerdings das Fahr- und Lenkverhalten negativ beeinflussen und auf rutschigem Untergrund durchdrehen.
 Hinterradmotoren lassen sich ebenfalls nachrüsten und bieten eine sehr direkte Kraftübertragung auf die Straße. Auch sie beeinflussen das Fahrverhalten und machen das Rad, auch in Sachen Gewicht, sehr hecklastig.
 Mittelmotoren sind Merkmale reinrassiger E-Bikes und sind am weitesten verbreitet. Räder mit Mittelmotor fahren sich fast wie normale Fahrräder, durch den mittigen, tiefen Schwerpunkt ist das Fahr- und Lenkverhalten ausgeglichen. Sie belasten allerdings in einem höheren Maß die Antriebs- und Schaltkomponenten, da hier mehr Kraft übertragen wird.
E-Bike Akku Unterrohr

Der Akku wird beim E-Bike oft ins Unterrohr gesetzt. In der Regel lässt er sich zum Aufladen herausnehmen.

5. Wie viel Reichweite soll mein E-Bike habe?


Die Akkuleistung ist eines der wesentlichen Merkmale eines Pedelecs. Fahrräder mit Unterstützung sind überhaupt erst attraktiv, seitdem Akkus genug Energie für längere Touren haben. Pauschale Kilometerangaben für Akkus sind schwierig zu machen: Wie lange und weit Sie fahren können, hängt unter anderem ab von dem Höhenprofil der Strecke, dem Gewicht des Fahrers, der Fahrweise und der gewählten Unterstützungseinstellung. Beispiel: Ein leichter Fahrer, der auf einer flachen Strecke gleichmäßig im Eco-Modus fährt, verbraucht weniger Energie als ein schwerer Fahrer, der viele Höhenmeter überwindet.

6. Welche Kombination aus Antrieb und Schaltung ist am sinnvollsten?


Die gute alte Kettenschaltung ist auf dem Fahrradmarkt auch im E-Bike-Bereich noch das Maß der Dinge: relativ preiswert und mit einem breiten Gang-Spektrum. Aber das exponierte System erfordert viel Aufwand in Sachen Reinigung und Wartung und ist störanfällig. Besonders im Trekking- und Citybereich gibt es Alternativen: Nabenschaltungen wie die Systeme von Rohloff sind zwar vergleichsweise teuer, bieten jedoch eine hohe Bandbreite in Sachen Übersetzung und müssen fast nicht gewartet werden. Diese Schaltungen können anstelle einer Kette auch einen Zahnriemen für die Kraftübertragung verwenden, dieses System ist ebenfalls verschleißarm. Bei einigen Top-Rädern wird auch ein Pinion-Getriebe verbaut: Dieses hochwertige System, bestehend aus zwei hintereinandergeschalteten Teilgetrieben, schaltet im Tretlager und bietet die gleichen Vorteile wie eine Nabenschaltung. Es lässt allerdings keinen Mittelmotor zu.

7. Welche Bremse ist am E-Bike am besten?

Scheibenbremse am E-Bike

Scheibenbremsen sind am E-Bike in der Regel die beste Wahl, um schnell und sicher zu stoppen.

Eine nicht ganz unwesentliche Frage. Schließlich hat man auf einem E-Bike mehr Leistung und wegen des höheren Gewichts auch mehr Masse, die in Gefahrensituationen schnell zum Stillstand gebracht werden möchte. Weit verbreitet ist nach wie vor die Felgenbremse: V-Brakes sind relativ wartungsarm und für das Fahren in der Stadt meist ausreichend. Soll es jedoch mehr Bremsperformance sein, kommen Sie um Scheibenbremsen nicht herum. Die Discs greifen bei Nässe und Schmutz besser, zudem lässt sich die Bremsleistung sehr gut dosieren. Dies macht sich vor allem im Offroad-Bereich positiv bemerkbar. Einzelne E-Bike-Modelle sind sogar schon mit einem ABS erhältlich. Dies hat den Vorteil, dass das Rad beim Bremsen kontrollierbar bleibt und verhindert ein Überschlagen.

8. Welche Rolle spielt das Gewicht beim E-Bike?

Ein Pedelec besteht aus einem stabilen Rahmen, der große Akkus und einen Motor tragen muss. Das Gesamtgewicht liegt meist über 20 Kilogramm. Ein E-Bike ist also nichts, was man gern in den dritten Stock trägt. Die vorangegangenen Punkte müssen Sie auch in Sachen Gewicht beurteilen: Größere Akkus, mächtige Motoren oder ein Pinion-Getriebe erhöhen das Gewicht. Umgekehrt heißt das: Je mehr Ihr E-Bike einem klassischen Fahrrad ähnelt, desto leichter ist es. Wir empfehlen allerdings nur bei sportlichen E-Bikes auf das Gewicht zu achten. Ob nun 20 oder 25 Kilogramm, in den Keller tragen möchte man beides nicht.

9. Wie bediene ich mein E-Bike während der Fahrt?

E-Bike-Display

E-Bikes mit Display liefern während der Fahrt Informationen zu Geschwindigkeit, Akkustand und gewählter Unterstützungsstufe.

Viele E-Bikes kommen mit einem kleinen Bedienelement am Lenker. Meist ein kleiner Bildschirm, der Daten zu Akkuladestand, Unterstützungsstufe und Geschwindigkeit anzeigt, plus ein paar Tasten zum Bedienen. Die kleinen Computer lassen sich in der Regel abnehmen, so müssen Sie keinen Diebstahl fürchten. Alternativ können Sie auch Ihr Smartphone zum Rad-Computer machen, der Hersteller Cobi zum Beispiel bietet eine spezielle Halterung und die entsprechende Software an. Sie können auch ganz auf eine Steuerungseinheit verzichten, dann haben Sie nur eine Unterstützungsstufe.

10. Mit welchem Aufwand muss ich beim E-Bike für Werkstatt und Wartung rechnen?


Aufgrund der komplexen Elektronik erfordern E-Bikes einen höheren Wartungsaufwand. Auch der Verschleiß an den Antriebs- und Bremskomponenten kann größer sein. Mindestens einmal im Jahr sollte das Pedelec in die Inspektion bei einer Fachwerkstatt. Informieren Sie sich vor dem Kauf, egal ob online oder im Einzelhandel, über die Kosten der Serviceleistungen, die Sie in Anspruch nehmen möchten. Geübte Schrauber können mechanische Verschleißteile wie beim klassischen Rad selbst austauschen. Die Wartung von Motoren und Akkus sollten Sie in jedem Fall von einem Experten durchführen lassen.
Lennart Klocke

von

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.