Das dreckige Dutzend

eMTB im Test: Zwölf Elektro-Mountainbikes im Vergleich

Acht Fullys und vier Hardtails mit E-Motor müssen im BIKE BILD-Vergleich zeigen, was in ihnen steckt. Erst wenn es auf dem Trail steil, schwierig und schmutzig wird, offenbaren die zwölf Kandidaten ihr wahres Gesicht.

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Marco Hoesel

Zwölf aktuelle eMTB müssen richtig hart ran. Wer in sieben Prüfkategorien die besten Noten holt, wird Sieger.

Hoch, nach oben, bis auf den Gipfel, genau das ist es, was diese Räder wollen. Und zwar nicht nur in den Mittelgebirgen und im hochalpinen Terrain, sondern im übertragenen Sinne auch in der Bikebranche. Kein Zweifel: Elektro-Mountainbikes liegen voll im Trend und setzen den Fahrradhandel unter Hochspannung. Denn im Gelände sowie bei langen und steilen Anstiegen ergibt die Motorunterstützung besonders viel Sinn. Der E-Antrieb im Mountainbike erobert nicht nur völlig neue Käuferschichten, sondern holt gereifte Sportler zurück in den Sattel und begeistert zunehmend auch junge MTB-Fans. Branchenexperten sprechen deshalb nicht von einem kurzfristigen Boom, sondern sehen einen nachhaltigen Trend, der neue Techniklösungen und -entwicklungen hervorbringt. Fast jede namhafte Marke hat inzwischen mindestens ein elektrifiziertes Geländerad im Programm. Fast im Monatsrhythmus werden es mehr, und neue Hersteller drängen auf den lukrativen Markt. Aber: Wer soll bei der verwirrenden Modellvielfalt und dem rasanten Entwicklungstempo noch den Überblick behalten? Darum hat BIKE BILD zwölf aktuelle Elektro-MTB zum großen Vergleichstest versammelt, aufwendig auf Stärken und Schwächen untersucht und daraus eine Rangliste erstellt.
Marco Hoesel

Elektrofahrräder testet BIKE BILD in Zusammenarbeit mit ExtraEnergy. Das auf eBikes spezialisierte Testinstitut führt seit 25 Jahren das weltweit umfangreichste Messprogramm für diese Fahrradgattung durch und setzt je nach Biketyp unterschiedliche Schwerpunkte.

Performance am Berg?

Wer aus dem dreckigen Dutzend kommt ganz nach oben? Welche Bikes sind ihr Geld wert? Welche nicht? Dazu haben die Experten unseres Testpartners ExtraEnergy die Bikes mit komplexer Messtechnik ausgerüstet. Anschließend absolvierten sieben erfahrene Tester einen abwechslungsreichen Rundkurs. Außerdem hat der ehemalige Trail-Weltmeister Marco Hösel jedes Rad in anspruchsvollem Gelände getestet. Im Mittelpunkt aller Fahrversuche stand vor allem die Performance am Berg. Wie gut und harmonisch unterstützt der Motor an giftigen Steigungen? Wie groß ist die Reichweite, wenn es nur nach oben geht? Aber natürlich fließt auch der Fahrspaß in die Bewertung ein: Was können Fahrwerk und Reifen? Wie gut ist das Handling, wenn es wieder ins Tal geht? Ausgesucht haben wir acht vollgefederte Modelle und vier Hardtails. Günstige Einstiegstypen sind ebenso dabei wie teure Luxus-Bikes mit extremer Elektro-Power. Darum sind die Testkandidaten zwar nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, zeigen aber mit ihren unterschiedlichen Charakteren eindrucksvoll, wie breit und differenziert diese Radgattung inzwischen aufgestellt ist. Die Testergebnisse finden Sie in der Fotostrecke:

Galerie: Übersicht: 8 Fullys und 4 Hardtails im Test

Verbesserte Garantiebedingungen nach dem Test

Abseits von Geschmacksfragen liefert der Test eine gute Orientierung über die technische Leistungsfähigkeit aller Komponenten, vor allem aber der Antriebsbauteile und des Stromspeichers. Da der Akku bei Ersatzbedarf besonders kostspielig ist, fließt er als eigenes Bewertungskriterium ins Testurteil ein. Wie sehr die Branche in diesem Punkt in Bewegung ist, zeigt sich unter anderem daran, dass viele Hersteller nach dem eBike-Test ihre Garantiebedingungen verbessern. So legt das Bulls E-Stream Evo 3 von der ZEG mit neuerdings vier Jahren Akku-Garantie die Latte für alle Konkurrenten auf ein neues, erfreuliches Niveau.

eMountainbikes

Jörg Maltzan

von

Jörg Maltzan ist leidenschaftlicher Auto- und Fahrradfahrer, wobei das Rad zunehmend mehr Platz in seinem Leben einnimmt.