Fast ein blaues Wunder

Test: Torrot Citysurfer

Falträder sind wahre Verwandlungskünstler: Flott auf der Straße, kompakt als Gepäck. Wie gut sich der Citysurfer von Torrot schlägt, klärt der Test.

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Torrot Citysurfer

Ein Hinterradmotor drückt das Torrot kräftig vorwärts. Trotz Scharnier wirkt es stabil. Die Federgabel ist eigentlich überflüssig.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Das Torrot überzeugt mit gutem Packmaß, fairem Preis, viel Fahrspaß und guten Akkukonditionen. Der Hinterradmotor sorgt für ein lebendiges Fahrgefühl. Dazu überrascht der spanischer Überflieger in frischem supermannblau mit viel Kraft und solidem Fahrverhalten auf allen Teststrecken.

Pro

  • Hohe Unterstützung Tour/Berg/Stadt
  • Niedriges Gesamtgewicht
  • Anfahr- und Schiebehilfe

Kontra

  • Antrieb deutlich hörbar
  • Design Geschmackssache

Torrot Citysurfer

Die Firma Torrot ist sicher nicht jedem ein Begriff, dabei reicht die wechselvolle Geschichte des spanischen Unternehmens zurück bis ins Jahr 1948. Damals produzierte der Gründer Don Luis Irionda robuste Touren- und Rennräder. Heute hat sich das Werk auf eMobilität verlegt. Torrot entwickelt, produziert und vertreibt nur elektrische Fahrzeuge wie den eRoller MUVI, die elektrischen Kindermotorräder KIDS und das Faltrad Citysurfer. Letzteres musste im Test zeigen, was es an Leistung auf die Straße bringt.

Torrot Citysurfer: Fahreigenschaften und Technik

In Sachen Fahrspaß macht der, in auffälligem Blau gehaltene, Flitzer seinem Namen alle Ehre. Wie auf einer Welle schiebt der Bafang-Motor im Hinterrad das Rad kräftig nach vorn. Das Fahrverhalten ist sehr stabil und punktete bei den Testfahrern auch noch bei 50 km/h bergab. Für solch ein kompaktes Rad sind auch die Unterstützungswerte auf der Berg- und der Stadtstrecke allesamt gut. Die 7-Gang-Kettenschaltung von Shimano und auch die Tektro-Scheibenbremsen erfüllen solide ihren Zweck. Ein nettes Detail, aber nicht unbedingt notwendig, ist die hydraulische Federgabel von RST. Weniger berauschend ist die nachhaltige Geräuschentwicklung des Nabenmotors. An Steigungen und bei hoher Trittfrequenz ist der Antrieb stets hörbar. Ein etwas erstaunlicher Umstand, ist doch eine niedrige Lärmemission eigentlich eine Stärke dieses Antriebskonzepts.

Technische Daten: Torrot Citysurfer

Antrieb

250-Watt-Bafang-Hinterradnabenmotor

Batterie

Li-Ionen 36V, 374 Wh, 10,4 Ah

Schaltung

Shimano TX55 7-Gang, Kettenschaltung

Bremsen

Tektro Novela, mechanische Scheibenbremsen

Reifen

Kenda 57-406

Gewicht

22,35 Kilogramm

Preis

1758 Euro

Bedienbarkeit des Citysurfer

Der rechteckige Rahmen in auffälligem Blau macht das Torrot zum Blickfang. Aber optisch harmonisch wirkt der Citysurfer nicht. Vor allem der eigenwillig ausgerichtete Gepäckträger stört die Linie. Stark dagegen ist das Torrot wiederum im Kostenkapitel: 1.758 Euro Neupreis, 349 Euro für den Ersatzakku und 24 Monate Garantie sprechen für den Citysurfer. Dem Preis geschuldet sind allerdings Kompromisse bei der Steuerung. Hier sorgt die Bewegungssensorik für ein etwas ruckhaftes Ein- und Ausregeln des Motors. Ansonsten ist die Bedienung, auch dank es ausgefeilten Klappmechanismus und des geringen Gesamtgewicht, einfach, intuitiv und selbsterklärend.

Ausstattung des Torrot Citysurfer

Beim Testrad war der als Zubehör angebotene Gepäckträger für 59,99 Euro montiert. Passend dazu gibt es noch ein Topcase mit 17 Litern Fassungsvermögen oder einen Kindersitz (96,99 Euro), jedoch sollte man die maximal zulässige Zuladung von 99,9 Kilogramm im Auge behalten. Ein Mittelständer sorgt für einen stabilen Stand auch bei leichter Hanglage. Die Anfahr- und Schiebehilfe unterstützt den Nutzer falls Schiebepassagen zu überbrücken sind. Damit der Citysurfer auf ein verträgliches Packmaß schrumpft hat das Torrot Klapp-Pedale und der Vorbau ist höhenverstellbar und ebenfalls klappbar.

Torrot Citysurfer