Traurige Verkehrsstatistik

382 Radler starben 2017 auf Deutschlands Straßen

Das Statistische Bundesamt hat die Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2017 veröffentlicht. Jeder achte Verkehrstote war ein Radfahrer. Hier lesen Sie die wichtigsten Fakten.

Datum:
Verkehrsstatistik2018

Ausgewiesene Radwege wie dieser sind in Deutschland noch viel zu selten.

Insgesamt 3.180 Menschen starben im Jahr 2017 in Deutschland bei Verkehrsunfällen, die Zahl der Verletzten liegt bei 390.312 Personen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, Grund zur Entwarnung, egal ob für Auto- oder Radfahrer, gibt es allerdings nicht. Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der getöteten Radfahrer laut dem Statistischen Bundesamt nahezu konstant geblieben.

Die wichtigsten Fakten zu Radunfällen in Deutschland 2017:

  • 382 Radfahrer sind bei Verkehrsunfällen im Jahr 2017 gestorben, mehr als 79.000 wurden verletzt.
  • Radlerinnen und Radler der Altersgruppe 75 und älter sind besonders gefährdet, ihr Anteil bei den getöteten Radfahrern liegt bei über 40 %.
  • Die Polizei verzeichnete über 46.000 Unfälle zwischen PKW und Radfahrern mit Personenschaden. PKW sind die häufigsten Unfallgegner von Radfahrern.
  • Unfälle mit LKW haben oft schwere Folgen für den Radfahrer, 76 Radfahrer starben infolge eines Unfalls mit einem LKW, 37 Radfahrer wurden bei einem Abbiegeunfall getötet.
  • Bei Unfällen mit LKW haben Radfahrer in 20 % der Fälle die Schuld, bei Unfällen mit PKW liegt der Anteil bei 25 %. Wenn es zu einem Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger kommt, trifft die Schuld Radfahrer in 60 % der Fälle.
  • Mit der Verbreitung der Pedelecs (E-Bikes) steigt auch die Zahl der Unfälle mit den motorisierten Fahrrädern. Seit 2014 hat sich die Zahl der Pedelec-Unfälle mehr als verdoppelt. 2017 starben 68 Pedelec-Fahrer bei Verkehrsunfällen.

Handlungsbedarf bei der Politik und Verkehrsteilnehmern

Das Statistische Bundesamt nennt in seinem Bericht die Verbesserung der Verkehrssicherheit von Radfahrern eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe. Zurecht: Obwohl die Anzahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2017 um 13 % zurückgegangen ist, leben Radfahrer nach wie vor gefährlich. Zu den wichtigsten Aufgaben der Verkehrspolitik gehört auch in Zukunft Radfahrern, insbesondere älteren, mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu bieten. Das Konfliktpotenzial zwischen PKW- und Fahrradfahrern muss weiter entschärft werden und der Abbiegeassistent im LKW muss gesetzlich eingeführt werden, um die oft tragischen Unfälle zu verhindern.
Auch die Verkehrsteilnehmer selbst stehen in der Pflicht: Autofahrer müssen weiter für den Radverkehr sensibilisiert werden, sie trifft meist die Schuld bei Rad-Unfällen. Radfahrer fallen vor allem negativ bei Unfällen mit Fußgängern auf, am häufigsten vorgeworfen wurde ihnen eine falsche Straßennutzung, also das Fahren auf Gehwegen oder in die falsche Richtung.
Lennart Klocke

von

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.