Spaß am Rad

Libido ankurbeln: Besserer Sex durch Radfahren?

86 Prozent der Deutschen steigen aufs Rad. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit. Jeder, der in die Pedale tritt, kurbelt angeblich auch die Libido an. Stimmt das? Die Wissenschaft sagt ja.

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Besserer Sex durch Radfahren?

Luftpumpe oder Vibrator? Sattelklemme oder Cockring? Fahrrad- und Erotikzubehör sind auf den ersten Blick nicht immer leicht auseinanderzuhalten. Oder?

Fahrrad und Erotik – die beiden spielen gerne Tandem. Längst ist der Drahtesel zum Lustobjekt geworden. Eine Stellung im Kamasutra trägt schließlich den Namen „Rad“. Kennen Sie nicht? Aufklärung gibt’s am Ende dieses Textes. Seit neun Jahren findet sogar ein jährliches Fahrradporno-Festival in den USA statt, das auch schon in Deutschland auf Tour war. Hier dreht sich alle Wollust ums Rad und sein Zubehör. Sicherlich etwas, ähm, speziell. Doch im Alltag findet jeder vierte deutsche Mann Frauen auf Fahrrädern attraktiv, das hat die Umfrage eines Radsportversands offenbart. Allerdings ist Fahrrad nicht gleich Fahrrad. Während Mountainbikes und Hollandräder auf der Erotikskala punkten, sind Klappräder der Abtörner, sagen die Meinungsforscher.

Studie: Besserer Sex durch Radfahren

Die Wissenschaft aber traute dem Sattelsport lange Zeit nicht, sobald es unter die Gürtellinie ging. Forscher beschäftigen sich mit der Frage, ob und wie sich das Radeln auf Potenz, Fruchtbarkeit und Lust auswirkt. Fördert der Tritt in die Pedale das Liebesleben? Oder ist Enthaltsamkeit der Schlüssel zur Ekstase? Und gilt das für Frauen und Männer gleichermaßen? Geht es nach den Briten, haben Fahrradpendler den besseren Sex. Mehr als die Hälfte von rund 2500 befragten Arbeitnehmern offenbarte, durch regelmäßiges Radeln eine erfülltere Beziehung zum Partner zu haben. Und 40 Prozent verrieten, dass der Sex toller sei, seitdem man nicht mehr in überfüllten U-Bahnen oder im Stau stehe. Hat man erst mal den Stress vom Job und Alltag abgestrampelt, steigt also die Lust.

Radfahrer haben 30 % mehr Sex

Um das zu belegen, teilten Forscher der Universität von Kalifornien Männer mittleren Alters in zwei Testgruppen: Die einen fuhren drei bis vier Stunden pro Woche, die anderen verzichteten aufs Rad. Wer hatte mehr Spaß im Bett? Die Radfahrer gaben an, 30 Prozent mehr Sex als zuvor zu haben. Bei den Nichtradfahrern dagegen blieb alles unverändert. Die wissenschaftliche Erklärung: Da der Körper beim Sport mehr Testosteron ausschüttet, wird die Libido stimuliert. Der Effekt, so Sexualmediziner, sei dabei eher langfristig – entsprechend trainierten die Testradler neun Monate, bis es nach und nach wilder zwischen den Laken zuging

Happy Ride mit dem Bike

Und die Frauen? Sie können sich auf dem Sattel allein verlustieren. Eine US-Studie der Indiana University unter 370 Frauen zwischen 18 und 63 Jahren brachte es ans Licht: Radfahren zählt zu den Sportarten, die ohne sexuelle Fantasien Orgasmen auslösen können. 124 Frauen gaben an, bereits einmal das Vergnügen gehabt zu haben, 246 hatten schon mal eine angenehme Erregung auf dem Sattel verspürt, 40 Prozent mehrmals. Ein Happy Ride – ganz ohne vibrierende Auflage einschlägiger Anbieter.

Auf Dauer mehr Lust mit dem richtigen Sattel


Dass Biken generell schlecht sei für die männliche Fruchtbarkeit und Erektionsfähigkeit, haben Urologen zum Mythos erklärt. Ob Mann 3,75 oder 8,5 Stunden die Woche fuhr: Die Dauer hatte keinen negativen Einfluss auf die Potenz, wies eine Studie der Uni London unter 5282 Männern nach. Im Gegenteil: Bei denen, die knapp vier bis sechs Stunden radelten, sank das Impotenz-Risiko um mehr als die Hälfte. Und auch Radprofis beweisen, dass sie das Zeug zur Großfamilie haben. Sie wissen, wie’s geht: während der Fahrt das Gewicht verlagern und zwischendurch im Stehen fahren.
Viele Kinder

Diese Ex-Radrennprofis haben viele Kinder: Jan Ullrich (4), Jens Voigt (6) und Laurent Jalabert (4).

Hotspot und Problemzone: Der Sattel

Denn Hotspot und Problemzone beim Fahrrad ist der Sattel. Seine individuelle Auswahl ist ein Muss. „Passt der Sattel nicht zum Gesäß oder ist die Körperposition auf dem Rad nicht korrekt, kommt es zu hohen Druckbelastungen in der sensiblen Genitalregion“, sagt Ingo Froböse, Professor an der Kölner Sporthochschule. Nerven und Gefäße würden gequetscht, leichte Taubheitsgefühle können auftreten. US-Sexualmediziner haben in einem Experiment unter Polizei-Bikern belegt, dass Fahrradsattel ohne Nase die Risiken reduzieren. Und schließlich hilft es, die Beine beim Fahren nicht durchzudrücken. Sportliche Nebenwirkung: Radfahren bildet stärkere Bein-, Gesäß- und untere Rückenmuskeln – allesamt im Einsatz beim Sex. Etwa beim „Rad“ des Kamasutra. Und so geht’s: Sie und er bilden eine „Radspeiche“, indem sie mit ausgestreckten Beinen auf seinem Schoß Platz nimmt und er sie mit ausgestreckten Armen umfasst. Los geht’s ...