Zum Rasen zu Schade

Wochenendtour: Von Eichstätt bis Wellheim und zurück

Warum nicht eine kurze Reise für ein oder zwei Wochenendtouren nutzen? Zum Beispiel im malerischen Altmühltal. Hier finden Sie zwei wunderschöne Routen samt Download.

Datum:
Altmühltal-Wochenend-Tour

Eine Fahrradtour durch das idyllische Altmühltal.

So ist das, wenn sich Kinder in die Tourplanung einbringen. „Stooopp, Papa, da will ich hin!“ Felix bremst, steigt vom Rad ab und zeigt nach oben. Die mit 36,5 Metern längste Bank Bayerns, vielleicht sogar der ganzen Welt, steht über uns auf den Jurahängen des Altmühltals, und mein Sohn möchte sie sehen. Ich hingegen möchte nur radeln – über Dollnstein nach Neuburg, Ingolstadt und zurück. Aber egal, die Aussicht nach einer kurzen, steilen Schiebepassage über das sattgrüne, friedlich daliegende Tal und unseren weiteren Weg auf dem Altmühltal-Radweg ist tatsächlich traumhaft – fast schon kitschig, wenn unten auf den Wegen durch Felder und Wiesen Radler und Spaziergänger unterwegs sind und sich auf der anderen Talseite auch noch der Bummelzug durchs Bild schiebt.

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Tour 1: Über Neuburg und Ingolstadt

Infos zur Tour

Details

Dauer:

7:27 Stunden

Distanz:

100 km

bergauf:

600 m

bergab:

600 m

niedrigster Punkt:

370 m

höchster Punkt:

530 m

Wegbeschaffenheit

Loser Untergrund:

39,1 km

Pflaster:

1 km

Straßenbelag:

19,0 km

Asphalt:

38,1 km

Wenn Felix nicht gewusst hätte, dass von hier aus in drei Radminuten zum einen das Fossilienmuseum Bergér ist und weitere drei Minuten entfernt der Dino-Steinbruch mit Selbst-Klopf-Möglichkeit, wären wir schon lange wieder auf den Bikes. Wusste er aber. Der Start dieser Tour vom Eichstätter Domplatz aus in Richtung Westen kann sich also hinziehen. Dafür sind die Radwege geteert und zumindest hier meist fernab aller Straßen. Als wir nach gut zehn Kilometern den imposanten Kletterfelsen vor Dollnstein – diesmal ohne Pause auf einer der Bänke – passiert haben, geht es auf unserem Weg zügig auf zunächst flachen Radwegen in Richtung Neuburg.
Wochenend-Tour-Dollnstein

Dollnstein: Kurz vor dem Ort ragt unübersehbar der Burgstein in die Höhe, ein markanter Kletterfelsen direkt am Radweg. Mit einem Tisch und einer Bank bietet er sich für eine selbst mitgebrachte Brotzeit an. Mit etwas Glück kann man beim Essen Kletterer beobachten, die sich so elegant wie mühevoll nach oben bewegen.

Ein bisschen anstrengend wird es bei den Steigungen kurz nach Rennertshofen, doch dann ist Neuburg erreicht. Es ist ein charmantes Städtchen, das oben am Schloss fast ein wenig mittelalterlich wirkt. Unten, am Rande des geschäftigeren Stadtkerns, schmiegt sich die Donau an die Kaimauern. Der Fluss wird nun zu unserem Begleiter. Auf dem Donauradweg geht es völlig mühelos auf gut gepflegten Wegen Richtung Ingolstadt. Die Innenstadt, in der dem Roman nach Dr. Frankenstein wirkte, ist mit ihren renovierten Fassaden sehenswert, und wir haben uns längst einen Eisbecher verdient. Nach weiteren knapp eineinhalb Radstunden vom Stadtzentrum aus sind wir zurück im charmanten Eichstätt. Sofort ist zu fühlen, dass hier die Uhren etwas langsamer ticken als im großen Ingolstadt. Vielleicht auch deshalb schätzen immer mehr Urlauber das Barockstädtchen.
Wochenend-Tour-Neuburger-Schloss

Das Neuburger Schloss: Wer meint, schon alles an Schlössern gesehen zu haben und sich das in Neuburg schenken zu können, irrt. So gewährt die imposante Terrasse bei schönem Wetter einen weiten Blick über die Stadt und die Donaulandschaft.

Tour 2: Bis Pfünz und zurück über Wellheim

Infos zur Tour

Details

Dauer:

5:01 Stunden

Distanz:

68,5 km

bergauf:

480 m

bergab:

480 m

niedrigster Punkt:

390 m

höchster Punkt:

520 m

Wegbeschaffenheit

Loser Untergrund:

24,0 km

Pflaster:

0,7 km

Straßenbelag:

15,8 km

Asphalt:

26,7 km

Die Strecke über Neuburg und Ingolstadt ist indes nur eine von zwei Touren, die wir uns am Wochenende vorgenommen haben. Die zweite führt von Eichstätt nach Pfünz und dann ein paar Höhenmeter hinauf auf die vermeintlichen Berge, die vor Jahrtausenden nichts anderes als das Ufer der Altmühl waren.
Die Touren durch das Altmühltal sind schon aufgrund der erdgeschichtlichen Hintergründe, die am Rande des Radwegs alle paar Kilometer auf Tafeln erklärt werden, interessant. Parallel dazu wandeln wir Biker auf Römerspuren, die noch überall zu sehen sind. Fürs zügige Durchfahren ist das Tal eigentlich zu schade. Wir haben die Tour deshalb mit 68 Kilometern etwas kürzer angelegt.
Das einstige Römerkastell Pfünz wurde vor Jahren von rührigen Vereinsmitgliedern wiederaufgebaut. Ein bisschen zumindest, denn nur eine der vier Umgrenzungsmauern mit dem Eingangsportal steht teilweise wieder – und das auch nur in etwa so, wie sie einst ausgesehen haben dürfte. Der Besuch kostet keine Eintrittsgebühr, vermittelt dennoch ein bisschen Römer-Feeling, und Kinder können herumtollen, wo und wie sie wollen.
Wochenend-Tour-Urdonautal

Das Urdonautal: Der Radweg, der zum großen Teil auf der ehemaligen Bahnstrasse der längst stillgelegten Urdonautal-Bahn entlangführt, ist eine traumhaft schöne Verbindungsstrecke zwischen Altmühltal-Radweg und Donau-Radweg.

Verausgaben sollten sie sich jedoch nicht. Schließlich geht es nun wieder aufs Rad und auf einer ruhigen Nebenstraße romantisch durch Wälder und über einen Forstweg nach Hitzhofen/Oberzell. Hier gibt es nichts anzuschauen, abgesehen von der am Ortsende bei klarem Wetter schönen Aussicht auf Ingolstadt. Meist ragt die Liebfrauenkirche deutlich aus dem Häusermeer hervor. Darüber hinaus erkennt man die riesigen Dimensionen des Autobauers Audi – und somit auch seine Bedeutung für die Stadt.
Über Tauberfeld und Adelschlag, eine Wegführung mit zum Teil erstaunlichen, wenn auch kurzen Steigungen, geht es nach Ochsenfeld. Dort scheiden sich die Geister – zumindest in konditioneller Hinsicht. Die kurze Variante dieser Strecke, also gut 45 Kilometer, führt nun rechts in Richtung Bahnhof Eichstätt und durch den Tunnel nach Obereichstätt und Eichstätt. Einmal rechts und dann immer geradeaus – man kann nichts falsch machen.
Gerhard von Kapff

„Der Altmühltal-Radweg ist traumhaft schön.“

Gerhard von Kapff

Die etwas längere Strecke ist reizvoller: Geradeaus geht es weiter in Richtung Wellheim, durch das Urdonautal nach Dollnstein und dort auf dem Altmühltal-Radweg wieder zurück. Es gäbe also auch hier noch die Gelegenheit, die lange Bank und die Versteinerungen anzusehen oder ein Stündchen im Steinbruch nach Dinos zu klopfen. Wer nun lächelnd meint, es sei nichts Spektakuläres zu finden, irrt ganz gewaltig: Erst vor gut sieben Jahren wurde genau hier ein 1,30 Meter großer Ichthyosaurus entdeckt, der heute auf der Willibaldsburg in Eichstätt ausgestellt ist. Es kann also durchaus lohnenswert sein, sich im Altmühltal nicht nur beim Radfahren zu verausgaben.
Wochenend-Tour Marlienstein

Kurz vor Marienstein: Der Radweg unterhalb der Eichstätter Willibaldsburg führt in Richtung Westen weiter bis zu den Kletterfelsen bei Dollnstein.

Alles auf einen Blick

Anreise
  • Mit dem Auto: Von München A 9bis Ingolstadt-Nord, von dort aus der Beschilderung B 13 nach Eichstätt folgen. Von Nürnberg A 9 bis Ausfahrt 58 Altmühltal. Über die Staatsstraße 2228 und die E I21 bis Eichstätt.
  • Mit der Bahn: Eichstätt liegt an der Bahnstrecke zwischen Ingolstadt und Treuchtlingen, die nach Nürnberg weiterführt. Radtransport ist in den meisten Nahverkehrszügen möglich. Achtung: An der Bahnstation „Eichstätt Bhf“ muss in den Pendelzug Richtung „Eichstätt Stadt“ umgestiegen werden.
Unterkunft
  • Hotel Adler, Marktplatz 22,85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-67 67, www.adler-eichstaett.de. Wunderschönes Haus am Marktplatz von Eichstätt. DZ von 42 bis 63 Euro inkl. Frühstück (p. P.), Fahrradkeller kostenlos. Einzelzimmer 58 bis 67 Euro inkl. Frühstück.
  • Kloster Walburg, Gästehaus, Abtei St. Walburg/Marienhaus, Walburgiberg 6, 85065 Eichstätt, Tel. 0 84 21-98 87-0, www.abtei-st-walburg.de. Das 1999 restaurierte Gästehaus des Klosterkomplexes, drei Fußminuten von der Altstadt entfernt, bietet schlichten Komfort in einem historischen Gebäude. DZ mit Frühstück 36 Euro, EZ 42 Euro. Ein Radunterstellplatz ist vorhanden.
Gaststätten
  • Die Haifischbar: Der einzige Biergarten Eichstätts direkt an der Altmühl. Je nach Witterung geöffnet. Herzogsteg 2, 85072 Eichstätt, Tel. 0 15 77-5 36 26 85
  • Café Fuchs: Ein wenig plüschig, aber große Kuchenauswahl. Ostenstraße 8, 85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-67 89, www.hotel-fuchs.de
  • Kantinchen: Der gelernte Spitzenkoch und promovierte Wissenschaftler Dr. Tim Wätzold bietet jeden Tag zwei neue internationale Gerichte an. Jeweils vegetarisch, vegan oder mit Fleisch zum Preis von ca. 7 Euro. Ostenstraße 23, 85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-6 05 96 34, www.facebook.com/kantinchen.Eichstaett
  • Braugasthof Trompete: Das Wirtshaus besteht seit 1620. Bayrische und mediterrane Küche sowie Altmühltaler Lamm. Für extrem hungrige Radler steht ein 1000-Gramm-Schäuferl (ganze Schweineschulter) auf der Karte. Ostenstraße 3, 85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-9 81 70, www.braugasthof-trompete.de
Fahrradläden
Fahrrad- und eBike-Verleih
  • Dollnsteiner Fahrradparadies/ E-Bikecenter, Wiesenweg 14,91795 Dollnstein, Tel. 0 84 22-98 77 52, www.rehm-r.de
  • Radhaus Ingolstadt, Bei der Arena 7, 85053 Ingolstadt, Tel. 08 41-8 85 77 20, www.radhaus.de
Akku-Ladestationen
  • Xterno Bikes, Adresse siehe Fahrradläden
  • Braugasthof Trompete (Gäste können ihre Räder laden), Adresse siehe Gaststätten.
  • Bike Energy – Ladestation für E-Bikes, Neben Domplatz 18 (Café Segafredo), 85072 Eichstätt,Tel. 0 84 21-60 01-400.
  • Tourist-Information Dollnstein, Altmühlzentrum Burg Dollnstein, Unterer Burghof 5, 91795 Dollnstein, Tel. 0 84 22-9 87 98 10, www.altmuehlzentrum.de
  • Outdoorladestation am Schrannenplatz, 86633 Neuburg a. d. Donau, Tel. 0 84 31-5 53 96, www.neuburg-donau.de
  • Tourist Information im Alten Rathaus Ingolstadt, Rathausplatz 2, 85049 Ingolstadt, Tel. 08 41-3 05-3030.
Tourismus-Büros
  • Tourist Information Eichstätt, Dom-platz 8, 85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-60 01-400. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 13 Uhr.
  • Informationszentrum Naturpark Altmühltal, Notre Dame 1,85072 Eichstätt, Tel. 0 84 21-98 76-0. Öffnungszeiten: ab 9 Uhr, je nach Saison meist bis 18 Uhr. An saisonal unterschiedlichen Tagen geöffnet. www.naturpark-altmuehltal.de
Autor: Gerhard von Kapff