Routen zum Download

Wochenendtour: Tour de Kunst durch Düsseldorf

Düsseldorf bietet ein großes Füllhorn mit Kunst und Kultur – und viele Kilometer lange, wunderbare Radrouten. Zwei besonders schöne finden Sie hier – samt Download via Bikemap.

Datum:
Schloss Benrath

Schloss Benrath: Im 18. Jahrhundert als Lust- und Jagdschloss erbaut, ist es noch heute eines der Schmuckstücke Düsseldorfs.

Nein, Düsseldorf ist nicht nur Schicki-Micki auf der Kö oder Killepitsch in den Altbierkneipen. Die über 600.000 Einwohner zählende Rheinmetropole ist auch ein lohnendes Ziel für Radenthusiasten, die eine tolle Tour absolvieren wollen. Zwei davon starten am Düsseldorfer Fernsehturm, dem Rheinturm. Es wird auf dem Rückweg der Touren immer eine weiterhin sichtbare Landmarke für Radler sein. Bevor es über den Rhein geht, lohnt sich der Blick nach rechts zum NRW-Landtag in exklusiver Lage direkt am Wasser. Zur Linken steht das Düsseldorfer Stadttor – kein mittelalterliches Bauwerk, wie der Name vermuten lässt, sondern ein kühner Bau aus Glas und Beton in Torgestalt aus dem Jahr 1998, der neben den Häusern des Architekten Frank Gehry (nur wenige Meter entfernt im Medienhafen) eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Nach der Überquerung der Brücke über die Hafenbecken am Medienhafen begegnen Radlern auf der linken Seite Skulpturen von Tony Cragg oder anderen Stars der Kunstszene. Die Kunstgießerei Kayser hat hier gleich am Industriehafen ihren Sitz und arbeitet für alles, was Rang und Namen hat. Im Museum bestaunt, stehen die wertvollen, oft meterhohen Skulpturen hier einfach nur herum und warten auf ihren Abtransport. Der Radweg folgt dem Strom zur Fleher Brücke, über den Rhein und raus aus dem Düsseldorfer Stadtgebiet.

Sparen bei Bikemap

Für weite Infos zur Tour und zum Download klicken Sie einfach auf den Tournamen im Bild. Dann landen Sie bei der Fahrradcommunity Bikemap. Zum Start der Partnerschaft von BIKE BILD und Bikemap gibt es ein exklusives Launch-Angebot: BIKE BILD-Leser erhalten eine 12-monatige Premiummitgliedschaft auf bikemap.net zum Preis von 19,90 Euro anstelle von 29 Euro. Geben Sie dazu einfach bei der Jahresmitgliedschaft im Gutscheinfeld „bikebild17” ein.

Tour 1: Zur Zollfeste Zons und Schloss Benrath

Distanz: 49 km / Höhenmeter: 108 m / Max. Steigung 7 %

Die kürzere Route folgt weiter dem Rhein bis zur Zollfeste Zons. Ein Besuch der autofreien mittelalterlichen Altstadt mit der fast rundum laufenden Stadtmauer und den vielen urigen Einkehrmöglichkeiten lohnt sich in jedem Fall. Etwas weiter flussabwärts wartet eine kleine Autofähre. Die Überfahrt lässt einen Hauch echter Rhein-Romantik aufkommen, ist aber leider viel zu schnell vorüber. Dann radeln wir auf der anderen Rheinseite durch das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe mit seinen Kopfweidenbeständen und Obstbäumen wieder zurück Richtung Düsseldorfer Innenstadt, nicht ohne vorher noch einen Abstecher zum schönen Schloss Benrath zu unternehmen.

Tour 2: Zu Kunst und Kohle

Distanz: 89 km / Höhenmeter: 422 m / Max. Steigung 7 %

Route 2 führt weiter Richtung Süden. Radler fahren über verlassen wirkende Wirtschaftswege durch die Felder, als wären die nahe liegenden Großstädte Düsseldorf und Köln Hunderte Kilometer entfernt. Diese Gegend ist bekannt für Spargel – Hofläden mit Angeboten direkt vom Feld finden sich überall. Das Museum Insel Hombroich ist kein klassisches Museum für moderne Kunst, sondern eine weitläufige Parklandschaft am Nordufer des Flüsschens Erft mit verschiedenen Ausstellungsgebäuden erstklassiger Architekten, in der man sich verlieren kann. Besonders wenn man dem Künstler und Beuys-Schüler Anatol Herzfeld in seinem Schmiede- und Schweißer-Atelier bei der Arbeit zuschauen kann und vielleicht sogar mit ihm ins Gespräch kommt und darüber die Zeit vergisst. Im Museumscafé gibt es Stärkung für den Radlermagen. Die Salate, Eier, Schwarzbrot und Rosinenstuten mit Apfelkraut sind lecker und ebenso wie die Getränke im Eintrittspreis inbegriffen – sicher ein Vorteil für hungrige Radtouristen.
Nur knappe zwei Kilometer später wartet das nächste Kunst-Highlight. Die Raketenstation Hombroich auf einem ehemaligen Nato-Kasernengelände ist einzigartig: Die Hallen, Hangars, Erdwälle und der Beobachtungsturm auf der rund elf Hektar großen Fläche wurden für eine Nutzung durch Kunst und Kultur umgestaltet. Ebenso spektakulär ist die gläserne Außenhaut der Ausstellungshalle der Langen Foundation, entworfen vom japanischen Stararchitekten Tadao Ando. Und als wäre das nicht genug, ist 2016 die Skulpturenhalle des Künstlers Thomas Schütte hinzugekommen. Nach so viel Kunst folgen wir den Wegweisern Richtung Schloss Dyck (erbaut 1094), einem der kulturhistorisch wichtigsten Wasserschlösser im Rheinland – ein Kontrastprogramm zu der modernen Architektur von eben. Von hier geht es ins Rheinische Braunkohlerevier. Gleich mehrere Kraftwerksgiganten und Tagebaugebiete liegen eng nebeneinander und lassen aus der Ferne die angrenzenden Dörfer klein wie auf einer Modelleisenbahn erscheinen. Je nach Luftfeuchtigkeit kann es passieren, dass die Dampfschwaden aus den Kühltürmen das Licht der Sonne verschlucken und man in einem lang gezogenen Schatten radelt – ringsum blauer Himmel.
Begiari

Die gut 15 Meter hohe Skulptur Begiari von Eduardo Chilida ist eine Landmarke gleich am Museumspark der Stiftung Insel Hombroich.

Der Weg führt nun zum Dach der ansonsten allenfalls leicht welligen Tour, zur Vollrather Höhe. Dieser „Berg“ ist als Abraumhalde aus dem Braunkohletagebau Garzweiler entstanden. Heute sieht die Höhe natürlich gewachsen aus, sie ist an den Hängen bewaldet und oben gespickt mit Windrädern, als wollten die Kraftwerksbetreiber etwas in Sachen Naturschutz wiedergutmachen. Den Weg wieder hinunter, erheben sich mit einem Mal die Anlagen des Kraftwerks Neurath mit ihren sieben Blöcken aus dem Boden. Gemessen an der erzeugten elektrischen Bruttoleistung von 4414 Megawatt, bilden sie zusammen das größte Kraftwerk in Deutschland und das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk Europas. 30,7 Millionen Tonnen Braunkohle werden dort jedes Jahr verfeuert. Die Kesselhäuser der beiden neuen, 2012 in Betrieb genommenen Blöcke sind mit einer Höhe von 173 Metern die höchsten der Welt. Nun können Radfahrer bei gutem Wetter auch schon den Rheinturm sehen. Er zeigt die neue Richtung: nach Norden. Erneut führt der Radweg über die Fleher Brücke und den Rhein. Ein Stück weiter schmeckt das Eis in der Düsseldorfer Kult-Eisdiele Unbehaun besonders gut. Doch die Qualität hat auch einen Nachteil: An manchen Wochenenden stehen die Menschen in einer gut 50 Meter langen Schlange an.Von hier aus sind es nur wenige Kilometer bis zum Ausgangspunkt. Wer sich die gefahrene Runde noch einmal von oben anschauen möchte, der kann mit dem Aufzug auf den Rheinturm fahren. Mit 240,5 Metern ist er das höchste Gebäude der Stadt – und das drehbare Restaurant hoch oben lädt zu einer abschließenden Mahlzeit ein.