Interview mit der ZDF-Frau

Annika Zimmermann: "Radfahren steigert meine Lebensqualität"

ZDF-Moderatorin Annika Zimmermann fährt gern und viel Rad und schätzt dabei die Unabhängigkeit. Ein Gespräch über Berlins Radwege, die Tour de France und Vorzüge des Radfahrens.

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Annika Zimmermann fühlt sich auf dem Rennrad pudelwohl. Hier pedaliert sie über Teile des Berliner Mauerwegs

ZDF-Moderatorin Annika Zimmermann ziert das Cover der BIKE BILD 3/2018. Wir haben die Gelegenheit genutzt und die Sportjournalistin mit Fragen gelöchert.
Annika, während des BIKE-BILD-Titelshootings konnten wir sehen, dass du dich routiniert auf und mit dem Bike bewegst. Fährst du viel Fahrrad?
Ich mag Fahrradfahren in allen Facetten und fahre auch total viel – und das nicht nur in Berlin, um von A nach B zu kommen, sondern auch an freien Tagen mit meinem Rennrad. Zudem trainiere ich noch im Fitnessclub auf dem Spinning-Bike.
Was für ein Rad bewegst du normalerweise durch die Stadt?
Ich fahre ein Singlespeed-Bike einer kleinen Marke. Damit komme ich überall schnell hin, und es sieht obendrein sehr schick aus.
Wenn du Rennrad fährst, wohin radelst du dann?
Ich fahre viel am Wannsee. Und auch in Brandenburg gibt es sehr viele schöne Strecken.
Wie lange sitzt du dann auf dem Bike?
Das kommt natürlich darauf an, wie viel Zeit ich habe. Oft sind es 60 oder 70 Kilometer – gern aber auch 100 und mehr. Wenn ich wenig Zeit habe, dann kann es auch zum Sonnenaufgang einfach nur eine Stunde auf dem Tempelhofer Feld sein. Hauptsache, ich kann mich bewegen.
Was ist für dich das Beste am Fahrradfahren?
Ich bin mit dem Rad total flexibel, kann damit machen, was ich will, und komme hin, wohin ich will – ohne Rücksicht auf Abfahrtszeiten oder Haltestellen, die es mir schwer machen, den ÖPNV zu lieben. Radfahren heißt für mich kein Stau, keine Parkplatzsuche, gute Laune. Außerdem bin ich an der Luft, nicht in schlecht belüfteten Waggons oder Bussen. Fahrradfahren steigert unzweifelhaft meine Lebensqualität.
Wie ist denn das Fahrradfahren in der Hauptstadt, fühlst du dich sicher?
Radfahren in Berlin funktioniert erstaunlich gut. Ich bewege mich viel in Mitte, Prenzlberg und Kreuzberg und finde viele vernünftige Wege, auf denen ich neben dem Berufsverkehr entspannt fahren kann. Dennoch kann es immer noch mehr und breitere Radwege geben. Denn wenn mit dem Sommer das schöne Wetter nach Berlin kommt und immer mehr Menschen aufs Rad steigen – was ja eine tolle Entwicklung ist –, wird es manchmal auch sehr eng und unübersichtlich.

Annika Zimmermann sagt: "Radfahren in Berlin funktioniert erstaunlich gut."

Wie hast du die Tour de France erlebt?
Dieses Jahr war besonders! Nachdem ich die Tour letztes Jahr zum ersten Mal als Reporterin für das ZDF hautnah begleiten durfte, bin ich dieses Mal sogar noch näher dran gewesen: Ich bin die erste Alpenetappe im Rahmen der L'Étape du Tour, einem jährlich organisierten Jedermann-Rennen, mitgefahren: 169 Kilometer, 4 Berge mit 4.000 Höhenmetern – da hatte man direkt ein noch besseres Verständnis, was die Profis leisten! Und richtig cool war auch, das Ganze gemütlich am TV zu schauen, als die Profis eine Woche später dran waren, und (ich hatte eine Sendewoche) das Ganze zu moderieren.
Welcher Fahrer imponiert dir am meisten?
Mir imponieren Sportler wie zum Beispiel Marcel Kittel. Er ist sehr erfolgreich und trotzdem geerdet und sympathisch. Das merkt man sofort an der Art, wie er mit seinen Teamkollegen umgeht. Er brennt total für seine Profession, aber steht dabei so im Leben, dass er auch in anderen Bereichen sicher klarkommen würde.

Zur Person

Seit September 2014 führt die Sportjournalistin Annika Zimmermann als Moderatorin durch den Sportteil des „ZDF-Morgenmagazins“. Ein Jahr später erhielt sie für dieses Engagement den Deutschen Sportjournalistenpreis als beste Newcomerin. Bei Olympischen Spielen, Fußball-Europameisterschaften, dem Ironman-Triathlon auf Hawaii und der Tour de France wird sie auch als Reporterin eingesetzt. In diesem Jahr erschien ihr Buch „Fit und fröhlich“ im Knaur-Verlag. Annika Zimmermann lebt und radelt in Berlin.