Rucksack, Tasche, Anhänger

Packsysteme fürs Fahrrad im Überblick

Beim Packsystem hat der Reisende die Qual der Wahl. Wir liefern einen Überblick über die wichtigsten Systeme.

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Ich packe meinen Koffer und nehme mit ... Wer mit dem Rad verreist, hat die Wahl zwischen verschiedenen Packsystemen.

Radlzeit ist Reisezeit – vom Kurztrip über das Wochenende bis zur großen Europa-Tour. Neben festen Waden sind Fahrrad und ein entsprechendes Packsystem ein Muss. Und da hat der Reisende die Qual der Wahl. Wir präsentieren die wichtigsten Systeme.

Rucksack – längst kein Wanderer-Accessoir mehr

Gepäck auf dem Rücken, das klingt nach Louis Trenker, nach Wandertag. Und das beim Radfahren? Ok, luftiger ist es ohne Rucksack, trotz der immer verbesserten Belüftungssysteme. Doch der Rucksack vermag vor allem in einer Disziplin zu punkten – wenn es um Beweglichkeit geht. Zum Beispiel bei einer Alpenüberquerung mit dem Mountainbike.
Denn das Zusatzgewicht wird eng am Körper geführt, dadurch lässt sich das Bike gut kontrollieren. Außerdem bieten manche Rucksäcke eine Aufteilung des Gepäckfachs: Tagebuch oder Kamera sind also schneller gefunden als im großen Stauraum einer Packtasche. Und Systeme wie der Evoc Trail Team 20 Liter bieten eine Aufhängung für den Helm.
Fazit: Passend für den Radler mit schlankem Gepäck.

Packtasche – der Klassiker

Früher gab es sie in rot oder schwarz – die Rede ist von den Packtaschen von Ortlieb Back Roller oder Vaude Aqua Back, die sich mittels eines Klicksystems einfach am Gepäckträger befestigen lassen. Inzwischen gibt es auch andere Farben. Doch das System ist erhalten geblieben. Gebaut aus einer Art LKW-Plane lassen die hochwertigen Modelle der Packtaschen kein Wasser durch.
Mit zwei Taschen bleibt auch das Gleichgewicht des Radlers gewahrt – vorausgesetzt, der Gepäckträger kann das Gewicht tragen und gerät nicht ins Pendeln.
Fazit: Erprobter Klassiker, was soll man sonst noch sagen. Und für vorn gibt es ihn natürlich auch.

Rahmentasche – mittendrin und dabei

So manches Rad rollt vom Hersteller ohne Gepäckträger daher, vielleicht sogar ohne entsprechende Bohrungen. Entsprechende Adapterschellen wären eine Lösung, mit denen sich ein Träger nachrüsten lässt. Oder eben Rahmentaschen. Die können beim klassischen Diamantrahmen im Dreieck zwischen Ober-, Unter- und Sattelrohr befestigt werden. Erhältlich sind kleinere Modelle wie die Front Triangle Bag von SKS, mittelgroße wie Zip Frame Bag von Acepac oder große, etwa von Apidura. Der Vorteil dieser Art des Gepäcktransports: Das Gewicht der Zuladung ist mittig positioniert und damit ideal für das Handling des Bikes. Gerade für Geländetouren ein wichtiger Faktor.
Fazit: Fürs schnelle Radabenteuer zwischendurch, bei dem es auch durchs Gelände gehen soll.

Anhänger – angehängt statt abgehängt

Wer seinen Titan-Boliden lieber im cleanen Look ohne Gepäckträger glänzen sieht, kann über einen Rad-Anhänger nachdenken. Die gibt es in wachsender Auswahl nicht nur für den Transport der Kinder, sondern eben auch für die Reise. Gretchenfrage ist die nach der Zahl der Räder. Üblicherweise haben die Anhänger eine Achse mit zwei Rädern. Doch es gibt auch eine Reihe von Angeboten, die nur auf einem einzelnen Rad rollen.
Einspurer wie der Bob Yak legen sich wie das Zugrad selbst in die Kurve, das schafft Fahrstabilität. Und sie verschlanken die Spur, was in der engen Großstadt durchaus helfen kann. Wer allerdings ohnehin mit dem Mountainbike tourt, braucht sich darüber eher wenig Gedanken zu machen: Immerhin bauen die Lenker moderner Geländeräder schon einmal mehr als 70 cm breit. Zweispurer, etwa der Burley Nomad, kommen dagegen beim An- und Abbauen etwas handlicher daher.
Fazit: Die Komfort-Lösung. Wegen des Systemgewichts aber nichts für die Alpen.

Korb – ganz ohne Oma-Charme

Der Fahrradkorb war in den 80er-Jahren ziemlich uncool. Unpraktisch war er aber nie. Denn am Lenker befestigt, ließ sich dort all das transportieren, was schnell zur Hand sein musste. Früher die Radkarte, heute das GPS. Oder der Zusatzpulli oder das noch nassen Regencape, das darin abtrocknen kann. Heute muss es übrigens kein Drahtgeflecht mehr sein. Anbieter wie Red Cycling verwenden für ihr Front Tray Silver Aluminium und Holz. Lifestyle pur. Die Alternative dazu ist die Lenkertasche wie der Red Cycling Front Loader. Ohne Oma-Charme, dafür im gewohnten Ortlieb- oder Vaude-Look. Auch bei ihnen gilt: Sie bergen all den Kleinkram, der schnell zur Hand sein muss.
Fazit: Wohl dem gutorganisierten Radler, der stets weiß, wo sich alles befindet. Für alle anderen ist zumindest die Lenkertasche eine Option. Aluminium und Holz. Lifestyle pur.

Satteltaschen – immer ran an den Radler

Kürzere Tour geplant mit dem Rennrad, Gravelracer oder Mountainbike? Dann sind Satteltaschen eine Option. Die werden in der Regel am Sattelrohr oder am Sattel befestigt und bilden damit auch eine Art Schutz gegen Regenwasser von unten – auch wenn so ein Gedanke im Sommer 2018 langsam verdunstet.
Taschen wie die Blackburn Outpost Seatback Satteltasche etwa umfassen das Tragesystem sowie einen Packsack, in dem sich zum Beispiel der Schlagsack problemlos verstauen lässt. Befestigt werden sie je nach Anbieter entweder per Klicksystem oder mit Klettverschlüssen. Wem das zu modern ist, der kann zu den Taschen von Carradice greifen, etwa der Originals Junior Saddle Bag – statt aus Kunstfasern ist sie aus gewachstem Baumwolltuch gefertigt.
Fazit: Für das schlanke Abenteuer einen Blick wert.