Zur Arbeit pendeln

So sichern Sie sich den Zuschuss zum Dienstrad

Die Sonne scheint, der Radweg lockt – warum nicht einfach mit dem Bike zur Arbeit fahren? Zumal es noch nie so einfach war, den Staat am Kaufpreis zu beteiligen.

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Mit dem Dienstrad zur Arbeit? Geht ganz einfach – und bringt gesundheitliche Vorteile.

Pendeln mit dem Fahrrad ist populär. Rund neun Prozent der Deutschen schwingen sich dazu bereits auf ihr Rad. Und Arbeitgeber wie Staat können diese Entscheidung mit einer finanziellen Anschubhilfe noch einfacher machen. Die ist leicht beantragt.

Spannen Sie Ihren Arbeitgeber ein

Wichtigster Anlaufpunkt ist der eigene Arbeitgeber: Hebt der den Daumen, steht der Pendler-Karriere auf zwei Rädern nichts mehr im Weg. Genau darauf haben Arbeitnehmer in Zeiten der Vollbeschäftigung übrigens gute Karten. Immerhin liegt es im Interesse des Arbeitgebers, gute Kollegen bei Laune zu halten – einfach, weil Ersatz auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht ohne Weiteres zu finden ist. Ein Gehaltsplus kann so ein Stimmungsmacher sein, aber eben auch ein Dienstrad.
Nickt der Chef, geht es an die Auswahl des Rades: Klassisches Trekkingbike, Rennrad oder Mountainbike? Egal. Denn das Rad darf ganz ähnlich wie der Dienstwagen nicht nur für die Fahrt ins Büro genutzt werden, sondern auch für die schnelle Feierabendrunde oder die große Tour gen Süden. Ist die Entscheidung für ein bestimmtes Rad gefallen, gibt es zwei Wege: Entweder der Arbeitgeber kauft das Rad oder er least es. Knauserige Arbeitgeber wandeln dazu Gehalt um, großzügige Arbeitgeber stocken hingegen das Gehalt entsprechend auf.
Inzwischen gibt es spezialisierte Dienstleister wie „Jobrad“ oder „Eurorad“, die dabei helfen, den entsprechenden Verwaltungsaufwand klein zu halten. Rückenwind hat die Leasing-Variante, bei der der Arbeitgeber das Rad für in der Regel drei Jahre least und seinem Arbeitnehmer überlässt. Dazu wird der Arbeitsvertrag um eine entsprechende Klausel ergänzt oder gleich ein eigener Überlassungsvertrag geschlossen – damit alles geregelt ist.

Und was ist mit der Steuer?

Wie so vieles, ist auch ein Dienstrad steuerlich geregelt. Für den Neuradler bedeutet das, ein Prozent des Listenpreises des Rads als so genannten „geldwerten Vorteil“ mit seinem individuellen Steuersatz versteuern zu müssen. Kostet das Bike der Wahl etwa 2.000 Euro, liegen die ein Prozent rechnerisch bei 20 Euro. Dazu kommen die Sozialabgaben.
Apropos Preis: Der Fiskus gibt klar vor, was er sich unter dem Preis vorstellt. Als Listenpreis gilt den Beamten die auf volle 100 Euro abgerundete unverbindliche Bruttopreisempfehlung des Händlers. Steht das Wunschrad also für 1.099 Euro im Schaufenster, liegt der für das Finanzamt maßgebliche Listenpreis bei 1.000 Euro. Der Radler muss also zehn Euro im Monat als geldwerten Vorteil versteuern. Den zusätzlichen Entfernungszuschlag, wie er Dienstwagen trifft, gibt es bei Diensträdern nicht. Zusätzlich kann der radelnde Pendler in seiner Steuererklärung für die Fahrt zum Arbeitsplatz 30 Cent je Entfernungskilometer geltend machen und so seine Steuerlast senken.
Unter dem Strich also keine schlechte Rechnung, ein hochwertiges Rad nutzen zu können ohne hohe finanzielle Belastung. Und ganz nebenbei noch die Gesundheitsdividende einstreichen: Ganzjährige Radpendler leben gesünder als Autofahrer, zeigte zuletzt die Studie „Mobilität und Gesundheit“ unter anderem der Universität Bonn.

7 Leasing-Anbieter im Überblick

Rechenbeispiele für ein Dienstrad

Angenommen, das Monatseinkommen liegt bei 3.000 Euro, der Arbeitgeber spielt mit und das Wunschrad kostet 1.000 Euro, dann würde die monatliche Nettobelastung durch das Leasing bei 18,74 Euro liegen. Gegenüber dem klassischen Kauf beziffert sich das Ersparnis nach drei Jahren auf 325,40 Euro, das bedeutet über 30 Prozent. Der kalkulierte Restwert liegt bei 150 Euro. Und wenn es ein E-Mountainbike für 2.000 Euro sein soll? Laut Rechner sind dann im Monat netto 37,50 Euro fällig. So lassen sich zum herkömmlichen Kauf 650,71 Euro sparen – das sind wie im ersten Beispiel über 30 Prozent. Der kalkulierte Restwert liegt bei 300 Euro.
Viele Anbieter wie Jobrad oder Mein Dienstrad bieten Online-Rechner an, die die individuellen Raten und Ersparnisse berechnet.