Schweizer Räder für Norddeutschland

Ego Movement eröffnet Store in Hamburg

Die Schweizer Fahrradfirma Ego Movement eröffnet in Hamburg ihren vierten Store in Deutschland. Neu im Sortiment: ein E-Faltrad sowie zwei E-Cargobikes. Wir haben mit Geschäftsführer Daniel Meyer über die Themen Entwicklung und Service gesprochen.

Datum:

Der neue Ego Movement Store in Hamburg-Eppendorf.

Die Schweizer Fahrradfirma Ego Movement eröffnet an diesem Wochenende ihren vierten Deutschland-Store in Hamburg, Opening ist am 13. Oktober. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich steht – nach eigener Aussage – für stilvolle und nachhaltige Mobilitätsprodukte. Mitgründer Daniel Meyer präsentierte BIKE BILD vorab die Neuheiten für die Fahrradsaison 2019.

E-Klapprad Origami 25

E-Klapprad Origami 25

Für Pendler und kurze Strecken: Das E-Klapprad Origami 25 besticht optisch durch einen polierten Aluminium-Rahmen; zudem soll sich das Faltrad binnen einer halben Minute zusammenklappen lassen. Die Reichweite liegt laut Herstellerangabe bei 50 bis 70 Kilometern. Angetrieben wird das 14 Kilogramm schwere Rad mit einem 250 Watt starken Heckmotor von VeloUp. Ein Display sucht man vergebens, die Bedienung beim Origami 25 funktioniert über eine App des Herstellers (siehe hierzu Interview weiter unten). Preis: 1.980 Euro.

E-Cargobike Big Bumblebee 25

E-Cargobike Big Bumblebee 25

Das E-Cargobike Big Bumblebee präsentiert sich in einem schlichten, matt-schwarzen Aluminium-Rahmen. Das Lastenrad wird als Zwei- und Dreirad-Variante angeboten. Aufmerksamkeit erregt die elegante und fein gearbeitete Holzkiste. Die Zuladung liegt je nach Ausführung bei 130 bzw. 150 Kilogramm. Die Reichweite soll bei 40 bis 80 Kilometern liegen. Das Transportrad bringt 65 Kilogramm auf die Waage, angetrieben wird das Bike von einem Bafang-Mittelmotor. Cooles Feature: In der Dämmerung schaltet sich das Licht dank eines Sensors automatisch ein. Preis: 3.585 Euro.

Interview mit Daniel Meyer, Mitbegründer von Ego Movement

Daniel Meyer, dieses Wochenende eröffnen Sie in Hamburg Ihren vierten Store in Deutschland. Warum Hamburg?
Hamburg ist aus Radfahrersicht eine sehr spannende Stadt. Hier wird sehr viel Rad gefahren, und ich denke, in Zukunft wird man in der Hansestadt noch mehr Rad fahren. Außerdem verankern wir dadurch einen Standort in Norddeutschland. Es geht uns vor allem um nachhaltige Mobilität – und wir glauben, dass Hamburg in dieser Hinsicht ein spannendes Umfeld bietet.
Ihre Firma ist in der Schweiz zu Hause, sind Ihre Räder auch „Made in Switzerland“?
Das Design und die Entwicklung sowie die Endmontage verrichten wir tatsächlich in der Schweiz. "Made in Switzerland" ist leider nicht möglich, da dann eine Mehrheit der Teile aus der Schweiz kommen müsste, und das ist im Fahrradbereich praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Wir produzieren aber ab Dezember für den deutschen Markt Bikes “Made in Germany”.
Wie sieht Ihr Portfolio aus?
Wir haben für Pendler E-Falträder im Angebot, die sich leicht und schnell – in 20 Sekunden – zusammenfalten lassen. Darüber hinaus bieten wir ausgewachsene E-Bikes bzw. Pedelecs an für längere Distanzen. Wenn man höhere Geschwindigkeiten erreichen möchte, haben wir auch ein S-Pedelec im Angebot. Ganz neu sind – neben dem Faltrad – zwei Lastenräder mit stattlichen Zuladungen von 130 und 150 Kilogramm.
Das Faltrad ist ein Hingucker. Was bietet das Bike neben gutem Aussehen noch?
Das Rad lässt sich schnell und kompakt zusammenfalten. Und richtig, es sieht einfach sehr schick aus – man kann sich darauf mit Stil durch die Stadt bewegen. Speziell ist die Bedienung des Rads: Diese funktioniert über eine App und eine Bluetooth-Verbindung. Das E-Bike hat keinen Display, auch dadurch konnten wir es sehr schlicht und elegant halten.

Daniel Meyer ist Mitgründer und Geschäftsführer von Ego Movement. Die Passion des Elektroingenieurs, der an der ETH in Zürich studierte, ist alles, was fährt, fliegt und sich bewegt. Nach acht Jahren bei einer Schweizer Großfirma gründete er 2015 Ego Movement. Sein unternehmerisches Ziel: nachhaltige, stilvolle und erschwingliche Mobilitätslösungen für den urbanen Raum.


Glauben Sie, dass zukünftig das Display bei E-Bikes verschwinden wird?
Ich denke, es kommt am Ende auf die Verwendung des Rads an. Bei Pendlerbikes für kurze Distanzen ist das Display nicht so wichtig; man schwingt sich aufs Rad, fährt schnell los. Wenn man aber ein ausgewachsenes Pedelec besitzt, will man Basisinformationen zur Verfügung haben, und diese muss man schnell abrufen und ablesen können. Bei diesen Rädern wird es immer eine Art Display geben. Wir gehen in gewisser Weise einen Doppelweg: Für alle Produkte wird es eine App geben – damit wollen wir uns vor allem auf den Diebstahlschutz spezialisieren. Wenn das Bike bewegt wird, kriegen Sie eine Push-up aufs Smartphone, und Sie können das Bike über GPS orten. Die Prototypen dazu sind bereits fertig entwickelt.
Ihre Schweizer Kunden genießen einen besonderen Service: Sie bringen die Räder zum Kunden, führen sie dort vor und bieten Probefahrten zu Hause an. Ist dieser Service auch für deutsche Kunden geplant?
Momentan bieten wir diesen Service für deutsche Kunden noch nicht an. Aber wir planen für die Frühlingssaison 2019, diese Dienstleistung in unseren Service zu integrieren. Konkret: Wir werden Store-Fahrzeuge etablieren – und zusätzlich einen mobilen Reparaturservice anbieten.