Bußgeld kann drohen

Darf man das Handy während des Radfahrens benutzen?

Nur schnell einen Anruf annehmen oder die Navi-Funktion des Smartphones nutzen – für die Benutzung des Handys auf dem Rad existieren klare und strenge Regeln. Es kann sogar ein Bußgeld drohen. Wir klären Sie über die Rechtslage auf.

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Ist das Telefonieren während des Fahrens erlaubt? BIKE BILD verrät, was Radfahrer dürfen – und was nicht.

Es gibt gute Gründe, während des Fahrradfahrens das Handy in die Hand zu nehmen: Jemand ruft an. Ich muss nach dem richtigen Weg schauen. Der Song, den ich über den Player höre, nervt. Ich will ein Foto vom motorisierten Feierabendverkehr machen. Wer jedoch mit dem Smartphone in der Hand und Fahrtwind im Haar von der Polizei erwischt wird, zahlt bis zu 55 Euro Strafe. Nicht zu Unrecht, schließlich gehören die Finger bei der Fahrt an den Lenker und nicht auf den Touchscreen. Das gilt für Radfahrer genauso wie für Autofahrer. „Verboten ist das Halten des Handys“, bestätigt Dr. Albrecht Dietze, Fachanwalt für Verkehrsrecht, „egal ob Sie telefonieren, eine SMS schreiben oder das Handy als Navigationsgerät benutzen.“
Natürlich hat die Industrie bereits Mittel und Wege gefunden, dass Radfahrer trotzdem ihre Geräte auf legale Art bedienen können. Telefonieren dürfe man etwa mit dem Handy während der Fahrt, wenn man Kopfhörer beziehungsweise eine Freisprecheinrichtung nutze. Besonders praktisch sind moderne Helme mit Bluetoothfunktion. Über eingebaute Lautsprecher und ein Mikrofon können nun auch Radfahrer eingehende Anrufe entgegennehmen, sich Textnachrichten vorlesen lassen und natürlich Musik hören. Gerade für Pendler, die einige Kilometer zur Arbeit mit dem Fahrrad fahren, eine praktische Angelegenheit.

Navigationsfunktion: Unter speziellen Voraussetzungen erlaubt

Radfahrer dürfen zudem während der Fahrt die Navigierfunktion ihres Handys nutzen – unter der Voraussetzung, dass sie ihr Gerät mit einer speziellen Halterung am Lenker befestigen. Die gibt es in vielen Varianten: von simplen Silikonbändern bis zu wasserdichten und aerodynamischen Modellen mit Kugelgelenk. Für alle gilt: Um die Zieladresse ins Handy einzugeben, muss der Radfahrer anhalten.
Wer sich an diese Spielregeln hält, kassiert kein Knöllchen. Aber selbst bei einem Verstoß droht Radlern, im Gegensatz zu Autofahrern, kein Punkt in Flensburg. „Der Grund ist offensichtlich der, dass von einem Radfahrer ein geringeres Gefährdungspotenzial für andere Verkehrsteilnehmer ausgeht“, sagt Dr. Albrecht Dietze. „Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass ein Radfahrer, der ein Handy benutzt, sich am meisten selbst gefährdet“, so der Rechtsanwalt. Und das sollte man vor jedem Griff in die Jackentasche bedenken.

Handy am Ohr: Diese Regel ist Gesetz

§ 23 Abs. 1a Satz 1 StVO: Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Gerät aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.

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