Elektrotretroller in Deutschland

E-Scooter-Verleiher Hive startet Probebetrieb

Noch vor der offiziellen Zulassung der E-Scooter hat der Anbieter Hive ein Pilotprojekt in München und Hamburg gestartet. Wir haben die Elektrotretroller zum Ausleihen ausprobiert.

Datum:
E-Scooter_Hive

Dieser E-Scooter von Hive sollen bald in vielen deutschen Städten verfügbar sein.

Per App den nächsten E-Scooter finden, Ausleihe starten, 10 Minuten fahren, E-Scooter abstellen: Leih-Roller mit Elektroantrieb sollen ein neues Mobilitätsangebot für Menschen in Innenstädten bieten. Der Probebetrieb läuft bereits.

E-Scooter von Hive in Hamburg und München

Elektrotretroller sind in Deutschland im Straßenverkehr noch nicht zugelassen. Bevor die geplante Verordnung für die Elektrokleinstfahrzeuge voraussichtlich am 17. Main in Kraft tritt, können in zwei deutschen Städten schon E-Scooter vom Verleiher Hive getestet werden. In Hamburg-Bahrenfeld kooperiert das Unternehmen mit dem Forschungsinstitut DESY. Auf diesem Gelände können die 5.000 Mitarbeiter sowie Besucher die 100 Hive-Roller nutzen.
Unterstützung kommt von der Stadt Hamburg: Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank spricht von einem wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende und sagt: „Mit einem Elektro-Scooter zu fahren macht Spaß und schützt das Klima.“ Auf dem DESY-Campus wolle man ausprobieren und Erfahrungen sammeln, bevor die Roller im Stadtgebiet freigegeben werden.
Pressekonferenz Hive

Die anwesenden Vertreter von Politik und Wirtschaft müssen sich zum Start noch mit der Bedienung der Hive-E-Scooter vertraut machen.

So fahren sich die Elektrotretroller von Hive

Aufsteigen und losdüsen: E-Scooter fahren ist leicht, man "kickt" den Roller einmal an und drückt dann den Beschleunigungshebel. Ungewohnt für Radfahrer ist, dass es eine Motorbremse anstelle eines Bremshebels gibt. Zusätzlich gibt es noch ein Fußpedal für das Hinterrad, dieses gibt gefühlt etwas mehr Sicherheit als der kleine Schalter am Lenker. Die E-Scooter mit den kleinen Rädern sind ausschließlich auf Fahrten auf Asphalt ausgelegt: Dämpfung gibt es kaum, selbst bei kleinen Bordsteinkanten setzen die Räder hart auf. Dafür sind die kleinen Fahrzeuge ausgesprochen wendig, mit ein wenig Übung kann man sich schnell zwischen Hindernissen hindurch lavieren.
Das rasche Anfahren und die Wendigkeit der E-Scooter machen Spaß. In dichten Innenstädten können die Roller diese Stärken voll ausspielen. Die Höchstgeschwindigkeit dürfte geübte Radfahrer indes enttäuschen, über längere, gerade Streckenabschnitte rollt man verhältnismäßig undynamisch dahin – und wäre mit dem Fahrrad oder Pedelec wahrscheinlich schneller.
Im Vergleich zu Elektro-Scootern zum Kaufen sind die Leihroller einfacher und robuster konstruiert. Den Entwicklern ist klar, dass die Lebensdauer öffentlich genutzter Fahrzeuge begrenzt ist. Sie haben den Hive-Scooter so konstruiert, dass Teile von beschädigten Rollern wiederverwendet werden können. So möchte man auch dem potenziellen Vandalismus-Risiko möglichst ressourcenschonend begegnen.

Hive drängt auf den E-Scooter-Markt

Das Unternehmen Hive ist kein kleines Start-up, sondern potenziell einer der großen Player unter den E-Scooter-Verleihern: Hive ist Teil des Mobilitäts-Joint-Ventures von BMW und Daimler, zu dem auch Marken wie mytaxi, car2go und DriveNow gehören. Es bietet seine E-Scooter in Lissabon, Athen, Warschau und Paris an. 20 weitere europäische Metropolen sollen dieses Jahr folgen. Das Geschäft mit den E-Scootern gilt als lukrativ, mit dem Frühstart in autofreien Zonen sichert sich Hive einen Vorsprung vor seinen Wettbewerbern.