Forschungsprojekt

Neues Schnellladesystem für E-Bikes

Der Pedelec-Hersteller Coboc und das Karlsruher Institut für Technologie möchten gemeinsam ein Akkusystem für E-Bikes entwickeln, das in weniger als einer Stunde aufgeladen werden kann.

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Schnellladesystem

Das neue Schnellladesystem setzt auf besonders langlebige Lithium-Ionen-Zellen und einen vergleichsweise starken Ladestrom von bis zu zehn Ampere.

Das Aufladen eines E-Bike-Akkus dauert heute etwas zwei bis vier Stunden. Zu lange, findet der Radhersteller Coboc. Das Unternehmen hat sich deswegen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammengetan und möchte ein neues Schnellladesystem für Pedelec-Akkus entwickeln.

Coboc forscht an neuer Akkutechnologie

„Wir wollen ein Schnellladesystem für E-Bikes entwickeln, das kompakt und leistungsfähig ist, aber auch nutzer- und umweltfreundlich“, sagt Nicolaus Lemmertz, Wissenschaftler am KIT und Leiter des Projekts. Für die neuen Akkus setzen die Forscher auf Lithium-Ionen-Zellen. Diese sollen eine lange Lebensdauer besitzen und nur eine kurze Ladezeit benötigen, weil sie mit einem relativ starken Ladestrom gespeist werden können.

Kommt die smarte E-Bike-Batterie?

Die Forscher wollen Akkus nicht nur schneller, sondern auch smarter laden. Dafür soll das Batteriesystem mit einer Diagnosefunktion kommen: Daten über den Ladezustand und den Gesamtzustand des Akkus sollen sicher in eine Coboc-Cloud übertragen werden können. Der Hersteller verspricht sich davon die Möglichkeit, seine E-Bikes kontinuierlich optimieren zu können. Und dies soll letztendlich auch die Nachhaltigkeit von Pedelec-Batterien verbessern, sagt Coboc-Geschäftsführer David Horsch.

Kooperation von Forschungsinstitut und Fahrradhersteller

Die Arbeitsteilung beim Projekt Schnellladesystem gestaltet sich folgendermaßen: Das KIT übernimmt die Auswahl der infrage kommenden Batteriezellen, die Untersuchung der Lebensdauer und die Entwicklung der Diagnosesoftware. Coboc liefert eine Anforderungsanalyse, entwickelt das Betriebsmanagementsystem und kümmert sich ganz praktisch um die Integration der neuen Akkus in seine Fahrräder. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und läuft noch bis Ende September 2021.