Leih-Roller für die letzte Meile

Studie: Enormes Marktpotenzial für E-Scooter und Co.

Nicht nur E-Bikes werden immer beliebter: Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey und Co. boomt das Leihgeschäft mit Elektrorollern, Tretrollern mit Antrieb und ähnlichen Kleinfahrzeugen weltweit.

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Scooter

Der E-Scooter IO Hawk Sparrow.

Die Unternehmensberatung McKinsey und Co. schätzt den weltweiten Sharing-Markt für E-Tretroller, E-Scooter und E-Bikes auf 500 Milliarden US-Dollar ein. Mikromobilität wird, so die Autoren der Studie, in Städten immer beliebter werden. Bislang sind 5,7 Milliarden US-Dollar in Start-ups investiert worden, die sich auf Mikromobilität mit kleinen Elektrofahrzeugen spezialisiert haben. Dieser Markt wächst laut McKinsey sogar noch schneller als der für Carsharing-Dienste.

Galerie: 5 eRoller im Praxis-Test: Die Ergebnisse

E-Scooter als urbanes Verkehrsmittel der Zukunft?

Kersten Heineke, Co-Autorin der Studie, erklärt den Boom von Mikromobilität so: „Die Nutzer mögen diese günstige und intuitive Form der Mobilität – zumal E-Tretroller und Co. in Städten oft das schnellste Verkehrsmittel sind.“ Mitautor Florian Weig ergänzt: „Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Städten mit mehr als einer Million Einwohnern.“ Mikromobilität könne eine Lösung für überfüllte Städte mit verstopften Straßen und Nahverkehrsmitteln an der Kapazitätsgrenze sein. Die Autoren der Studie verweisen darauf, dass ein gesetzlicher Rahmen für Kleinfahrzeuge wie E-Scooter dringend notwendig sei. Denkbar wäre zum Beispiel eine Helmpflicht oder Vorgaben an die Hersteller in Sachen Verkehrssicherheit.

Mikromobilität als Lösung für die letzte Meile

E-Scooter, E-Tretroller und ähnliche Fahrzeuge gelten als Verkehrsmittel, die auf der sogenannten letzten Meile eingesetzt werden können: Von der Bahnstation zur Arbeit oder Wohnung in überfüllten Innenstädten. Anders gesagt, für eine Strecke, die zum Gehen zu lang und mit Bus oder Auto unattraktiv ist.
Frau auf E-Scooter

Der Heilsbringer für urbane Mobilität? Die Anbieter von E-Scootern versprechen viel, Kritiker befürchten eine zusätzliche Belastung der Radwege.

E-Roller bald in Deutschland zugelassen

Start-ups wie Tier und GoFlash wollen in Deutschland E-Roller zum Ausleihen anbieten, denn bald soll man die kleinen Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr offiziell nutzen dürfen. Die Befürworter von E-Rollern bewerben ihre Produkte als umweltschonende Alternative zum Pkw und als Mobilitätslösung für große Städte. Kritik an der Straßenverkehrszulassung der Elektroroller kommt vom ADFC: „Diese selbstfahrenden Tretroller bis 20 km/h werden aller Voraussicht nach Radwege benutzen dürfen. Der ADFC warnt vor chaotischen Zuständen auf der ohnehin schon überlasteten Fahrrad-Infrastruktur und fordert ein bundesweites Investitionsprogramm für sichere und breite Radwege.Außerdem ist zu befürchten, dass bei Leih-E-Rollern eine ähnliche Situation wie mit Leihfahrrädern entstehen könnten: Viele Großstädte kämpfen gegen liegengelassene oder beschädigte Billigräder von Pleite-Start-ups aus Asien in ihren Straßen.

Galerie: 5 eRoller im Praxis-Test: Die Ergebnisse