Neue E-Bike-Klasse: All-Terrain-Bikes (ATB)

All-Terrain-E-Trekkingbikes im Test (Modelle 2020/2021)

Es ist eine neue Fahrrad-Klasse: Sogenannte All-Terrain-Pedelecs sind sportliche E-Trekkingbikes mit Offroad-Potenzial, sozusagen der SUV unter den Elektrofahrrädern. Wir haben 11 dieser modernen Elektrohybride in der Praxis und auf dem Prüfstand untersucht und getestet.

Datum:

All Terrain Bikes schließen die Lücke zwischen Trekking und Mountainbike. Stadt, Land, Fluss – kein Problem für diese Pedelecs. Und ein paar Bikes dursten gar nach mehr.

BIKE BILD hat 11 aktuelle All-Terrain-E-Bikes unter die Lupe genommen und beim Prüfungsinstitut Dekra Daten zu u. a. Reichweite, Unterstützungsfaktor und Bremsleistung erhoben. Die Ergebnisse zeigen ein hohes Maß an Qualität im Testfeld. Preislich startet das heterogene Testfeld bei 2.799 Euro, maximal kommen für ein E-Trekkingbike mit Premium-Ausstattung mit Riemenantrieb 7.599 Euro zusammen. Das teuerste Modell, das Riese & Müller Supercharger2 GT, den Testsieg souverän einfahren. Für Radler mit einem kleineren Budget könnte das Victoria eAdventure 8.9 in Frage kommen. Das E-Trekkingbike für 3.499 Euro wurde im großen Vergleichstest zum Preis-Leistungs-Sieger gekürt.
Die ausführlichen Einzeltestberichte und eine Übersicht aller getesteten E-Trekkingbikes, auch neuerdings als All-Terrain-Bikes (kurz: ATB oder E-ATB) bezeichnet, finden Sie weiter unten.

All-Terrain-Bikes (ATB) – eine neue Fahrradklasse

Die Ironie an der Sache ist: Das SUV-Prinzip schlägt nun auch immer mehr aufs Fahrrad durch. Kurze Erinnerung, SUV ist im Automotivbereich die Abkürzung für Sport Utility Vehicle, darunter fallen jene hoch aufbauenden und breit designten Stadtgeländewagen, die von Kritikern als PS-starke Boliden für Besserverdiener verschmäht werden. Der SUV der Fahrradwelt ist das All-Terrain-E-Bike, wir nennen es ATB.
Diese um genau zu sein All-Terrain-Pedelecs sind, wenn man so will, alltagstaugliche E-Trekkingräder mit offenkundigen Anleihen aus der Mountainbikewelt. Tatsächlich kann man das bei der Betrachtung von außen nicht immer genau sagen. Werfen wir daher einen Blick auf unser Testfeld.

11 All-Terrain-Pedelecs im Test – Übersicht

Ranking

Modell

Preis

Punkte

Wertung

Kaufen

Platz 1 (Testsieger)

Riese & Müller Supercharger2 GT

7.599 €

32/35

sehr gut

Platz 2

Canyon Pathlite:ON 8.0

4.399 €

30/35

sehr gut

Platz 3

Flyer Goroc1 6.50

4.399 €

30/35

sehr gut

Platz 4

Scott Axis eRide 10

4.199 €

29/35

sehr gut

Lucky Bike

Platz 5

Bergamont E-Horizon FS Expert 600

4.499 €

28,5/35

sehr gut

Fahrrad XXL

Platz 5

Centurion E-Fire Tour R2600i

3.799 €

28,5/35

sehr gut

B.O.C.

Platz 5 (Preis-Leistungs-Sieger)

Victoria eAdventure 8.9

3.499 €

28,5/35

sehr gut

Platz 8

Merida eBig.Tour 500 EQ

3.699 €

28/35

gut

Fahrrad XXL

Platz 9

Stevens E-8X Tour

3.599 €

27,5/35

gut

Außer Wertung

Cube Cross Hybrid Pro 625

2.799 €

-

ohne Wertung*

Außer Wertung

Kalkhoff Endeavour 7.B. Advance

4.499 €

-

ohne Wertung*

Zwischen Mountain- und Trekkingbike: All-Terrain-Pedelecs

Der Schweizer Hersteller Flyer schickt ein Quasi-Hardtail mit MTB-verdächtigen 120 Millimeter Federweg ins Rennen. Der Hamburger Fahrradbauer Bergamont ein All-Terrain-Pedelec mit Vollfederung. Andere Hersteller, Stevens und Centurion, begnügen sich indes mit 63 Millimeter Federweg und lassen ihre Pedelecs auf profilarmen, aber flotten Reifen anrollen.
Riese & Müller, so betiteln wir den Supercharger im Testbrief, schickt den „Futuristen unter den SUV“ ins Rennen, ein Schwergewicht der Spitzenklasse (nicht nur preislich) mit beeindruckender Rohloff-Nabenschaltung, die – kein Scherz – im Stand automatisch in den fünften Gang schaltet – als Anfahrthilfe sozusagen.
Die Modelle von Scott, Merida und Victoria siedeln sich gewissermaßen dazwischen an. Mit großer Spannung haben wir das erste E-Trekkingrad von Canyon erwartet. Man tritt dem Versender sicher nicht zu nahe, wenn man sagt, dass Trekking nicht zur Kernkompetenz der Koblenzer zählt. Spoiler: Ab sofort muss es „zählte“ heißen.

Ratgeber und Service: Das müssen Sie über All-Terrain-Pedelecs wissen

All-Terrain-Pedelec im Test: Bergamont E-Horizon FS Expert 600

Bergamont E-Horizon FS Expert 600: E-MTB-Chopper

Fazit: Das Bergamont ist prädestiniert für entspannte Touren durch die Natur und bergiges Gelände.
Wertung: 28,5 von 35 Punkten, Note: sehr gut
Preis: 4.499 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Canyon Pathlite:ON 8.0

Canyon Pathlite:ON 8.0: Überzeugender Debütant

Fazit: Fans der Marke werden Leistung und Formsprache überzeugen, manch innovative Lösung bleibt letztlich Geschmackssache.
Wertung: 30 von 35 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 4.399 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Centurion E-Fire Tour R2600i

Centurion E-Fire Sport R2600i: Stilvoller Wiederholungstäter

Fazit: Gelungen komponiert, hochwertig verarbeitet, souverän in allen Fahrlagen. Bequemer Begleiter für Stadt-Land-Fluss-Touren.
Wertung: 28,5 von 35 Punkten, Note: sehr gut
Preis: 3.799 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Cube Cross Hybrid Pro 625

Cube Cross Hybrid Pro 625: Nutzfahrzeug für Draufgänger

Fazit: Für Pendler mit Offroad-Ambitionen, die auf Komfort und Sicherheit gleichermaßen Wert legen.
Wertung: -
Note: ohne Wertung*
Preis: 2.799 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Flyer Goroc1 6.50

Flyer Goroc1 6.50: Potenter Überallfahrer

Fazit: Extrem potentes All-Terrain-Pedelec, das im früheren Leben auch ein Hardtail hätte sein können.
Wertung: 30 von 35 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 4.399 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Kalkhoff Endeavour 7.B Advance

Kalkhoff Endeavour 7.B. Advance: Rundum-Sorglos-Paket

Fazit: Das hochwertig ausgestattete Kalkhoff eignet sich hervorragend für die Stadt, kommt aber auch abseits der Radwege gut zurecht.
Wertung: -
Note: ohne Wertung*
Preis: 4.499 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Merida eBig.Tour 500 EQ

Merida eBig.Tour 500 EQ: Mountainbike mit Trekkingherz

Fazit: Ideal für Fahrer, die sich wegen der mangelnden Alltagstauglichkeit gegen ein E-Mountainbike und für ein E-ATB entscheiden.
Wertung: 28 von 35 Punkten, Note: gut
Preis: 3.699 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Riese & Müller Supercharger2 GT

Riese & Müller Supercharger2 GT: Der Futurist unter den ATB

Fazit: Wir sind aufs Neue begeistert, was uns Riese & Müller für ein brachiales Komfort-Geschoss hingestellt hat.
Wertung: 32 von 35 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 7.599 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Scott Axis eRide 10

Scott Axis eRide 10: Attraktiver Alltagskünstler

Fazit: Attraktiver Begleiter im Alltag und für Touren. Eher nichts für MTB-Schwärmer. Deutlich mehr E-Trekkingbike als All-Terrain-Pedelec.
Wertung: 29 von 35 Punkten, Note: sehr gut
Preis: 4.199 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Stevens E-8X Tour

Stevens E-8X Tour: Aktivling im Alltagsdress

Fazit: Ausgewogenes E-Trekkingbike mit Überraschungseffekt. Ideal für Stadt-, Land-, Flusstouren.
Wertung: 27,5 von 35 Punkten
Note: gut
Preis: 3.599 Euro

All-Terrain-Pedelec im Test: Victoria eAdventure 8.9

Victoria eAdventure 8.9: Ambivalenter Voyageur

Fazit: Als gemächliches Ausflugsrad mit der Rundumsorglos-Bereifung von Schwalbe wird es seine Fans finden.
Wertung: 28,5 von 35 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 3.499 Euro

*Wichtiger Hinweis

Dieser E-Bike-Test wurde während der Coronakrise produziert. Das Virus hatte zwar keine Auswirkungen auf das Prüfverfahren, Testfahrten und Produktion. Allerdings haben es nicht alle Räder rechtzeitig ins Dekra-Testlabor geschafft, sodass wir zwei Räder, namentlich das Cube Cross Hybrid und Kalkhoff Endeavour 7.B. Advance, nachreichen müssen. Unsere Fahreindrücke und die technischen Daten der Bikes finden Sie unter dem jeweiligen Link in der Übersicht.

So haben wir die All-Terrain-Pedelecs getestet

Neuer Testpartner: DEKRA
BIKE BILD arbeitet fortan mit dem renommierten Test- und Prüfinstitut DEKRA zusammen. DEKRA ist eine 1925 gegründete Prüfgesellschaft mit mehr als 45000 Mitarbeitern und genießt weltweit sehr hohes Ansehen. Mit Wurzeln im Automotivbereich verstärkt der Prüfkonzern sein Engagement aktuell im Bereich von motorisierten Zweirädern und Fahrzeugen. Hierzu zählt neben der Prüfung nach der einschlägigen Maschinenrichtlinie auch die Prüfung nach nationalen und europäischen Normen.
Wir freuen uns, die DEKRA als Testpartner für unsere umfangreichen E-Bike-Tests gewonnen zu haben. So können Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, einmal mehr und insbesondere auf verlässliche Qualitätsprüfungen freuen.
Die Testkriterien
Die Testkriterien haben wir durch den Wechsel zur DEKRA nicht verändert. Weiterhin baut unser großer E-Bike-Test zweistufig auf. Im Labor lassen wir von den Experten Reichweite, Unterstützungsfaktor (U-Faktor) und die Standfestigkeit (Stresstest) des Motors ermitteln. Im Rahmen des Reichweitentests kombinieren wir Fahrten in der Ebene mit solchen bergauf, um ein realistisches Gesamtbild zu zeichnen. Der U-Faktor gibt dabei an, mit welchem Faktor der Motor die Leistung des Fahrers an einer Steigung von sechs Prozent multipliziert.

Hier sehen Sie ein Testrad auf dem Reichweitenprüfstand. Der Test ist gewichtsneutral, das heißt, es wird immer bis 100 Kilogramm Systemgewicht aufgelastet.

Zusätzlich bestimmen wir die Bremsleistung bei Trockenheit (zwei Drittel) und Nässe (ein Drittel). Alle von uns getesteten Räder erreichten die volle Punktzahl. Bei blockierenden Bremsen auf dem Bremsprüfstand – die Norm wurde längst überschritten – wurde die Höchstbepunktung vergeben.
Anschließend folgt Teil zwei der Prüfung, der Praxistest. Wir fahren die Räder auf unterschiedlichen Untergründen Probe. Hieraus ergibt sich die Bewertung für Fahrspaß. Bei den All Terrain Bikes lag der Fokus auf Beherrschbarkeit und Komfort auf Asphalt, Feldwegen und im Gelände. Häufig heiß diskutiert ist die Bewertung des Designs. Redakteure und Außenstehende vergeben Noten für Integration, technische Raffinesse und Gesamteindruck. In Ausstattung bewerten wir die verbauten Komponenten und Anbauteile sowie die allgemeine Ausstattung (Licht, Gepäckträger o. Ä.).
Die Noten ergeben sich wie folgt:
  • 35–28,5 = sehr gut 28–21,5 = gut 21–14,5 = befriedigend 14–8,5= ausreichend 8–0 = mangelhaft
  • Preis-Leistungs-Sieger wird, wer wenigstens „gut“ abschneidet und den niedrigsten Preis pro Stern erzielt.

All-Terrain-Pedelecs im Test – Fazit von BIKE BILD

BIKE-Bild-Redakteur Daniel Eilers sagt: "All-Terrain-Pedelecs sind alltagstaugliche Hybride, teilweise hochgezüchtet, um vor keinem Untergrund oder Terrain zu kapitulieren. Die elektrische Zweirad-Allzweckwaffe für Menschen, die der Freiheit frönen wollen, alles tun zu können – aber es nicht zu müssen. Ein Segen, dass man als Radler die Wildcard in der Tasche hat, ganze Wälder, Parkwege und ferne Flussufer zu erkunden. Ein ATB bringt Sie sicher wieder zurück – und vielleicht am nächsten Tag zur Arbeit."

Die wichtigsten Fragen zum Thema All-Terrain-Pedelecs

Kraftprotze unter sich: Wie unterscheiden sich die Motoren der getesteten Modelle?

Die meisten Testbikes vertrauen auf den Bosch-Perfomance-Line-CX-Antrieb.

Neben dem Canyon rollten sechs weitere Räder mit Boschs Highendmotor Performance CX an. Moment mal, Performance CX, ist das nicht das Herz vieler E-MTB? 75 Newtonmeter Drehmoment, leicht und kompakt, mit bis zu 340 Prozent Unterstützung. Richtig, Leistung und Kraft satt, in der vierten Generation sensibel und perfekt abgestimmt, kein reines Leistungsmonster mehr. Auf diese Motorcharakteristik setzt das Gros der Hersteller, ein Drittel füttert den Antrieb mit zwei Bosch-Akkus, die 1.000 Wattstunden Kapazität und mehr bieten.
Dass Shimano in der Fahrradwelt in der Minderheit ist, kommt nicht oft vor. Hier schon. Nur zwei Bikes kommen mit Mittelmotoren vom Komponentenriesen daher. Merida gar mit der abgespeckten Variante, dem Steps E7000, der sich laut Hersteller an „freizeitorientierte Mountainbiker“ richtet.
Ohne Zweifel empfinden wir die Leistung in der Praxis als ausreichend, denn machen wir uns nichts vor: Wer durchs bergige (Downhill-)Gehölz jagen will, kauft sich ohnehin ein E-MTB und kein All Terrain Bike. Der große Bruder des Steps E7000, Shimanos Spitzenmodell E8000, der im All-Terrain-Pedelec von Victoria verbaut ist, liefert den höchsten Unterstützungsfaktor im Testumfeld.

Wichtige Merkmale von All-Terrain-E-Bikes

Viel Federweg

Federgabeln kommen aus dem Mountainbikebereich. Komfort ist der eine Vorteil, je länger der Federweg, desto mehr Unebenheiten kann die Gabeln absorbieren. In Kombination mit breiten Reifen rollt es sich deutlich entspannter. Der andere ist Sicherheit: Geht es mal ruppig zu, bleibt der Reifen am Boden kleben. Federgabeln gehören somit zur Pflichtausstattung am All-Terrain-E-Bike.

Breite Reifen

Ein wichtiges Merkmal am Rad, häufig unterschätzt (siehe auch Gravelbikes), ist die Reifenwahl. Breite, teilweise mit Stollen versehende Pneus machen aus einem E-Trekkingrad erst ein echtes All-Terrain-E-Bike. Unter 50 Millimetern geht hier nichts; Bikes mit Mountainbike-Genen rollen auf 27,5-Zöllern an. Im Gelände ist Profil Trumpf, kann auf Asphalt wegen der Lautstärke aber nerven.

Starke Antriebe

An unseren Testbikes fanden wir die Crème de la Crème der Mittelmotoren. Sieben von neun Rädern rückten mit dem Bosch Performance Line CX an. Nicht nur E-Mountainbiker freuen sich über die 75 Newtonmeter. Shimanos E-MTB-Antwort auf Bosch ist der Steps E8000 (70 Newtonmeter) und der abgespeckte E7000 für freizeitorientierte Mountainbiker. Leistung hatten alle genug.

Wie alltagstauglich sind die All-Terrain-Pedelecs?

Für ein All-Terrain-E-Bike ist eine Gabel mit viel Federweg nötig.

An fast allen Bikes mit Ausnahme des Supercharger von Riese & Müller sind Kettenschaltungen mit elf oder zwölf Gängen verbaut. Damit dürfte man selbst dann auf der sicheren Seite sein, wenn der Akku leer gefahren ist oder Anstiege mit zweistelligen Prozentangaben winken.
Häufiger als das kleine Ritzel dürften Schutzblech, Lichtanlage und Gepäckträger zum Einsatz kommen. Radler, die ein ATB zum Pendeln oder als Alltagsrad nutzen, haben die freie Wahl – jedes unserer Testräder rollt pendlergerecht vom Band.

Breite Reifen machen den Unterschied

Die Reifenbreite bei den getesteten All-Terrain-Pedelecs bewegt sich zwischen 50 und 60 Millimeter.

Wann wird aus einem Trekkingrad ein ATB? Den größten Unterschied beim Fahren macht der Reifen. Die Bikes von Centurion und Stevens fuhren auf ihren profilarmen Tourenreifen mit „nur“ 50 Millimeter Breite merklich sportlicher und direkter. Und, das nur am Rande: Stollenreifen produzieren auf Asphalt einen lauten Sound.
Ganz anders ist die Sachlage, wenn man die Straße verlässt. Profil, Breite, Stollen sind jetzt Trumpf. Je offroadiger der Untergrund wird, desto wichtiger wird das Reifenprofil für Grip im Gelände. 27,5-Zöller sind jetzt das i-Tüpfelchen und bieten Mountainbike-Qualitäten am Trekkingrad.

Gehört All-Terrain-Pedelecs die Zukunft?

Kommen wir zum SUV-ATB-Vergleich vom Anfang zurück. Der hinkt nämlich an einer Stelle recht beharrlich: Alle getesteten All-Terrain-Pedelecs wirken wuchtiger, als sie im Vergleich zu herkömmlichen Pendlerrädern oder Trekkingbikes tatsächlich sind. Das, was aus einem E-Trekkingrad ein All-Terrain-Pedelec zaubert, ist zum Großteil auf die Bereifung zurückzuführen und zeigt sich in natura am besten im Wie-auf-Wolken-Fahrgefühl. Der kräftige Mittelmotor, der ohnehin ab etwa 25 km/h abriegelt, ist weitestgehend Beiwerk.
Dennoch glauben wir, dass den All-Terrain-E-Trekkingbikes die Zukunft gehören. Auch wenn die Unterschiede zu herkömmlichen E-Trekkingbikes, wie wir sie kennen, eher marginaler Natur sind, so sind die Auswirkungen von breiten Reifen, solidem Federweg und anzugsstarken Motoren insbesondere aufs Fahrverhalten nicht zu vernachlässigen. Radler erkaufen sich mit modernen E-ATBs nicht nur mehr Freiheiten auf ihren Touren; so können auch mal abseits asphaltierter Wege ein paar Kilometer abgespult werden.
Nein, der allergrößte Unterschied macht sich erst im Vergleich so richtig bemerkbar: E-ATBs sind unterm Strich um einiges komfortabler als herkömmliche E-Trekkingbikes – und passen daher sehr gut in den Zeitgeist. Der Trend geht nämlich ohnehin in Richtung Komfort-Fahrrad. E-ATBs bieten den aktuell großmöglichsten Kompromiss auf dem Fahrradmarkt, sind alltagstauglich und für den gelegentlichen Offroad-Einsatz geeignet. Mehr geht nicht – probieren Sie es aus!
Daniel Eilers

von Daniel Eilers

Daniel Eilers ist Redakteur bei BIKE BILD. Räder sind für ihn zweierlei: das perfekte Sportgerät und klügste Fortbewegungsmittel unserer Zeit.