Minimalistisches Stadtpedelec

Coboc Seven Montreal im Test

Der Motor des Coboc Seven Montreal unterstützt nach dem Leistungsprinzip: Wer viel Kraft auf die Pedale bringt, kriegt viel Unterstützung zurück. Charakteristisch am Coboc ist das schlanke, elegante Design in Kombination mit dem niedrigen Gewicht.

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Leicht zu tragen, schnell zu fahren: Das Coboc überzeugt als wendiges Stadtvehikel.

Fazit: Das müssen Sie wissen

Im Test offenbart das Coboc keinerlei Schwächen: Neben der guten Ausstattung und des schicken Designs hat uns vor allem der Bafang-Hinterrad-Nabenmotor gefallen.

Pro

  • Hochwertige Ausstattung
  • Motorleistung/-unterstützung
  • Design

Kontra

  • Preis (4.599 Euro)
Minimalismus ist ein Wort, das für Vereinfachung steht. Ursprünglich war die Leitidee eine Gegenbewegung zur abstrakten Kunst, heute ist der Trendbegriff behilflich beim Einrichten der Wohnung oder dem Ausmisten des Kleiderschranks. Auch Fahrräder werden mit minimalistisch etikettiert, Fixies etwa, die mit nur einem Gang angetrieben werden. Bei E-Bikes hingegen ist das Erscheinungsbild meist geprägt von großen Displays, klobigen Akkus, wuchtigen Rahmen.

Puristisches Design, starker Motor, smart

Das Coboc Seven Montreal macht Schluss damit und bringt bravourös beide Welten zusammen: den technischen Fortschritt von E-Bikes und das schlanke Design eines Fixies.

Kaum zu erkennen: Der Akku versteckt sich im Unterrohr.

Dass das leichte Stadtpedelec mit Motor angetrieben wird, sieht man – wenn überhaupt – erst auf den dritten Blick. Keine Displayeinheit klebt am Lenker, stattdessen weisen fünf Mini-LEDs auf dem Oberrohr dezent den Akkustand aus. Das Beste: Den Akku haben die Heidelberger ins Unterrohr verbannt, damit er aus dem Sichtfeld verschwindet. Puristen werden das Coboc lieben.

Technische Daten

Preis

4.599 Euro

Rahmen

Aluminium

Gabel

Carbon

Schaltung

SRAM GX DH, 7-fach

Bremsen

TRP Slate X2, 160 Millimeter

Motor

50 Watt / 500 Watt peak

Akku

Li-Ion, 36 Volt, 352 Wattstunden

Bereifung

Schwalbe Kojak, 35 Millimeter

Gewicht

16,5 Kilogramm

Website

www.coboc.biz

Ein Hingucker: Das Bike zieht definitiv Blicke auf sich.

Coboc Seven Montreal auch für Pendler geeignet

Wer jedoch denkt, dass die Entwickler einfach nur ein schönes Rad konstruiert haben, irrt gewaltig. Form und Funktion – hier folgt nicht eines dem anderen, beides geht Hand in Hand. Die Ingenieure haben an alles gedacht: starke Leuchte vorn, klug integrierte Leuchte hinten, Schutzbleche, Gepäckträger, Scheibenbremsen, Siebengangschaltung. Perfekt. Der Rundum-Sorglos-Cityflitzer „Made in Germany“ hat mit 4.599 Euro allerdings einen stolzen Preis. Glücklich derjenige, der es über ein Dienstrad-Leasing finanzieren kann.
Begeistert hat uns die Motorencharakteristik. Der Nabenmotor unterstützt sehr harmonisch, aber nach dem Leistungsprinzip. Während Produkte anderer Hersteller schon beim kleinsten Kraftimpuls nach vorne schnellen, kriegt hier derjenige viel Unterstützung, der auch viel Kraft auf die Pedale bringt. So fühlt sich E-Bike-Fahren super an. Per App kann die Leistungsabgabe sogar individualisiert werden.

Der Gepäckträger schmiegt sich formschön um den Hinterreifen.

Fazit: Das Coboc ist mehr als eine Gegenbewegung. Es ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Pedelec-Dreiklang aus schick, schlicht und funktional gelingt. Kompliment nach Heidelberg!
Daniel Eilers

von Daniel Eilers

Daniel Eilers ist Redakteur bei BIKE BILD. Räder sind für ihn zweierlei: das perfekte Sportgerät und klügste Fortbewegungsmittel unserer Zeit.