Die goldene Mittelklasse

E-Trekkingbikes bis 3.000 Euro im großen Test

Die komplette Alltags- und Tourenausstattung inklusive Qualitätskomponenten: E-Trekkingbikes bis 3.000 Euro bieten ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir haben neun Modelle sowohl auf einer Teststrecke als auch im Labor unter die Lupe genommen.

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E-Trekkingbikes eignen sich für entspannte Ausflüge ebenso wie für den täglichen Weg zur Arbeit.

Es muss nicht immer Premium sein. Leistung, Zuverlässigkeit und Qualität können E-Bike-Käufer schon in der Preisklasse von 2.000 bis 3.000 Euro erwarten. Für viele Menschen sind Mittelklasse-Pedelecs die beste Wahl, wenn es um bezahlbare E-Mobilität im Alltag und Spaß bei der Wochenendtour geht. Wir haben neun E-Trekkingbikes bis zu einem Preis von 3.000 Euro getestet.
Alle Modelle sind von ihren Herstellern ähnlich ausgestattet worden: Diamantrahmen mit 28-Zoll-Rädern und Federgabeln, Gepäckträger, Kettenschaltungen sowie Lichtanlagen. Ausreißer sind das Pedelec von Winora, das auf 27,5-Zoll-Rädern fährt, das Rose-Bike mit einer Nabenschaltung und das Modell von Cannondale, das Mountainbike-Gene in sich trägt.

Alltagstaugliche Ausstattung

Viele E-Trekkingbikes verfügen zudem über ein Rahmenschloss, mit dem man das Rad sperren, aber nicht vorm Wegtragen schützen kann. Alle E-Bikes im Test sind voll alltags- und tourentauglich, die Gepäckträger nehmen Business- und Reisetasche gleichermaßen auf. Bei sportlichen Rädern verpönt, im Alltag einfach praktisch ist ein Ständer, einen solchen haben wir auch bei allen getesteten E-Trekkingbikes vorgefunden.
Herauszuheben ist auch, dass alle Räder über Reifen mit Reflexstreifen an der Seitenwand verfügen (Ausnahme: das Cannondale Tesoro mit Geländereifen). Die Reflektoren ersetzen die altmodischen Katzenaugen bei Dunkelheit und erhöhen so die Sichtbarkeit. Für uns ein sehr gutes Feature!
Beim Thema Bereifung setzen alle Hersteller auf Pneus mit mindestens 47 Millimeter Breite und mehr. Die Vorteile sind mehr Grip auf der Straße und bessere Dämpfung sowie ein etwas geringeres Pannenrisiko.

Radeln und die Sonne genießen: E-Trekkingbikes laden zu Entspannungstouren ein.

Unterschiedliche Strategien bei der Motoren-Auswahl

Herzstücke der E-Trekkingbikes sind die Motor-Akku-Systeme. Fast alle Hersteller schicken ein E-Bike mit 500-Wattstunden-Akku ins Rennen.
Ausgerechnet der Testsieger von Rose zeigt, dass es nicht nur auf die Akkukapazität ankommt. Obwohl die Rose-Batterie nur 400 Wattstunden Kapazität hat, ist der Reichweitenwert im Vergleich durchschnittlich. Der Test zeigt, dass die Hersteller unterschiedliche Strategien bei der Auswahl der Motoren verwenden.
Manche setzen ganz auf einen kräftigen Motor als Verkaufsargument, zum Beispiel Victoria und Winora mit dem Performance CX von Bosch. Auch das Bike von Giant überzeugt bei der Maximalleistung, erkauft dies jedoch mit einem hohen Verbrauch. Umgekehrt ist es jedoch nicht so – das zeigt unser Test –, dass vermeintlich weniger hochwertige Motoren sparsamer sind und mehr Reichweite ermöglichen.
Für einfache Rückschlüsse spielen zu viele Faktoren in das Gesamtsystem aus Motorleistung, Akkukapazität, Ketten- und Rollwiderstand hinein.

Diese E-Trekkingbikes haben wir getestet

Modell

Preis

Bergamont E-Horizon Gent 7

2.999 Euro

Cannondale Tesoro Neo X3 Remixte

2.999 Euro

Giant Explore E+ 1 GTS

2.728 Euro

Green’s Lancaster

2.699 Euro

Kalkhoff Entice 3.B Move

2.699 Euro

Rose Xtra Watt Evo Alfine 8

2.899 Euro

Stevens E-Bormio Gent

2.999 Euro

Victoria ETrekking 10.8

2.999 Euro

Winora Sinus iX10

2.999 Euro

So hat BIKE BILD die E-Trekkingräder getestet

Das Redaktionsteam wirft beim Praxistest einen genauen Blick auf die Trekkingbikes.

Für unseren Labortest haben wir uns Unterstützung von den Experten von Dekra Testing and Certification in Stuttgart geholt. Auf dem Prüfstand wird errechnet, wie viel Strecke die Akkus schaffen. Daraus ergibt sich der Wert in der Kategorie Reichweite. Diese hängt auch von der Effizienz des Antriebs und dem Energieverbrauch der Motoren ab.
Der Unterstützungsfaktor gibt an, in welchem Maß der Motor die eingesetzte Kraft des Fahrers ergänzt. Wie viel Power bei einer Maschine unter der Haube steckt, gibt die maximale Leistungsabgabe an.
Weiterhin setzten wir die Trekking-Pedelecs einem Uphill-Stresstest aus: Hierbei wurde gemessen, inwieweit die Antriebsleistung an einer simulierten Steigung abnimmt. Stehen Motoren an einem Berg unter Volllast, erhitzen sie sich und verringern automatisch ihre Leistung. Je besser der Antrieb gekühlt ist, desto schneller bewältigt das E-Bike den Berg.
Damit man auch sicher wieder den Berg herunterfährt, müssen die Bremsen gut zupacken. Hier gibt es zwar Performance-Unterschiede, grundsätzlich können wir jedoch allen Modellen bescheinigen, dass die Bremsen sicher sind. Ein geringes Gewicht macht das E-Bike nicht nur schneller am Berg, sondern erleichtert auch das Tragen im Alltag.
Zu guter Letzt geht es auch um den subjektiven Eindruck: In die Designwertung gehen nicht nur Form und Farbe, sondern auch clevere Details ein. Der Fahrspaß gibt an, wie gut uns die E-Trekkingbikes auf der Teststrecke gefielen.