Ausgewogener Meilensammler

Kalkhoff Entice 3.B Move im Test

Trotz eines schwächelnden Akkus macht die Ausgewogenheit der Komponenten – ob Motor, Bereifung oder Federweg – das Kalkhoff Entice 3.B Move zu einem empfehlenswerten und preiswerten E-Trekkingbike.

Datum:

Kein Kilometerfresser, stattdessen aber sehr preiswert – das Kalkhoff Entice 3.B Move.

Das Kalkhoff ist ein Trekkingbike für Menschen, die nicht wissen, was sie wollen. Oder anders ausgedrückt: Mit dem Entice macht man nichts falsch und damit wieder alles richtig. Diese Kausalkette beginnt bereits bei der Motoreinheit. Mit dem Bosch Performance Line bekommt man einen zugstarken, in Endzügen sportlichen Antrieb an die Hand, der für Qualität und Ausgewogenheit steht.
Interessanterweise erwies sich dieser trotz des soliden 500-Wattstunden-Akkus, der schön im Unterrohr verbaut wurde, als gieriger Energiefresser, was Reichweite und Punkte im Test gekostet hat.

Technische Daten

Rahmen

Aluminium

Federgabel

Suntour NEX E-25, 75 Millimeter

Motor

Bosch Performance Line

Akku

Bosch PowerTube, 500 Wattstunden

Schaltung

Shimano Altus, 8-fach-Kettenschaltung

Reifen

Schwalbe Smart Sam, 47 Millimeter

Lichtanlage

Axa Blueline

Bremsen

Shimano BR-MT200, hydraulische Scheibenbremsen

Gewicht

24,1 Kilogramm

Max. Gesamtgewicht

130 Kilogramm

Preis

2.699 Euro

Website

www.kalkhoff-bikes.com

Akkuklappe – schön verpackt, schwer zu lösen.

Nichts für Offroad-Touren

Der Federweg mit 75 Millimetern passt perfekt zu einem komfortablen Tourenbegleiter wie diesem, mit dem man auch mal einen Abstecher auf die Schotterpiste unternehmen kann, ohne jedes Mal kräftig durchgeschüttelt zu werden. Oder übers Kopfsteinpflaster einer schönen Altstadt zu brausen, um im nächsten Café einen Zwischenstopp einzulegen.
Als offroadorientiertes Trekkingbike sehen wir das Entice indes nicht, wie teilweise versucht wird zu suggieren. Abstecher: ja; längere Touren abseits befestigter Wege: nein. Das geben die ausreichend breiten, aber eben nicht überdimensionierten Reifen nicht her. Bei der Akku-Abdeckung sollte Kalkhoff nacharbeiten – die ist nichts für Menschen ohne Fingerspitzengefühl.

Wertung: Kalkhoff Entice 3.B Move

Reichweite

★★☆☆☆

Unterstützungsfaktor

★★½☆☆

Maximale Leistung

★★★☆☆

Uphill-Test

★★★★☆

Bremsen

★★★★★

Gewicht

★★★★☆

Design

★★★½☆

Fahrspaß

★★★★☆

Summe (Sterne)

28

Note

gut

(40–32,5 = sehr gut, 32–24,5 = gut, 24–16,5 = befriedigend, 16–8,5 = ausreichend, 8–0 = mangelhaft)

So testet BIKE BILD E-Trekkingbikes

Für unseren Labortest haben wir uns Unterstützung von den Experten von Dekra Testing and Certification in Stuttgart geholt. Auf dem Prüfstand wird errechnet, wie viel Strecke die Akkus schaffen. Daraus ergibt sich der Wert in der Kategorie Reichweite. Diese hängt auch von der Effizienz des Antriebs und dem Energieverbrauch der Motoren ab.
Der Unterstützungsfaktor gibt an, in welchem Maß der Motor die eingesetzte Kraft des Fahrers ergänzt. Wie viel Power bei einer Maschine unter der Haube steckt, gibt die maximale Leistungsabgabe an.
Weiterhin setzten wir die Trekking-Pedelecs einem Uphill-Stresstest aus: Hierbei wurde gemessen, inwieweit die Antriebsleistung an einer simulierten Steigung abnimmt. Stehen Motoren an einem Berg unter Volllast, erhitzen sie sich und verringern automatisch ihre Leistung. Je besser der Antrieb gekühlt ist, desto schneller bewältigt das E-Bike den Berg.
Damit man auch sicher wieder den Berg herunterfährt, müssen die Bremsen gut zupacken. Hier gibt es zwar Performance-Unterschiede, grundsätzlich können wir jedoch allen Modellen bescheinigen, dass die Bremsen sicher sind. Ein geringes Gewicht macht das E-Bike nicht nur schneller am Berg, sondern erleichtert auch das Tragen im Alltag.
Zu guter Letzt geht es auch um den subjektiven Eindruck: In die Designwertung gehen nicht nur Form und Farbe, sondern auch clevere Details ein. Der Fahrspaß gibt an, wie gut uns die E-Trekkingbikes auf der Teststrecke gefielen.