Premium-E-Mountainbike

Specialized S-Works Turbo Levo SL im Test

BIKE-BILD-Autor Matthias Faber hat das Top-E-MTB von Specialized, das S-Works Turbo Levo SL in den Harburger Bergen getestet. Der E-Mountainbike-Experte erklärt im Video, was der Motor kann und für welchen Fahrertyp das High-end-Bike interessant ist.

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Titel S-Works Levo

Das Specialized Levo SL fährt sich wie ein Bike ohne Strom – leicht, wendig, agil. Selbst vor großen Drops muss man so keine Angst haben

Der E-Motor surrt leise, der Schweiß tropft auf das Oberrohr, die Beine brennen. Endlich am Gipfel angekommen, geht es sofort wieder in den Trail und deutlich bergab. Steinstufen folgen engen und weiten Kurven, und immer laden Wurzeln und Steinabsätze zum Abziehen ein. Am Ende der Testrunde sollte der Akku eigentlich schlappmachen, aber die Batterieladeanzeige zeigt noch halb voll an. Top.
Specialized hat den neusten Spross seiner E-MTB-Levo-Familie vorgestellt. Die Eckdaten der High-End-Variante des Specialized S-Works Levo SL sind: 29-Zoll-Laufräder mit 150 Millimeter Federweg, unglaublich leichte 17,5 Kilogramm, 240 W/48 V Motorleistung, 320 Wattstunden Akkuleistung (über einen Range Extender mit 160 Wattstunden auf 480 Wattstunden zu erweitern). Preis des Bikes: 12 999 Euro. Wer sich hier verschluckt – Specialized bietet beim Levo SL fünf Ausstattungsvarianten an. Preislich spannt sich der Bogen von 6000 bis 15 000 Euro.
Man muss schon genau hinsehen, um das Levo SL vom analogen Bruder Stumpjumper zu unterscheiden. Erst beim Gewicht lässt sich der Unterschied dann deutlich fühlen. Die Raw-Carbon-Optik mit glänzendem Antrieb und goldenen Gabelrohren gibt dem S-Works Levo SL ein sehr edles Antlitz.
Im Uphill muss man als Pilot wegen des nur 35 Newtonmeter starken Motors extra viel Muskelkraft zusteuern. Einige sehr steile Anstiege bleiben für mich somit leider unbewältigt.
Sobald es in den Trail, am liebsten bergab, geht, feuert das Levo SL, wie sein analoger Bruder, ein Fahrfeuerwerk ab. Ein harmonisches, ausgewogenes Fahrwerk glänzt in Kombination mit den 29-Zoll-Laufrädern inklusive Laufruhe, gepaart mit viel Pop. In schnell aufeinander folgenden engen Kurven fühlt man sich fast, als würde man auf einem Stumpjumper sitzen.
Specialized hat in fast vierjähriger Arbeit dafür gesorgt, dass ein kleiner, leichter und effizienter Motor entsteht. Er unterstützt über das gesamte Leistungsband sehr harmonisch, dabei spielt es keine Rolle, ob man mit 60 oder 120 Pedalumdrehungen unterwegs ist. Mit seiner 48-Volt-Technik ist er so stromsparend, dass der fest eingebaute 320-Wh-Akku sehr lange Energie liefert. Falls er doch mal leer ist, kann man über den als Trinkwasserflasche getarnten Range Extender zusätzliche 160 Watt ans SL holen. Sind selbst die leer, kein Problem, im ausgeschaltetem Zustand hemmt der Motor nicht wirklich spürbar.
Fazit: Mit dem Levo SL beweist Specialized, dass sie das Segment E-MTB extrem denken und weiterentwickeln. Die magische E-MTB-Gewichtsgrenze von 20 Kilogramm ist jetzt gefallen und bringt andere Hersteller in Zugzwang. Das Levo SL ist eine Revolution auf dem E-MTB-Markt. Aber, liebe Specialized-Leute: Das müsste doch auch günstiger gehen!

Technische Daten S-Works Turbo Levo SL

  • Preis: 12.999 Euro
  • Motor: Specialized SL 1.1 240 Watt/35 Nm
  • Antrieb: SRAM XX1 Eagle 1x 12
  • Akku: Specialized SL1, 320 Wattstunden
  • Federgabel: Fox 34 Factory Fit4 150 Millimeter
  • Dämpfer: Fox Float DPS Factory 150 Millimeter
  • Gewicht: ca. 17,5 Kilogramm
  • Besonderheiten: SWAT-Multitool im Steuerrohr, goldener SRAM-XX1-Eagle-Antrieb.