Klein, leicht, praktisch

Falträder im großen Vergleichstest

Sie sind klein, leicht zu verstauen und die einzigen Bikes, deren Mitnahme in der Bahn kostenlos ist – Falträder. Doch wie einfach ist das Falten wirklich? Und wie fahren sie sich? Wir haben acht Räder für Sie getestet.

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Fast nur farblich zu unterscheiden – keines der Falträder hat im Test schlecht abgeschnitten. Aber welches Bike hat das Rennen gemacht?

Fahrrad fahren macht Spaß. Manchmal ist die Strecke jedoch zu weit oder das Radverkehrsnetz zu schlecht, um das Ziel zu erreichen. Die meisten Menschen nutzen dann das Auto und quälen sich im Stop-and-go-Berufsverkehr durch die Stadt. Anschließend muss oftmals mühsam ein Parkplatz gesucht werden. Gibt es dazu keine Alternative?
Hier kommen die öffentlichen Verkehrsmittel ins Spiel. Doch auch diese sind nicht immer optimal – schließlich wohnt und arbeitet man selten direkt an einer gut angebundenen Bahnstation. Mit einem klassischen Fahrrad könnten die Strecken vor und nach der Zug- oder Busfahrt schnell und einfach zurückgelegt werden. Doch die kosten in den Öffis extra oder dürfen gar nicht erst mitgenommen werden. Eine Ausnahme sind Falträder! Für sie gilt eine Sonderregelung – im zusammengefalteten Zustand werden sie als normales Gepäckstück gewertet – die Mitnahme ist dann kostenlos. Ein Fahrrad im Handtaschenformat – das wäre was!

Galerie: 8 Falträder im Test

Etwas unhandlich zu tragen, aber überall leicht zu verstauen

Ganz so klein sind moderne Falträder leider noch nicht. Wenn sie in der Ecke stehen, wirken sie winzig. Versucht man aber, sie zu tragen, ist die Wahrnehmung ganz anders. Plötzlich werden sie zu einem großen, schweren, unhandlichen Klotz. An das Gewicht eines Rennrads kommen Falträder trotz ihrer geringen Größe nicht heran. Schließlich müssen sie stabil gebaut sein, und auch die Faltsysteme sorgen für mehr Gewicht.
Wenn es ans Transportieren geht – beispielsweise beim Gleiswechsel – sind die Modelle top, an deren Gepäckträger Rollen verbaut sind. Mit ihnen muss man kein Arnold Schwarzenegger sein, um entspannt quer durch den Bahnhof zu kommen. Vielmehr können Berufspendler ihr gefaltetes Rad bequem vor sich her schieben. Sind auf der Arbeit keine sicheren Abstellmöglichkeiten vorhanden, so kann das Faltrad platzsparend in die warme, trockene Büroecke oder sogar unter den Schreibtisch gestellt werden. Und auch wenn eine Wochenendtour geplant ist, lassen sich Falträder schnell und einfach im Kofferraum verstauen. So sind auch Tagestouren an Orte möglich, die mit dem Auto schlecht zu erreichen sind.

Vor dem ersten Falten möglichst die Anleitung lesen

Macht aber eine Tour mit so einem kleinen Rad Spaß? Definitiv! Bei einigen Modellen kommt das Fahrgefühl sogar sehr nah an das der „Großen“ heran. Dass sich ein Rad nicht „normal“ anfühlen muss, um einen gigantischen Fahrspaß zu bringen, hat uns vor allem das Birdy von Riese & Müller gezeigt. Viel mehr geht nicht!
Zum Falten: Bekommt das auch ein Grobmotoriker hin? Beim einfachen Drauflosprobieren sind wir an einigen Modellen gescheitert. Nach dem Lesen der Anleitung waren aber alle Modelle recht einfach klein zu bekommen. Fazit: Wer Wert auf Flexibilität legt, für den könnte ein Faltrad genau das Richtige sein. Probieren Sie doch einfach mal eins aus!

Platz

Hersteller

Modell

Note

1

Riese & Müller

Birdy Touring

gut

2

Vello

Rocky

gut

3

Brompton

-

gut

3

Tyrell

Ive

gut

5

Dahon

Curl i3

gut

6

Tern

Link D7i

gut

7

B'Twin

Tilt 500

befriedigend

8

Pegasus

D3 Belt

befriedigend

So hat BIKE BILD getestet

Acht Falträder haben wir intern in unserer Redaktion getestet. Um die Testbedingungen möglichst real zu gestalten, sind wir damit zwischen Büro und Zuhause gependelt – über Stock und Stein. Sogar einen für Hamburger Verhältnisse hohen Berg haben wir mit den Testrädern bezwungen. Während die U-Bahn einfährt, schnell das Fahrrad zu falten – das ist unter Zeitdruck und mit gefühlt tausend neugierigen Zuschauern deutlich schwieriger als in unserer Fahrradwerkstatt.
Zu den Testkriterien: Design und Fahrspaß können natürlich nur subjektiv bewertet werden. Bei mindestens drei, oft aber mehr Testpersonen haben wir indes ein gutes Bild erzielt – und meist waren sich die Fahrer einig. Beim Punkt Handhabung haben wir den Faltvorgang bewertet – zusätzlich dazu aber auch, wie einfach sich das Rad im gefalteten Zustand transportieren lässt. Falträder sollten leicht sein. Unsere Abstufung haben wir zwischen 11,5 und 15 Kilo angelegt und mittels einer linearen Funktion bewertet. Analog wurde das Packmaß bewertet.
Bei der Ausstattung mussten für die volle Punktzahl ein funktionierendes Licht, ein Gepäckträger, eine Schaltung mit mehr als drei Gängen sowie Schutzbleche verbaut sein. Preis-Leistungs-Sieger ist das preisgünstigste Faltrad geworden, das noch die Bewertung „gut“ erhalten hat.

Galerie: 8 Falträder im Test