Leichtes und spritziges Einsteiger-Rennrad

Canyon Endurace AL 6.0 im Test

Jedem Radfahrer, der gerne Berge erklimmt und somit auf jedes Gramm achtet, kann das Endurace AL 6.0 nur empfohlen werden. Lediglich vom Design des Canyon-Rennrads waren wir nicht ganz überzeugt.

Datum:

Ein gutes Fahrverhalten trifft beim Canyon auf ein etwas altbackenes Design.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Ein wirkliches leichtes Rennrad. Aber beim Design muss das Canyon deutlich zurückstecken, es wirkt gegenüber der Konkurrenz etwas in die Jahre gekommen und wenig innovativ. Die Tiagra arbeitet bestens, aber Radon etwa schickt für den gleichen Kurs beim R1 eine komplette 105er ins Rennen.

Pro

  • Niedriges Gewicht
  • Gute Ausstattung…

Kontra

  • Design
  • … aber nicht herausragend
Endurace steht bei Canyon für viel Komfort: leicht aufrechte Sitzposition durch das tendenziell lange Steuerrohr sowie berechenbares Lenk- und Steuerverhalten. In puncto Gewicht hat das Rad die Nase vorn.
Allerdings wirkt der Renner etwas in die Jahre gekommen, nicht nur optisch. Die gelben Akzente auf dem Oberrohr und das gelbe Lenkerband wirken ein bisschen lieblos, fanden wir. Auch bei den Zügen zeigt die Konkurrenz, dass und wie es besser geht.
Funktional ist der Alu-Rahmen auf der Höhe der Zeit: gut gearbeitet, leicht und in jeder Situation beherrschbar. Gut ist auch, dass ein 34er-Ritzel an Bord ist, mit dem Einsteiger auch mal den einen oder anderen heftigeren Anstieg in Angriff nehmen können. Die Tiagra arbeitet ohne Murren. Ein Bike für Kletterer und Bergfahrer.

Bewertung: Canyon Endurace AL 6.0

Ausstattung

★★★½☆

Fahrspaß

★★★★☆

Design

★★½☆☆

Gewicht

★★★★★

Übersetzung

★★★★★

Summe (Sterne)

20

Mittelwert

4

Note

gut

(Notenschlüssel: 25–21 sehr gut, 20,5–15,5 gut, 15–10 befriedigend, <10 ausreichend)

Technische Daten

Preis

899 Euro

Gewicht

8,7 Kilogramm

Rahmen/Gabel

Aluminium/Carbon

Schaltung

Shimano Tiagra, 10-fach

Kurbel

Shimano Tiagra

Zahnkranz

Shimano Tiagra, 11–34

Laufräder

Mavic Aksium

Reifen

Continental Grand Prix SL, 25 Millimeter

Bremsen

Shimano Tiagra

Website

www.canyon.com

So hat BIKE BILD die Einsteiger-Rennräder getestet


Nach einer ausführlichen Inspektion der Rennräder – beginnend bei der Begutachtung der Rahmenverarbeitung – haben wir die Schaltkomponenten im Rahmen der Ausstattungsbewertung unter die Lupe genommen. Denn je besser und leichtgängiger die Schaltung arbeitet, desto mehr Fahrspaß generiert das Rad – so einfach ist die Rechnung beim Rennrad.
Für die im Testfeld ranghöchste Gruppe, Shimanos 105er, haben wir einen Punkt mehr vergeben als für die Tiagra oder vergleichbare Komponenten. Einen weiteren Punkt konnte das Rad einfahren, das entweder mechanische Scheibenbremsen (Cube) verbaut hatte oder auf einem Tubeless-Reifen (Giant) rollte. Innovationen – sofern sich diese im Praxistest als sinnvoll erwiesen – haben wir belohnt. Für einen 28 Millimeter breiten Reifen haben wir einen weiteren Zusatzpunkt vergeben, weil wir der Meinung sind, dass bei Einsteigerrädern der Komfort überaus wichtig ist.
Ebenfalls mit einem Stern mehr bewerteten wir Räder, die mit einem 34er-Ritzel ausgestattet waren. Eine größere Übersetzung bringt mehr Luft am Berg – gerade für Einsteiger, die noch nicht die nötige Kraft mitbringen, können zwei Ritzelzähne mehr ein entscheidender Faktor sein. Design und Fahrspaß hat eine vierköpfige Jury mit einschlägiger Rennraderfahrung beurteilt.
Die Testfahrten fanden sowohl auf gut als auch auf weniger gut asphaltierten Straßen statt, weil wir davon ausgehen, dass der Großteil der Rennradfahrer auf Asphalt radeln wird. Kopfsteinpflaster und Gravelabschnitte mussten herhalten, um etwaige Eindrücke zu festigen oder neu zu bewerten. Antritts- und Fahrverhalten, Roll- und Bremseigenschaften sowie sonstige Eindrücke wurden gemeinsam diskutiert und sind in das Bewertungskriterium Fahrspaß eingeflossen.