Einsteiger-Rennrad: Günstig und rundum gut

Radon R1 im Test

105er-Ausstattung für einen sehr niedrigen Preis: Die hochwertigen Komponenten sorgen beim Radon R1 für großen Fahrspaß, das Einsteiger-Rennrad fährt sich sportlich, ohne irgendwelche schwerwiegenden Schwächen zu offenbaren.

Datum:

Der türkise Aluminium-Rahmen kann sowohl optisch als auch in puncto Gewicht absolut überzeugen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Radon räumt gleich doppelt ab. Ausgestattet mit einer kompletten 105er-Gruppe, fährt das Versender-Bike der Konkurrenz sozusagen davon. Nicht nur Komponenten, auch Fahrgefühl und Design haben überzeugt. Einzig die Zugverlegung könnte besser sein. Dennoch: Kauftipp – ohne Wenn und Aber.

Pro

  • Hervorragende Ausstattung
  • Hoher Fahrspaß
  • Niedriges Gewicht
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Kontra

  • Nach außen verlegte Züge
Das Radon ist uns ein Mysterium. Zwar baut es kompakt auf und ist für einen 56er-Rahmen sehr klein geraten, dennoch fährt es sich sportlich-dynamisch mit viel Laufruhe. Diesen Eindruck bestätigen alle Testfahrer.
Zu dem guten Fahreindruck kommt, dass der Versender dem 899-Euro-Rad eine komplette 105er R7000 spendierte, in der nachweislich eine Menge Technik der ranghöheren Gruppe Ultegra steckt. Das Schalten und Bremsen mit den ergonomischen 105er-Griffen geht daher locker von der Hand. Dazu die große Übersetzung mit dem 34er-Ritzelpaket in Verbindung mit der 11-fach-Schaltung – perfekt für Einsteiger.
Den schlichten, leichten Alu-Rahmen in Pastelltürkis fanden wir optisch gelungen. Preislich nahezu unschlagbar. Einziger Wermutstropfen: Die Züge sind außen verlegt. Hier ist Luft nach oben.

Bewertung: Radon R1

Ausstattung

★★★★½

Fahrspaß

★★★★★

Design

★★★★☆

Gewicht

★★★★☆

Übersetzung

★★★★★

Summe (Sterne)

22,5

Mittelwert

4,5

Note

sehr gut

(Notenschlüssel: 25–21 sehr gut, 20,5–15,5 gut, 15–10 befriedigend, <10 ausreichend)

Technische Daten

Preis

899 Euro

Gewicht

9 Kilogramm

Rahmen/Gabel

Aluminium/Carbon

Schaltung

Shimano 105

Kurbel

Shimano 105

Zahnkranz

Shimano 105, 11–34

Laufräder

Mavic Aksium

Reifen

Continental Ultra Sport 2, 25 Millimeter

Bremsen

Shimano 105

Website

www.radon-bikes.de

So hat BIKE BILD die Einsteiger-Rennräder getestet

Nach einer ausführlichen Inspektion der Rennräder – beginnend bei der Begutachtung der Rahmenverarbeitung – haben wir die Schaltkomponenten im Rahmen der Ausstattungsbewertung unter die Lupe genommen. Denn je besser und leichtgängiger die Schaltung arbeitet, desto mehr Fahrspaß generiert das Rad – so einfach ist die Rechnung beim Rennrad.
Für die im Testfeld ranghöchste Gruppe, Shimanos 105er, haben wir einen Punkt mehr vergeben als für die Tiagra oder vergleichbare Komponenten. Einen weiteren Punkt konnte das Rad einfahren, das entweder mechanische Scheibenbremsen (Cube) verbaut hatte oder auf einem Tubeless-Reifen (Giant) rollte. Innovationen – sofern sich diese im Praxistest als sinnvoll erwiesen – haben wir belohnt. Für einen 28 Millimeter breiten Reifen haben wir einen weiteren Zusatzpunkt vergeben, weil wir der Meinung sind, dass bei Einsteigerrädern der Komfort überaus wichtig ist.
Ebenfalls mit einem Stern mehr bewerteten wir Räder, die mit einem 34er-Ritzel ausgestattet waren. Eine größere Übersetzung bringt mehr Luft am Berg – gerade für Einsteiger, die noch nicht die nötige Kraft mitbringen, können zwei Ritzelzähne mehr ein entscheidender Faktor sein. Design und Fahrspaß hat eine vierköpfige Jury mit einschlägiger Rennraderfahrung beurteilt.
Die Testfahrten fanden sowohl auf gut als auch auf weniger gut asphaltierten Straßen statt, weil wir davon ausgehen, dass der Großteil der Rennradfahrer auf Asphalt radeln wird. Kopfsteinpflaster und Gravelabschnitte mussten herhalten, um etwaige Eindrücke zu festigen oder neu zu bewerten. Antritts- und Fahrverhalten, Roll- und Bremseigenschaften sowie sonstige Eindrücke wurden gemeinsam diskutiert und sind in das Bewertungskriterium Fahrspaß eingeflossen.