Performance, Haltbarkeit, Sicherheit

Rennradreifen Vittoria Corsa Next im Praxistest

Gruppenausfahrten, Trainings, Radmarathons: Der Vittoria Corsa N.EXT soll ambitionierte Radsportler ansprechen und ein Reifen für alle Fahrsituationen sein.

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Der Corsa N.EXT hat das gleiche Profil wie die Profi-Modelle der Corsa-Serie, ist allerdings etwas günstiger und spricht dementsprechend auch Hobby-Radsportler an.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Wer auf Sieg fährt, greift bei Vittoria wohl eher ins oberste Regal, für alle anderen ist der Corsa N.EXT eine exzellente Wahl. Dieser Mister Zuverlässig ist eine sehr ernstzunehmende Alternative zu dem Conti GP 5000 und Schwalbes One.

Pro

  • Komfort
  • Grip
  • Pannenschutz
  • moderne Maße
  • günstiger als die Spitzenmodelle

Kontra

  • keine Top-Performance beim Rollwiderstand

Vittoria Corsa N.EXT

Der neue Performance-Reifen Vittoria Corsa N.EXT richtet sind an ambitionierte Rennradfahrer, die neben Geschwindigkeit auch Wert auf Sicherheit und Haltbarkeit legen. BIKE BILD-Redakteur Lennart Klocke hat den Corsa N.EXT bei zwei Rennen und im Training über mehr als 500 Kilometer getestet.
„Ultimative Haltbarkeit, inspiriert vom Rennsport“ – so beschreibt Reifenhersteller Vittoria die Nische, die der neue Rennradreifen Corsa N.EXT besetzen soll. Kein reines Wettkampfmaterial für maximale Performance, sondern ein Reifen für jeden Tag, der nicht nur im Rennen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz fahren soll, sondern auch bei rauen Bedingungen im Training zurechtkommt.

Vittoria Corsa N.EXT: Technische Daten

  • Art: Clincher, mit Schlauch und Tubeless
  • Verfügbare Breiten: 24, 26, 28 (getestet), 30, 32 und 34 Millimeter für In-tube- und Tubeless-Betrieb. Ab 28-Millimeter sind die Tubeless-Reifen für Hookless-Felgen zertifiziert
  • Preis: 59,95 Euro (Tube type), 69,95 Euro (tubeless)
  • Gewicht: 300 Gramm für den Tubelessreifen in 28 Millimeter Breite
  • Material: Nylon mit 100 Tpi

Vittoria stellt auf umweltfreundliche Verpackungen um, in die Pappkartons kann man – ein Vorschlag von Vittoria – zum Beispiel Blumen einpflanzen.

Aufbau des Vittoria Corsa N.EXT

Für den neuen Clincher hat Vittoria eine neue Material Mischung entwickelt, die das im Rennsport hochgehaltene Silica (für besten Speed) und Graphene (für mehr Pannenschutz) kombiniert. Anders als bei den Top-Reifen aus dem Sortiment kommt keine Baumwoll-Karkasse zum Einsatz, sondern ausschließlich Nylon. Unter der Lauffläche befinden sich eine Pannenschutzeinlage sowie drei Nylon-Schichten, die die Sicherheit weiter erhöhen sollen. Das Längsrillenprofil entspricht dem Profil der Corsa-Modell aus dem Profi-Bereich.
Wichtig zu wissen beim Thema Reifenbreite: Vittoria orientiert sich dabei an modernen Felgendesigns mit breiten Innenweiten. Heißt, ein 28-Millimeter-Reifen baut optimal auf einer 19C-Felge auf, für 32er-Reifen empfiehlt Vittoria eine Felge mit 21 Millimeter Maulweite.

Die Reifenbreiten wurden vom Hersteller für moderne Felgendimensionen angepasst.

Praxistest: So fährt der Vittoria Corsa N.EXT

Der Reifen wurde mir bei einem Presseevent im neuen Vittoria-Hauptquartier in Oldenzaal, Niederlande vor Veröffentlichung vorgestellt und gleich aufgezogen. So hatte ich die Möglichkeit, schon einige Testkilometer zu sammeln. Praktischerweise fanden im Testzeitraum zwei Radrennen statt, bei denen ich an den Start ging: Die Vätternrundan in Schweden mit 315 Kilometern Distanz und der Marathona dles Dolomites in Südtirol mit 138 Kilometern Strecke und über 4000 Höhenmetern. Perfekt, um die Performance zu testen.
Wichtig zuerst: Den richtigen Luftdruck finden. Dafür habe ich einfach den Produktentwickler von Vittoria gefragt. Klare Antwort, weniger ist mehr. Ich fahre den Corsa N.EXT in 28 Millimeter tubeless bei 4,6 bar vorn und 4,8 bar hinten; 72 Kilogramm Körpergewicht plus 10 Kilogramm Rennrad inklusive volle Radflaschen. Das ist keinesfalls zu niedrig, im Gegenteil. Der Corsa N.EXT roll butterweich über feinen und groben Asphalt, obwohl die Karkasse nicht aus Baumwolle-, sondern aus Nylon ist. Super auch der Kurvengrip, selbst in den Serpentinenabfahrten der Sella Ronda haftete der N.EXT am Asphalt und vermittelte (trotz „nur“ 4,8 bar) zu keinem Zeitpunkt Schwammigkeit.

Tubeless oder klassisch mit Schlauch? Für beide Vorlieben gibt es das passende Modell des Vittoria Corsa N.EXT.

Wichtig beim Thema Reifendruck: Trotz sorgfältiger Tubeless-Montage durch das Vittoria-Personal hält der Luftdruck sich nicht über mehrere Tage im optimalen Bereich. Für Rennradausfahrten ist das okay, weil ich eh vor jeder Fahrt den Luftdruck checke. Für Bikepacking und Reise sollte man vielleicht lieber mit Schlauch fahren oder eine gute Pumpe mitnehmen.

Der N.EXT reiht sich in zweiter Reihe ins Vittoria Portfolio der Straßenreifen ein. Die Profis setzen weiterhin auf die Corsa-Topmodelle.

Vittoria Corsa N.EXT: Rollwiderstand

Gelegenheit, den neuen Corsa auf einem Prüfstand zu testen, gab es noch nicht. Laut Vittoria rollt die Neuentwicklung auf Augenhöhe mit den wichtigsten Konkurrenten – mindestens – und performt in puncto Pannenschutz sogar darüber. Mein Eindruck aus dem Praxistest: Der Corsa N.EXT mag kein kompromissloser Race- oder gar Zeitfahrreifen sein, das ist jedoch auch nicht die Idee dahinter. Im Rennen ist der 28-Millimeter-Reifen keinesfalls ein spürbarer Nachteil. Und zum Thema Pannenschutz sei gesagt, dass es bis jetzt noch nicht das geringste Problem gab – hier sollte der Dauertest mehr Auskunft geben, wenn der N.EXT auch im Herbst und Winter bewegt wird.

Vittoria Corsa N.EXT