Fast wie eine Harley

Ausprobiert: Bonanzarad Super Deluxe

Früher war das Bonanzarad in Deutschland bei jungen Leuten total angesagt. Doch wie fährt es sich heute? Wir haben den Kult-Chopper getestet.

Datum:

Das berühmte Bonanzarad wurde hauptsächlich in den 1960er- und 1970er-Jahre in Deutschland verkauft.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Das Bonanzarad Super Deluxe ist kein Fahrrad nach heutigem Standard. Wer jedoch etwas Besonderes sucht und damit auch auffallen möchte, der nimmt die technischen Einbußen gern in Kauf.

Pro

  • kultig, ungewöhnlich
  • markantes Design
  • gemütlich in den ersten Fünf Minuten
  • ordentliche Schaltung

Kontra

  • schlechte Bremsen
  • Sattel scheuert
  • alle blicken dich an
  • schwergängig
  • zu teuer für ein Fahrrad dieser Gattung

Bonanzarad

Die Schaltung, die imitierte Federung und der klassische Bananensattel mit Metallstütze – das Bonanzarad Super Deluxe kommt optisch wie eine Harley Davidson daher, nur ohne großen und lauten Motor – und es wird mit eigener Muskelkraft angetrieben. Gemein hatten und haben Bonanzaräder mit den auffälligen amerikanischen Choppern indes das Bedürfnis nach Individualität und Aufmerksamkeit.

So fährt sich das Bonanzarad

Aufgrund der 20-Zoll-Laufräder fährt es sich schwerer, als man denkt, wackeliger und wegen dem gekrümmten Lenker auch etwas ungewöhnlich – aber gemütlich.
Klar, bei modernen Fahrrädern ist man längst an Scheibenbremsen gewöhnt, die sehr gut verzögern, aber auch die am Vorderrad verbaute Trommelbremse arbeitet recht gut. Schaut man allerdings auf die für das Hinterrad zuständige Felgenbremse, wird einem schon ein bisschen ängstlich zumute. Sie quietscht mehr als das sie bremst. Gott sei Dank gibt es noch eine Rücktrittbremse – die einem auch beim Driften helfen kann.

Wer heute mit einem Bonanzarad unterwegs ist, zieht viel Aufmerksamkeit auf sich.

Der Sattel erscheint bequem, nach einer gewissen Zeit beginnt der Po jedoch zu leiden. Was solls, wer cool aussehen möchte, der muss manchmal ein wenig leiden. Auch die Lampen glänzen nur optisch. Im Vergleich zu heutigen Fahrradscheinwerfern sind sie bei Weiten nicht Stand der Technik, eher ein Funzellicht. Auch die Schaltung ist alles andere als funktionell. Der Schalter liegt auf dem Rahmenoberrohr und lässt sich somit, ähnlich wie bei einem Auto, neben, beziehungsweise zwischen den Beinen bedienen. Das ist ebenfalls nach heutigen Standards eher umständlich.
Achtung: Wer am Berg beim Anfahren zu stark in die Pedale tritt, der macht aufgrund der weit hinten liegenden Sitzposition schnell einen ungewollten Wheelie.

Galerie: Das Bonanzarad: Cool und klapprig

Technische Daten Bonanzarad Super Deluxe

  • Preis: (gebraucht) ca. 400-1.000 €
  • Rahmen: Stahl
  • Antrieb: Sturmey-Archer SRC3 3-Gang-Nabenschaltung, vorne 46 Zähne, hinten 15 Zähne, Kette
  • Beleuchtung: Dynamo-Licht
  • Räder und Reifen: 20 Zoll Laufräder; Duro, 40 Millimeter (vorn), 47 Millimeter (hinten) 20 Zoll
  • Gewicht: 17,5 Kilogramm

Bonanzarad