Taschen für Bikepacker

Bikepacking-Taschen von Ortlieb im Test

Made in Germany. Die Bikepacking-Taschen der Firma Ortlieb genießen nicht nur hierzulande einen ausgezeichneten Ruf. Wir haben uns die Produkte angeschaut.

Datum:

Das Ortlieb-Taschenset am Rad montiert.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Ortlieb lässt sich seine gewohnt durchdachte, wasserdichte und verlässliche Bikepacking-Taschen gut bezahlen – bietet aber auch fünf (!) Jahre Garantie. Das ist stark.

Pro

  • Wasserdicht
  • Stabil
  • 5-Jahre Garantie

Kontra

  • Nicht günstig
Die Firma Ortlieb ist, zumindest auf dem deutschen Markt, der Platzhirsch. Dass die Heilsbronner vor rund fünf Jahren auf den Bikepacking-Trend aufgesprungen sind, ist rückblickend eine echte Erfolgsgeschichte. Die meisten Bikepacker hierzulande vertrauen der jahrelangen Erfahrung, die das Unternehmen quer durch alle Taschen-Gattungen errungen hat.
Die Ortlieb-Bikepacking-Taschen sind leicht zu montieren und halten bombenfest. Ihre Wasserdichtigkeit ist hervorragend. Und – das sollte nicht unerwähnt bleiben – Ortlieb gewährt fünf (!) Jahre Garantier auf seine Taschen. Wohlgemerkt Ausrüstungsgegenstände die, gemäß ihres Einsatzgebietes, permanent allen äußeren Bedingungen ausgesetzt werden, und darüber hinaus oftmals Kontakt mit Bäumen, Zäunen oder Mutter Erde haben. Bei Investitionen von teils weit über einhundert Euro gibt diese Garantie Interessenten ein erhebliches Maß an Sicherheit.

Lenkertasche

Das Anbringen der wie Ortlieb sie nennt, Handlebar Pack-Tasche, funktioniert problemlos. Ortlieb setzt bei der Befestigung auf eine doppeltes System. Zuerst wird die Tasche mittels starker Gurtbänder und Kletterverschlüssen am Lenker als Montagehilfe gesichert, dann mittels zweier Blitzverschluss-Gurtschnallen-Einheiten sehr fest verzurrt. Distanzstücke aus Kunststoff werden entweder einzeln oder zu zweit eingesetzt, damit der Fahrer den Lenker entspannt in der Oberlenkerposition greifen kann.
An den Inhalt der 15-Liter-Tasche (auch in einer 9-Liter-Version erhältlich) kommt man mittels der beidseitigen Rollverschlüsse. Möchte man das Handlebar-Pack wieder verschließen, werden die Ende einfach wieder auf aufgerollt und mittels Blitzverschluss fixiert.

Die Lenkertasche. Hier kann eine zusätzliche Tasche aufgesetzt, oder aber unter dem Gummiseil Bekleidung befestigt werden.

Ortlieb setzt bei der Lenkertasche wie allen seinen anderen Bikepacking-Produkten auf abriebfestes, PU-beschichtetes Nylongewebe – natürlich wasserdicht.
Zwei weitere, die Tasche umlaufende Gurtbänder, dienen nicht nur dazu, die Tasche und deren Inhalt zu komprimieren, sie sind gleichzeitig auch zur Fixierung des optionalen Accessory Packs notwendig. Fährt man die Lenkertasche indes ohne Accessory Pack, ist zumindest die große Version der Tasche mit einer elastischen Kordelfixierung auf der Außenseite ausgestattet. Hier können Regenjacken, Westen oder sonstige Ausrüstungsteile so gestaut werden, dass der Fahrer sie schnellstmöglich zu Griff bekommt. Außerdem befinden sich auf der Außenseite zwei leuchtstarke Reflektoren von 3M Scotchlite.
Uns hat die Tasche während 3000 Reise- und Abenteuerkilometern sehr gute Dienste geleistet. Einmal fixiert, sitzt sie fest und treu am Lenker. Jeden Abend vor dem Nachtlager abmontieren würden wir sie indes nicht gerade. Da ist ein Trägersystem sicher komfortabler. Ein solches System würde Ortlieb sicher gut zu Gesicht stehen – einfach als Alternative zum bestehenden Programm –, die Heilsbronner konnten sich dazu aber noch nicht durchringen. Da aber das Rad eh meist direkt neben dem Zelt oder Biwak steht, kann man Schlafsack und Isomatte auch greifen und einfach direkt im Lager nutzen.
Während unseres getesteten einminütigen Tauchgangs fanden einige wenige Tropfen Wasser den Weg durch die Wickelung ins Innere der Tasche. Regen, egal in welcher Form und welcher Dauer, kann dieser Tasche indes nichts anhaben.

Technische Daten

  • 15 Liter (getestet), 420 Gramm: 109,99 Euro
  • 9 Liter, 375 Gramm: 99,99 Euro
  • Wasserdicht: Ja

Oberrohr-Tasche

Am Cockpit-Pack von Ortlieb scheiden sich die Geister. Die einen mögen ihre Konstruktion aufgrund ihrer Wasserdichtigkeit. So viel Nässe wie dieses Produkt, vertragen nur die wenigsten. Wir finden indes die einzigartige Formgebung des Cockpit-Packs kritisierbar. Aus zwei Gründen: Zum einen ist der Reisverschluss nur schwerlich mit einer Hand zu öffnen. Zum anderen ragt die Tasche mit 8,5 Zentimetern doch deutlich über die Breite der meisten Oberrohre hinaus. Fahrer, deren Knie relativ eng am Rahmen entlang arbeiten, werden somit oft gegen die Tasche stoßen.

Technische Daten

  • 82 Gramm (gestest): 49,99 Euro
  • Wasserdicht: Ja

Die Ortlieb Oberrohr-Tasche: Total dicht und geräumig. Leider nur schwer einhändig aufzuziehen.

Rahmentasche

Das Frame-Pack Toptube lässt sich wie alle Ortlieb-Taschen mittels Klettverschlüssen leicht an Ober-, Sattel- und Steuerrohr fixieren. Wer diese Tasche wählt hat immer noch genug Platz im Rahmendreieck für zwei Trinkflaschen. Natürlich verwendet Ortlieb auch hier sein wasserdichtes Material. Beeindruckend: der sehr lange Reisverschluss lässt selbst bei einem kompletten Tauchgang nicht einen Tropfen Wasser ins Innere!
Wer mehr Platz im Rahmendreieck mit einer Tasche nutzen möchte, der kann sich auch die dreieckig geformten Framepacks von Ortlieb anschauen.

Die Rahmentasche von Ortlieb bleibt selbst bei einem Tauchgang wasserdicht. Bemerkenswert!

Technische Daten

  • Frame-Pack Toptube 4 Liter (getestet), 170 Gramm: 99,99 Euro
  • Frame-Pack (dreieckig) 4 Liter, 186 Gramm: 99,99 Euro
  • Fame-Pack (dreieckig) 6 Liter, 232 Gramm: 119,99 Euro
  • Wasserdicht: Ja

Satteltasche

Das Seat-Pack ist das Herzstück der Bikepacking-Ausrüstung von ORTLIEB. Es wird mit extra starken Klettverschlüssen an die Sattelstütze montiert. Praktischer Nebeneffekt: wie bei allen anderen Herstellern dient die Satteltasche zugleich als Schutzblech für den vom Hinterrad aufgewirbelten nassen Schmutz.

Sitzt fest und bietet viel Platz. Die Ortlieb-Satteltasche.

An den Kontaktstellen zum Sattel ist das Gewebe der Tasche verstärkt. Am Ende der Tasche sind 3M-Scotchlite-Reflektoren angebracht.
Die Tasche lässt sich durch das seitliche Abspannen des Rollverschlusses zwischen 8 und 16,5 L, beziehungsweise zwischen 7 und 11 Litern Volumen variieren. Ein zusätzliches Ventil sorgt schnell und einfach für Kompression und noch mehr Kompaktheit.Einmal alle Strippen nach oben und vorne festgezurrt, wackelt hier nichts mehr. Selbst schwere Passagen bergab bringen die Tasche nicht ins Wanken – und somit den Fahrer nicht ins Schwitzen.

Auch auf der Satteltasche kann man Bekleidung, Verpflegung oder Getränke mittels Gummiseil befestigen.

Die 16,5-Liter-Variante bietet dank der elastischen Kordelfixierung auf der Oberseite zusätzlichen Stauraum für Weste, Beinlinge, Trinkflasche, Brötchen oder sonstige Dinge, auf die man einen schnellen Zugriff haben möchte. Während des getesteten einmütigen Tauchgangs zog die Tasche wenige Tropfen Wasser an den Enden der Wicklung. Durch Regengüsse, einen Angriff mittels Gartenschlauch oder stundenlange Berieselung aus einer Dusche, ist der Ortlieb-Tasche indes nicht beizukommen.

Technische Daten

  • 16,5 Liter (getestet), 456 Gramm: 139,99 Euro
  • 11 Liter, 325 Gramm: 129,99 Euro
  • Wasserdicht: Ja
Mathias Müller

von Mathias Müller

Mathias Müller ist Redaktionsleiter von BIKE BILD. Er liebt und lebt das Radfahren – auf dem Rennrad, Zeitfahrrad, Gravelbike, Mountainbike und Pendler-E-Bikes hat er schon knapp 200.000 Kilometer gesammelt.