Weltpremiere: Gravelbike Canyon Grizl

Das neue Canyon Grizl im großen Test

Mit dem Grizl stellt Canyon seinem Gravelbike Grail einen stärkeren Bruder zur Seite. Das neue Canyon Grizl geht hervorragend auch durch ruppigeres Gelände und ist leichter individualisierbar als das Grail. Hier finden Sie den ersten Test des Gravelbikes aus Koblenz.

Datum:

Das von BIKE BILD unter die Lupe genommene Canyon Grizl CF SL wiegt nur 9,3 Kilogramm. Wir konnten es vor Weltpremiere ausgiebig testen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Mit dem Grizl bringt Canyon ein abenteuer-taugliches Gravel- und Bikepacking-Fahrrad auf den Markt. Im Vergleich zum Canyon Grail bietet das Grizl breitere Reifen, mehr Montagepunkte für Taschen und Flaschenhalter und ein leicht zu individualisierendes Cockpit mit herkömmlicher Vorbau-Lenker-Verbindung. Der Carbonrahmen des Grizl ist sehr leicht und bietet Fahrern und Fahrerinnen eine sportliche und dennoch sehr komfortable Sitzposition. Für uns ist das Grizl tatsächlich mehr heiliger Gral als das Grail selbst.

Pro

  • leicht
  • ausgewogene Geometrie
  • Reifenbreite
  • Preis-Leistung

Kontra

  • geringer Flare
  • wenig Gangreserve am Berg

Ritchey Venturemax

Wir bei BIKE BILD lieben Fahrräder. Alle Fahrräder. Natürlich E-Bikes jeglicher Art und Tourenräder. Ein großes Herz schlägt bei uns aber auch für Gravelbikes. Mit Neugier und Vorfreude haben wir das neue Gravelbike Grizl von Canyon erwartet. Im Unterschied zum Grail soll sich das Grizl vor allem an Bikepacker und Abenteurer richten. Hierzu hat Canyon seinem neuesten Offroad-Sprossling deutlich mehr Reifenfreiheit und viele Montagemöglichkeiten spendiert. Die Geometrie bleibt weiter sportlich. Wir haben das neue Gravelbike der Koblenzer getestet – hier finden Sie unserer Fazit.

Das müssen Sie wissen über das neue Canyon Grizl

Canyon Grizl: Neue Modellreihe für Abenteurer

Schon in unseren großen Tests dieser Bike-Gattung Gravelbike haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass die Interpretation von Gravelbike bei vielen Herstellern unterschiedlich ausfällt, von sehr sportlichen Geräten, die sich auf harten Sandwegen oder feinem Schotter wohl fühlen, über Bikes, die auch für härtere und dennoch schnelle Gangart im Gelände taugen, bis hin zu Gravelbikes, die für größere Abenteuer gemacht sind. Hier verraten wir, wo die Stärken und Schwächen des Grizl liegen.
Mit dem Grail hatte den Trend der Gravelbikes 2018 auch der sport-orientierte Hersteller Canyon erkannt. Das Gefährt aus Koblenz schlug in der Radgemeinde ähnlich groß ein wie die Rennräder und Mountainbikes vom Deutschen Eck. Den Traditionen des Hauses verpflichtet, erwies sich das Grail als sportliches Multitalent mit Hang hin zur schnellen Geländeraserei, welches sogar auf der Straße eine gute Figur abgab – und bis heute noch abgibt.

Unterschiede: Canyon Grizl vs. Canyon Grail AL und CF

Der als Doppeldecker bekannte, sehr markante Lenker des Grail CF polarisierte zwar die Radfahrer des Landes, mittlerweile jedoch haben sich alle Graveller an den Anblick gewöhnt. Mehr noch, mit dem zweistufigen Lenker ist Canyon ein Alleinstellungsmerkmal gelungen, welches das Bike unverkennbar macht.
Wie die meisten Gravelbikes fährt sich das Grail am besten mit 40-Millimeter-Puschen. Geliefert wird es meist mit den sehr guten Schwalbe G-One-Bite-Reifen – ebenso wie das Grail eine feste Größe in der Welt der sportlichen Offroad-Radfahrer. Dem Carbon-Grail folgte bald ein Alu-Modell, das ebenso gut im Markt landete wie der teurere Carbon-Bolide.
Nun aber schlägt Canyon einen neueren, breiteren Weg ein und präsentiert das Grizl. Hui. Grizl. Was heißt das? Folgen wir dem Präsentationskatalog des Bikes – was wir in diesem Artikel gleich mehrfach machen möchten – können wir etwas Licht ins Dunkel bringen. "Grizln ist wie Radfahren, nur mit anderen Prioritäten: Hier steht ganz klar das Abenteuer im Vordergrund. und die Story, die du dabei erlebst. "Grizln" bedeutet, die Haustür hinter dir zu lassen und offen für all das zu sein, was dich draußen erwartet. Ganz gleich, was auch passieren mag."

So sieht Canyons neues Grizl aus – ein Gravelbike für Abenteurer.

Uff. So weit, so gut. Was uns die Marketingleute von Canyon hier erläutern möchten, ist für Gravelbiker und Bikepacker eigentlich nichts Neues. Raus. Neue Wege finden. Nicht die ausgefahrenen Pfade. Offen zu sein für Überraschungen. Auch unwegsames Gelände. Mit Schwierigkeiten am Wegesrand fertig werden. All das ist das tägliche Brot für Bikepacker. Neu ist indes, dass eine Firma mit so sportlichen Genen wie Canyon (man denke an die Profi-Teams der World-Tour, an den Ironman-Champion Jan Frodeno, an den multi-disziplinär-Weltmeister Mathieu van der Poel u.a.) nun ein Bike anbietet, welches auch ohne Stoppuhr funktioniert, welches zwar schnell gefahren werden kann, aber auch mit weniger Geschwindigkeit großen Spaß macht.
Hier noch einmal der Marketingsprech: "Wir bei Canyon betrachten Gravel nicht länger als ein einziges Produkt, sondern eher als eine Bandbreite an verschiedenen Modellen: von effizienten All-Road Bikes, die auf Asphalt für dynamischen Vortrieb sorgen und auch mit kurzen Abstechern auf unbefestigtem Untergrund fertig werden, bis hin zu vollwertigen XC-Mountainbikes, die auch vor steinigen Singletrails nicht zurückschrecken."

Sechs Grad flare hat der Lenker – gefühlt null.

Eignet sich das Canyon Grizl für Bikepacker?

Das Canyon Grizl eignet sich sehr gut für Bikepacking. Im Vergleich zum Grail (und vielen anderen Gravelbikes) sind sowohl die breiten Reifen, als auch das Mehr an Montagepunkten wichtige Details, die beim Abenteuer-Radeln zum Tragen kommen. Ein wenig enttäuscht sind wir vom Lenker des Grizl. Peter Kinzel, Canyon-Produktmanager und verantwortlich bei der Entwicklung des Bikes, spricht von 6 Grad Flare, also der seitlichen Ausstellung des Unterlenkers. Ganz ehrlich, diese 6 Grad sind nicht spürbar. Auch der Drop des Lenkers, also der Höhenunterschied von Ober- zu Unterlenker ist unserer Meinung zu groß ausgefallen. Hier wäre ein Lenker ähnlich zum Beispiel dem Ritchey Venturemax die bessere Wahl gewesen. Die Folge: Der Unterlenker wird in dieser Version wohl eher selten von Bikepackern genutzt werden. Das gute am neuen konventionellen Cockpit mit herkömmlichem Vorbau ist aber ja, dass man das Bike – im Gegensatz zum Grail und den Rennrädern aus dem Hause Canyon – schnell und leicht individualisieren kann. Ein paar Schrauben lockern, neuer Lenker drauf, Bremsen gewechselt, Lenkerband, fertig.

Der Drop fällt mit gut 14 Zentimetern recht groß aus.

Aber davon abgesehen – was Canyon uns auf unsere Kritik hin schon mitteilen konnte: Tatsächlich ist schon für den kommenden Jahrgang des Grizl ein Lenker mit 16 Grad Flare geplant. In Corona-Zeiten war eine solche Konfiguration selbst für einen so großen und gut organisierten Hersteller wie Canyon auf die Schnelle jedoch nicht zu realisieren. (Kleiner Side-Kick: Es gibt Ausrüstungsteile wie z.B. Ritzelpakete, auf die Hersteller vom Bestelltag an bis zu 700 (!) Tage warten müssen. Irre.)
Weiter im Text: Nicht nur das Cockpit ist grundlegend anders gestaltet als beim Grail AL. Das Grizl lässt nun bis zu 50 Millimeter breite Puschen zu. Hurra, schreit da das Gravelherz (zumindest meins; Anm. Mathias Müller). Das ganze wird im Zusammenspiel mit den tubeless-ready-Felgen von DT Swiss ein richtiger Spaß im Wald werden. Ohne Zweifel. Unser Testrad war – und so wird das Bike auch ausgeliefert – mit 45er Schwalbe G-One-Bite ausgestattet, zudem mit Schlauch. Auch diese 5 Millimeter mehr an Gummibreite heben jedoch den Offroad-Fahrspaß schon in bisher von Canyon-Bikes Gravelbikes nicht gekannte Höhen. Das ist stark.

Anders als am Grail, setzt Canyon beim Grizl wieder auf ein konservatives Cockpit. In Größe M kommt das Bike mit einem 8er Vorbau, ist aber so natürlich leicht zu individualisieren.

Das Grizl wird mit 45er Reifen ausgeliefert. Für maximal 50 Millimeter breite Reifen bietet die Gabel ausreichend Platz.

Wie viel Reifenfreiheit bietet das neue Grizl?

Warum liefert Canyon eigentlich nicht gleich 50 Millimeter aus? Peter Kinzel, erfahrener Produktmanager bei Canyon und auch schon für das Grail verantwortlich, spricht davon, dass Canyon seine Kunden kennt. Für diese sportlich orientierte Klientel sei das Bike mit dem ausgelieferten Setup der bestmögliche Kompromiss zwischen Speed und Abenteuer. Wer es dann noch etwas rauher möge, so Kinzel, der könne das Bike, sei es in Bezug auf Lenkerbreite und -art oder Reifenbreite, leicht pimpen. Der 45er Kompromiss macht im Übrigen für all diejenigen Sinn, die das Bike zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit nutzen möchten. Denn mit den 45er Schluppen können die optional angebotenen Canyon-Schutzbleche verwendet werden. Das macht Sinn!

An der Gabel sind links und rechts jeweils drei Montagepunkte für Flaschenhalter oder Any-Cages. Jede Seite darf mit maximal drei Kilogramm Gewicht belastet werden.

Montagepunkte für Schutzbleche und Taschen

Weiter im Thema Abenteuer: Das Grizl ist nun mit einer ausreichenden Anzahl von Montagepunkten ausgestattet. Es gibt sie am Oberrohr (für eine Cockpittasche) am Sitz- und Unterrohr (innen; für Radflaschen), am äußeren Unterrohr (für Radflasche oder Werkzeug und sogar an den Sitzstreben- und Gabelinnenseiten für Schutzbleche. Vielmehr geht eigentlich nicht. Kleines Gimmick: An allen Montagepunkten finden sich sehr dezent – und dennoch auch als Dekor-Bestandteil zu sehen - die Schraubenart und der Drehmoment als Schriftzug wieder. So kann eigentlich beim Schrauben nicht viel falsch gehen.
Darüber hinaus ist Canyon mit dem Bikepacking-Taschenhersteller Apidura eine Kooperation eingegangen. Die Koblenzer können also Taschen der für ihre Qualitäts-Taschen bekannten Engländer liefern, die sehr gut zum Look-and-Feel des Grizl passen. Das ist nicht eben nicht nur funktional, es sieht auch klasse aus.

Es gibt drei Möglichkeiten, Trinkflaschen am und im Rahmendreieck unterzubringen.

Die Canyon Sattelstütze S15 VCLS 2.0 bringt einen enorm großen Komfort-Vorteil.

Im Praxis-Test fallen die guten Komfortwerte auf

Nicht nur die dicken Puschen sorgen beim Grizl für Komfort. Auch spendiert Canyon den hochwertigeren Modellen die tolle S15 VCLS 2.0 Sattelstütze. Richtig, das ist das Teil mit dem Blattfederdesign. Diese Sattelstütze war schon immer ein großer Spaß-Bringer. Wer sie mal auf einem Nicht-Canyon-Bike fahren möchte, findet ein baugleiches Ausrüstungsteil bei Ergon, nämlich die Ergon CF3. Das Ding ist bombe. Aber das nur am Rande. Die Kabelkanäle sind bei den Carbon-Rahmen alles sauber durchs Innere der Rohrgänge verlegt, und sogar für die Montage einer Dropper-Post vorbereitet.
Die Geometrie des Grizl unterscheidet sich in Sachen Reach und Stack nicht von denen des schmaleren Bruder Grail. Nicht zuletzt aufgrund des kürzeren Vorbaus nehmen Piloten jedoch eine etwas aufrechtere Position ein. Auch das ein Schritt weg von den sportlichen Leitsätzen tief und aerodynamisch zu sitzen, damit der Speed groß und die Zeit gering ausfällt. Im Zusammenspiel mit den breiten Reifen und der Sattelstütze bekommt das durchaus sehr agil zu fahrende Bike hierdurch so viel Komfort, dass Bikepacker eben auch lange Tage im Sattel erleben können und möchten.

Sieht gut aus. Das Grizl fühlt sich überall wohl. Am liebsten wird es aber im Wald bewegt.

Unser Testrad, das Canyon Grizl CF SL 8 ist mit einer 2-fach-Kurbel (48/31) und einem 11-fach-Ritzelpaket (11 - 34) ausgestattet.

Die Untersetzung unseres Testbikes dürfte größer ausfallen

Zur Übersetzung unseres Testbikes (siehe Tabelle CF SL 8): Vorn ist bei diesem Modell 48/31 montiert, hinten eine 11-fach-Kassette mit 11-34. Das zeigt einmal mehr, woher aus welch sportlichem Haus das Bike stammt. Schauen wir indes auf die Abenteuer, die uns das Marketing zu Beginn dieses Textes versprochen hat, dann müssen wir konstatieren, dass ein mit Bikepacking-Ausrüstung beladenes Grizl wohl nur von den hoch leistungsfähigen Radlern steile Rampen erklimmen kann. Drei Zähne Untersetzung sind nun wirklich nicht viel.
Wo wir uns schon in den unteren Gefilden des Bikes aufhalten, fällt natürlich noch ein Detail auf: Die tiefer gezogene Kettenstrebe auf der rechte Seite. Mit diesem Kniff (zurück zum Open Wi.De, welches sogar beide Streben abgesenkt hat), schafft Canyon den Raum für die breiten Reifen und für die Möglichkeit sowohl 1- als auch 2-fach-Kettenblätter montieren zu können. Gelungen.

Technische Daten: Canyon Grizl CF SL 8

  • Rahmen: Canyon Grizl CF SL
  • Gabel: Canyon CD Disc (385 mm on 650B, 404 mm on 700C)
  • Bremsen: Shimano GRX 800
  • Laufräder: DT Swiss G 1800 Spline DB 25
  • Felgenbreite: 28 mm / 24 mm
  • Reifen: Schwalbe G-One Bite TLE EVO 622 x 45 und 584 x 45
  • Schaltung: Shimano GRX 800 48/31 – 11-34
  • Cockpit: Canyon Ergon AL HB0050 & Canyon Stem V13
  • Sattel: Fizik Argo Terra R5 150 mm
  • Farbe: Earl Grey
  • Größe: M
  • Gewicht: 9,3 Kilogramm
  • Preis: 2.799 Euro

Verschiedene Ausstattungspakete des Canyon Grizl – günstiger Einstieg ab 1.999 Euro

Womit bremst man bei Grizl? Was treibt einen an? Das Bike gibt es in insgesamt sieben Varianten – und alle Varianten in sieben (!) Größen, wobei die kleinsten Größen dann auf 27,5 Zoll großen Laufrädern rollen. Alle anderen Größen werden mit 28 Zoll beziehungsweise 700C-Laufrädern geliefert. Sie bieten aufgrund ihrer Größe das bestmögliche Überrollverhalten und natürlich auch den bestmöglichen Speed.

So sauber sieht das Grizl leider nur aus, wenn es frisch aus dem Karton kommt.

Die ersten fünf Varianten heißen Grizl CF SL, sind alle mit Carbon-Rahmen bestückt, dann aber unterschiedlich gespect. Mit einer Shimano GRX 400 kostet ein solches Bike dann 1.999 Euro! Richtig gehört: Carbon-Rahmen, Scheibenbremsen, DT Swiss-Laufräder und ein Gewicht von 9,8 Kilogramm (ohne Pedale). Wer es edler möchte, oder leichter, oder teurer, der kann zum Grizl CF SLX 8 Di2 greifen. Natürlich ist hier die elektrische Schaltgruppe Preistreiber und Gewichtreduzierer. Außerdem werden hier auch bessere und leichtere DT-Räder verbaut. Vor allem aber werden die SLX-Modelle mit stabilerem und dennoch leichterem Carbon gefertigt. Auf diese Weise bleiben die Digitalziffern der Waage schon bei 8,7 Kilogramm stehen. Wir betonen gerne: Trotz der dicken Schluppen!
Wir waren im BIKE BILD-Test mit dem Grizl CF SL 8 unterwegs. Es bringt 9,3 Kilogramm auf die Waage, was ebenso mit den dicken Reifen ein super Wert ist. Ausgestattet war unser Testbike mit Shimano GRX 800, DT Swiss G 1800 Spline DB 25 Laufrädern, eben der angesprochenen tollen Sattelstütze VCLS 2.0 und einer Zweifach-Schaltung. Das 8er Modell gibt es tatsächlich auch als 1By, also mit nur einen Kettenblatt vorn.

Canyon Grizl – Alle Modelle

Grizl CF SL 6

Grizl CF SL 7

Grizl CF SL 7 WMN

Grizl CF SL 8

Grizl CF SL 8 1BY

Grizl CF SLX 8 Di2

Grizl CF SLX 8 1BY

Rahmen

Canyon Grizl CF SL

Canyon Grizl CF SL

Canyon Grizl CF SL

Canyon Grizl CF SL

Canyon Grizl CF SL

Canyon Grizl CF SLX

Canyon Grizl CF SLX

Bremsen

Shimano GRX 400

Shimano GRX 600

Shimano GRX 600

Shimano GRX 800

Shimano GRX 800

Shimano GRX 815

Campagnolo Ekar

Laufräder

DT Swiss C1850 Spline DB 23

DT Swiss C1850 Spline DB 23

DT Swiss C1850 Spline DB 23

DT Swiss G1800 Spline DB 25

DT Swiss G1800 Spline DB 25

DT Swiss GRC 1400 Spline DB 42

DT Swiss GRC 1400 Spline DB 42

Schaltung

Shimano GRX 400

Shimano GRX 600/810

Shimano GRX 600/810

Shimano GRX 800

Shimano GRX 800

Shimano GRX 815 Di2

Campagnolo Ekar 13-Speed

Übersetzung

46/30–11-34

46/30–11-34

46/30–11-34

48/31–11-34

40–11-42

48/31–11-34

40–10-44

Gewicht

9,8 Kilogramm

9,5 Kilogramm

9,5 Kilogramm

9,3 Kilogramm

9,1 Kilogramm

8,7 Kilogramm

8,6 Kilogramm

Preis

1.999 Euro

2.299 Euro

2.299 Euro

2.799 Euro

2.699 Euro

4.599 Euro

4.499 Euro

Canyon Grizl: Farben, Frauenmodelle, Größen

Wie schon oben erwähnt gibt es das Grizl in sieben verschieden Varianten. Somit sollte sich auch für kürzere Männer und Frauen das richtige Modell finden lassen. Ein extra Damenmodell wird es – zumindest fürs Erste – nicht geben. Immerhin 5 Farben bietet Canyon seinen Kunden zur Auswahl. Die Bikes kommen in den Dekors Wildberry Splatter (weitestgehend rosa), Olive Sky (helllblau mit braunen Anteilen), Matcha Splash (hellgrün, mit dunklen "Schmutz"-Spritzern) Kale Smash (schwarz mit dunklen türkisen Akzenten) und Earl Grey (unser Test-Bike; eben in einem hellen Grau).

Canyon bietet das Grizl in fünf unterschiedlichen Farbkonzepten an.

Fazit: Wird das Canyon Grizl ein Kassenschlager?

Womit wir langsam zum Ende unserer Betrachtung kommen. Muss auch sein, möchte sich der Autor dieser Zeilen jetzt bald wieder mit dem Grizl ins Gelände katapultieren. Hier also ein kleines Fazit: Es gibt tatsächlich kleinere Hersteller, die das Thema Gravel längst unterschiedlich innerhalb der eigenen Produktlinien interpretieren. Hier wäre zum Beispiel die Firma Salsa genannt, die sich mit Warroad (Straße und ein wenig Gravel) Warbird (auch Straße, mehr Gravel und Bikepacking) Cutthroat (Abenteuer-Bike für weniger Straße, aber jede Menge Offroad) oder auch Fargo (unkaputtbares Bikepacking-Bike), um nicht einmal alle zu nennen, dem Thema Abenteuer, Gravel und Bikepacking total verschrieben hat.

Das Grizl im Dekor Kale Smash mit den speziell entworfenen Apidura-Bikepacking-Taschen.

Für einen so großen und zudem sportlich orientierten Hersteller wie Canyon ist das Grizl jedoch ein sehr mutiger, fantasievoller und innovativer Wurf. Wir sind uns sicher, dass Kunden dem Hersteller von Rhein und Mosel dieses Bike aus den Händen reißen werden. Wir würden Interessenten sogar raten, sich zu beeilen. In Corona-Zeiten wird ein rasches Nachordern von Seiten des Herstellers, wenn Canyon erst einmal spürt wie sehr sie den Gravel-Nerv getroffen haben, schwer bis unmöglich.

Ausblick: Das Canyon Grizl bald mit Aluminiumrahmen

Tatsächlich fährt sich das Grizl super – egal wo! Der Autor würde zwar sofort 50er Reifen und tubeless montieren und einen anderen Lenker dazu. Aber das wäre nur die Sahne auf einem wirklich tollen Kuchen, und das auch nur, weil er sich fast ausschließlich im Gelände bewegt. Das Bike kann wirklich alles, was Normalsterbliche mit einem Gravelbike anstellen möchten. Es fühlt sich auf Waldautobahnen, auf engen, wurzelbehafteten Trails und sogar auf Asphalt auf dem Weg zur Arbeit wohl (bedenke die passenden Schutzbleche). Und dann kommt hier noch eine gute Nachricht: Schon bald möchte Canyon das Grizl auch in einer Alu-Variante herausbringen. Verbauen die Koblenzer dann sogar noch eine Federgabel, oder wo endet deren Gravel-Innovationsdenke?
Und jetzt, abschließend, die schlechte Nachricht für Canyon: Es könnte sein, dass Ihr vom Grail bald nicht mehr allzu viele Einheiten verkaufen werdet. Der heilige Gral scheint nun auf Seiten des schmutzigen Grizl.

Ritchey Venturemax

Mathias Müller

von Mathias Müller

Mathias Müller ist Redaktionsleiter von BIKE BILD. Er liebt und lebt das Radfahren – auf dem Rennrad, Zeitfahrrad, Gravelbike, Mountainbike und Pendler-E-Bikes hat er schon knapp 200.000 Kilometer gesammelt.