Platzsparende Alternative zum E-Bike?

Von günstig bis premium: E-Scooter im Test

E-Scooter gehören seit der Straßenzulassung zum Stadtbild in Deutschland. Für manche bietet die Anschaffung Vorteile, doch bei den kleinen Flitzern gibt es merklich Qualitätsunterschiede. Wir haben vier Elektro-Scooter getestet – von günstig bis zum Premium-Modell.

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Im Straßenverkehr haben E-Scooter-Fahrer ähnliche Rechte und Pflichten wie Radfahrer. Wir empfehlen passend dazu, immer einen Helm zu tragen.

Die kleinen Elektro-Tretroller sind für ihre Fans ein wichtiger Baustein im Mobilitätsmix der Zukunft. Scooter-Besitzer laden die kleinen Fahrzeuge in den Kofferraum ihres Autos oder tragen sie in die Regionalzüge, um mit ihnen die letzten Kilometer zu ihrem Zielort in der Stadt zu flitzen. Beliebt sind E-Scooter auch bei Reisemobil-Urlaubern: Zusammengeklappt finden sie im Heck ihren Platz, am Zielort kann man mit ihnen die nächste Stadt erkunden oder über den Campingplatz fahren.
Egal ob Urlaub oder Alltag, für die E-Scooter sprechen ihre Vielseitigkeit und das kompakte Packmaß.

Ratgeber und Service: Das müssen Sie zu E-Scootern wissen

Von günstig bis Premium: 4 beliebte E-Scooter im Vergleichstest

E-Scooter im Test: Technostar TES 200

E-Scooter Technostar TES 200: Günstiger Minimalist

Fazit: Technostar beweist, günstig heißt nicht gleich billig.
Wertung: 21,5 von 30 Punkten
Note: gut
Preis: 307 Euro | Zum Angebot

E-Scooter im Test: Fischer Ioco 1.0

E-Scooter Fischer Ioco 1.0: Ausgewogener Flitzer

Fazit: Der deutsche Hersteller Fischer hat sein Know-how aus dem E-Bike-Sektor auf einen E-Scooter übertragen.
Wertung: 20 von 30 Punkten
Note: gut
Preis: 515 Euro | Zum Angebot

E-Scooter im Test: City Blitz Beast

E-Scooter City Blitz Beast: Schwerer Langläufer

Fazit: Das City Blitz Beast mag schwerer sein als die Konkurrenz, der größere Akku sorgt jedoch für eine ausgezeichnete Akku-Ausdauer.
Wertung: 21 von 30 Punkten
Note: gut
Preis: 1.072 Euro | Zum Angebot

E-Scooter im Test: Metz Moover

E-Scooter Metz Moover: Robuster Vorreiter

Fazit: Robuste Bauweise, vorne und hinten Scheibenbremsen – Die Traditionsmarke setzt auf ein Produkt mit Qualitätskomponente.
Wertung: 25 von 30 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 1.749 Euro | Zum Angebot

E-Scooter im Test – Fazit von BIKE BILD

BIKE-Bild-Redakteur Lennart Klocke sagt: "Unser Test zeigt: Mit dem Qualitätsmodell Metz Moover machen Sie nichts falsch. Auch der Mittelklasse-Roller von City Blitz hat seine Vorzüge, wenn man besonders viel Wert auf Reichweite legt. Überraschend gut performt ebenfalls der günstigste E-Scooter Tes 200 von Technostar in der Kategorie Reichweite. Mit einem ausgeglichenen Preis-Leistungs-Verhältnis rundet der Fischer Ioco 1.0 unser Testfeld ab."

So haben wir die E-Scooter getestet

Für unseren Test haben wir die E-Bike-Kompetenz des Prüfinstituts Velotech für die E-Scooter genutzt:
Die Reichweite gibt die maximale Strecke an, die der Akku schafft. Bei der maximalen Motorleistung haben wir überprüft, wie viel Watt der Motor in der Spitze abgibt. Wie gut die E-Scooter am Berg performen, haben wir mit dem Uphill-Stresstest herausgefunden: Hierbei wird gemessen, nach welcher Zeit die Motorleistung an einer simulierten Zehn-Prozent-Steigung abnimmt.
Da die E-Scooter schnelle Mobilität in verschiedenen Verkehrsmitteln ermöglichen sollen, haben wir auch den Punkt Gewicht mit in die Wertung genommen. Und zu guter Letzt hat unser Redaktionsteam Design-Punkte für das Aussehen der vier E-Scooter vergeben.
Die Noten ergeben sich wie folgt:
  • 30-25 = sehr gut, 24,5-20 = gut, 19,5-15 = befriedigend, 14,5-10 = ausreichend, 9,5-5 = mangelhaft

Die wichtigsten Fragen zum Thema E-Scooter

Die Ausstattung von E-Scootern

Alle Elektro-Tretroller sind grundsätzlich gleich aufgebaut: Unter dem Trittbrett befindet sich der Akku, angetrieben werden die Kleinstfahrzeuge mit einem Hinterradnabenmotor. An der höhenverstellbaren Lenkstange befinden sich ein Gashebel und die Bremsgriffe. Zwei unabhängige Bremsen sind Pflicht, wie beim Fahrrad – hier offenbaren sich deutliche Unterschiede zwischen günstigen und Premiummodellen. Hochwertige E-Scooter verfügen über Scheibenbremsen, die sich auch im E-Bike-Bereich bewährt haben. Günstige Modelle setzen auf Trommelbremsen, elektrische Bremsen oder – am unsichersten – auf Schutzblechbremsen, die das Hinterrad stoppen, indem man drauftritt.
Neben zuverlässigen Bremsen kommt es bei E-Scootern auch auf den Faltmechanismus an: Dieser sollte sich, nach kurzer Einübung, sicher bedienen lassen und zuverlässig einrasten. Heißt, der Tretroller darf sich während der Fahrt nicht einfach zusammenklappen beziehungsweise beim Tragen auseinanderfallen. Auch hier offenbaren sich Qualitätsunterschiede, hochpreisige Modelle setzen auf zusätzliche Sicherheitsstifte, günstige auf eine simple Einrastfunktion. Tipp: Lassen Sie sich den Faltmechanismus beim Kauf erklären, und testen Sie, ob Ihnen die Handhabung entgegenkommt.

Rechtliche Voraussetzungen

Apropos Kauf: Wer einen E-Scooter anschaffen möchte, muss eine entsprechende Haftpflichtversicherung abschließen, so sieht es die Verordnung für Elektro-Kleinstfahrzeuge vor. Die Versicherungsplakette, das Kennzeichen, muss am Scooter befestigt werden und ist ein Jahr gültig. Außerdem wichtig: Um einen E-Scooter in Deutschland fahren zu dürfen, muss man mindestens 14 Jahre alt sein. Verboten ist übrigens, was viele junge Menschen gern machen, nämlich zu zweit auf einem Roller fahren.

E-Scooter oder E-Bike?

Klar, in puncto Packmaß sind E-Scooter Pedelecs überlegen. Auch das Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm ist geringer als bei E-Bikes, die in der Regel über 20 Kilogramm wiegen. Anders als die elektrifizierten Fahrräder dürfen die in Deutschland zugelassenen Scooter nur bis 20 km/h beschleunigen, Pedelecs unterstützen beim Treten bis 25 km/h.
Wichtig zu wissen ist, dass E-Bikes im Vergleich die sicherere Konstruktion sind. E-Scooter mit Mini-Rädern und steilem Lenkwinkel können weniger gut ausweichen und abstoppen. Wir raten Ihnen, das Scooter-Fahren auf einer sicheren Strecke zu üben.
Wer ein günstiges Elektrofahrzeug möchte, wird wohl eher zum E-Scooter greifen, Einstiegsmodelle bekommen Sie schon für wenige Hundert Euro. Qualitäts-Scooter indes, wie der Metz Moover, kosten so viel wie ein günstiges Pedelec. Das teuerste Modell zeichnet sich in unserem Test vor allem durch die Motorstärke aus, die in den Bereichen Stresstest und Maximalleistung überzeugt.
Die Nachfrage nach diesem Premium-Modell war auf dem E-Scooter-Markt jedoch gering, Metz Mecatech musste kürzlich Insolvenz anmelden. Zeitweise ausverkauft war indes das Modell am anderen Ende unserer Preis-Skala, der Technostar Tes 200. Ihn weisen in erster Linie die schwachen Bremsen als günstiges Produkt aus, die Motorleistung ist auf ordentlichem Niveau.
Lennart Klocke

von Lennart Klocke

Zwei schmale Reifen, ein tiefer Lenker und eine freie Landstraße: Mehr braucht Lennart Klocke nicht zum Glücklichsein. Als BIKE BILD-Autor testet der Rennrad-Fan am liebsten neues Equipment und Fahrrad-Gadgets.