Mehr Komfort beim Radfahren

Im Test: Die CaneCreek-Sattelstütze Thudbuster

Viele deutsche Radwege sind so schlecht, dass Radfahrer auf ihren Sätteln ständig von Bodenwellen oder Wurzelhub aus dem Sattel geschubst werden. Die Cane Creek-Sattelstütze Thudbuster dämpft die Schläge von unten ab.

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Die Thudbuster von Cane Creek verrichtet ihre Arbeit über ein Parallelogramm-Gelenk. Wie stark es arbeitet, hängt von den verschieden starken Elastomeren ab.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Für alle Radfahrer, die ganz ohne Federung oder aber nur mit Vorderraddämpfung unterwegs sind, ist die Thudbuster ein guter Weg, dass Bike zu pimpen. Ja, die Sattelstütze wiegt rund 200 oder 300 Gramm mehr als ungedämpfte Stützen, das macht sie durch Komfortgewinn aber wieder wett. E-Bike-Radlern dürften die paar hundert Gramm eh egal sein, wird ihnen doch vom Motor ordentlich geholfen.

Pro

  • Erhöht den Komfort beim Radfahren
  • Elastomere sind leicht zu wechseln (ohne Werkzeug)
  • Geeignet auch für sehr schwere Fahrer

Kontra

  • Mit 600 Gramm nicht ganz leicht

CaneCreek-Sattelstütze Thudbuster

Wer kennt das nicht: Man möchte mit dem Rad gemütlich durch die Stadt oder übers Land cruisen – nicht zu schnell, nicht zu langsam –, einfach so, dass es gut tut und man sich nicht wie viele andere im Auto über zu viel Verkehr und im-Stau-stehen zu ärgern braucht. Also rauf auf den Sattel und los.
Eigentlich könnte das nun alles sehr schön sein, wenn man nicht alle Nase lang aus dem Sattel geschubst werden würde – sei es durch völlig vernachlässigte Radwege in der Stadt, wo Schlaglöcher und lockere Pflastersteine einem den Spaß am Radfahren vermiesen, oder aber durch Wurzelhub auf den ländlichen Radwegen, die, passt man nicht höllisch auf, sehr gefährlich sein können.

Die Thudbuster von Cane Creek wiegt 600 Gramm. Geliefert wird sie mit insgesamt drei Elastomeren.

Klar, wer mit einem vollgefederten Mountainbike oder einem total auf Komfort ausgelegten E-Bike unterwegs ist – sagen wir mal Klasse "Riese und Müller Delight" –, dem ist das alles ziemlich egal. Radelt man aber mit einem normalen Trekkingbike umher – und auf dieser Fahrradgattung sitzen die meisten deutschen Radler– , oder fährt man mit einem normalen Tiefeinsteiger-E-Bike, dann ist das hoch und runter Gehopse mehr als lästig.
Abhilfe kann hier die neue Sattelstütze von Cane Creek bringen. Die Thudbuster ist in ihrer vierten Generation noch einmal überarbeitet und somit deutlich besser als zuvor. Warum? Zum Beispiel weil sie nun ein Fahrergewicht von 150 Kilogramm, weit mehr als mancher Fahrradrahmen verträgt.

Das dämpfende Gummi besteht aus zwei Teilen – einem inneren und einem äußeren Stück.

Ein weitere Verbesserung gegenüber den älteren Generationen der Thudbuster ist die Sattelklemmung, die nun mit nur einer einzigen Schraube (5 Millimeter Inbus) zu bewerkstelligen ist. So stellt man sich die Sattelmontage vor, ist es doch bei manchen Konstruktionen eine solche Fummelei, dass man zwischendurch oftmals kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht.
Die eigentliche, beziehungsweise herausstechende Verbesserung der vierten Generation Thudbuster ist jedoch die Dämpfungstechnik. Wie bei den vorangegangenen Modellen arbeitet die Sattelstütze mit einer Parallelogramm-Mechanik. Sie bietet einen Federweg von maximal 50 Millimeter. Bei der neuen Thudboster besteht der dämpfende Urethan-Elastomer jedoch aus zwei Teilen, einem äußeren Gummi und einen Kern. Diesen Kern wiederum gibt es in drei Varianten: In Medium (für Fahrer von 68 bis 90 Kilogramm), in Soft (45 bis 68 Kilogramm) und in Hart (ab 90 Kilogramm).

Den inneren Teil der Gummi-Dämpfung kann man ohne Werkzeug herausnehmen.

Und jetzt kommt das auffälligste Detail, welche die Konstrukteure von Cane Creek der neuen Thudbuster verpasst haben: Die kleinen Elastomer-Kerne lassen sich werkzeugfrei auswechseln. Rad abstellen, mit beiden Daumen fest drücken und zack, hat man den Kern in der Hand. Und genau so leicht lässt er sich auch wieder in den größeren Gummiteil hinein drücken.
Unserer Meinung nach ist das ein wirklich tolles Feature, sollte das Fahrrad mal von einem anderen Piloten gelenkt werden, oder sollte das Dämpfungsverhalten schlicht den eigenen Vorlieben angepasst werden – mancher Radfahrer mag es nun mal etwas straffer, ein anderer vielleicht etwas weicher. Wie auch immer, die Thudbuster nimmt die Stoßspitzen, die vom Untergrund zuerst an das Rad und dann an den Fahrer weitergegeben werden. Tatsächlich verrichtet sie diese Arbeit sogar dann, wenn der Radfahrer es gar nicht deutlich wahrnimmt.

Die Thudbuster ist für normale Trekking- und auch E-Bikes gedacht, die am Hinterbau nicht über eine Dämpfung im Rahmen verfügen.

Fazit: Ein gutes Gadget, um das eigene Fahrrad zu pimpen und die Fahrt komfortabler zu gestalten. Ja, mit 600 Gramm nicht ganz leicht und mit 209 Euro auch nicht ganz billig, eine eingebaute Federung am Hinterrrad würde aber wohl deutlich mehr wiegen und auch das Portemonnaie mehr belasten.
Technische Daten
  • Material: Geschmiedetes Aluminium
  • Werkzeugfrei wechselbarer Urethan-Elastomer
  • Gelieferte Elastomere: 1x medium (68–90kg), 1x soft (45–68kg), 1x hart (90–115kg)
  • Max. Fahrergewicht: 150kg
  • Federweg: 50 Millimeter
  • Länge: 375 Millimeter
  • Durchmesser: 27.2, 30.9 und 31.6 Millimeter
  • Gewicht: 580 Gramm (gemessen)
  • UVP: 209,99 EUR
  • Website: www.canecreek.com

CaneCreek-Sattelstütze Thudbuster