Die Alleskönner

Im Vergleichstest: Hochwertige Trekkingräder unter 2.000 Euro

Moderne Trekkingräder kennen kaum Grenzen. Mit den vielseitigen Bikes kann man zur Arbeit pendeln oder längere Touren unternehmen. Wir haben 8 dieser Multitalente bis 2.000 Euro ausführlich getestet und bewertet.

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Unsere Tester hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit. Trekkingräder sind der beste Kompromiss für sportliche Vielfahrer, die es auch mal entspannt angehen lassen.

Keine andere Radgattung deckt derart viele Einsatzgebiete ab wie das Trekkingbike. Manche Menschen nutzen es, um darauf zur Arbeit zu radeln, Abenteurer unternehmen damit längere Rad - reisen, und sportbegeisterte Zweiradler düsen mit dem Alleskönner über Schotterwege, um zusätzlich Kalorien zu verbrennen. Das Trekkingrad ist die Eier legende Wollmilchsau unter den Fahrrädern, der Marktanteil übersteigt deshalb regelmäßig 30 Prozent.
Redaktionsintern haben wir intensiv über die Preisobergrenze der Testräder diskutiert – und uns nach gründlichem Abwägen für 2000 Euro entschieden. Man mag einwenden: Dafür gibt es doch schon ein E-Bike? Sicher, aber was für eins? Erfahrungsgemäß sind Trekkingräder eine Investition auf lange Jahre. Damit stehen die Mischräder unter besonderer Belastung, müssen Gepäck und Fahrer Tausende und Abertausende Kilometer schleppen. Wer Räder mit minderwertigen Komponenten kauft, bereut dies über kurz oder lang.

Alle Testräder sind mit Scheibenbremsen ausgestattet. So kommt man sicher zum Stehen – und Plaudern.

Ein sehr guter Grund, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, ergibt sich beim Blick auf die Bremsen der Fahrräder. Wer vierstellig investiert, kauft sich mit hydraulischen Scheibenbremsen bessere Dosierbarkeit – auch bei Nässe. Wer noch ein paar Scheine mehr hinlegt, erhält ganz oder teilweise die ranghohe Mountainbikeschaltung Deore XT von Shimano.
Unser Testfeld zeigt, dass sich zwischen den verschiedenen Trekkingbikes tatsächlich entscheidende Unterschiede auftun. Käufer sind daher gefordert und müssen genau hingucken. Den von uns empfohlenen Einsatzzweck finden Sie in den Testbriefen im Fazit, wo wir explizit auf Stärken und Schwächen der Bikes eingehen. Für diesen Test gilt grundsätzlich: Je besser das Fahrrad abgemischt ist, desto eher erfüllt es die Erwartungen von vielen Kunden. Im Umkehrschluss gilt im Einzelfall, dass das für Sie beste Bike nicht jenes mit den meisten Teststernen sein muss.

(Fast) aller guten Dinge sind drei

Wie Rennräder und Fitnessbikes rollen auch Trekkingräder auf 28-Zoll-Rädern. Das sorgt für Laufruhe und guten Geradeauslauf. Die Geometrie ist deutlich sportlicher als bei Touren- und Reiserädern, weicht aber stark von Rad zu Rad ab. An sechs von acht unserer Testräder sind Federgabeln verbaut. Sattelstützen mit Dämpfungselementen erhöhen merklich den Fahrspaß und Komfort. Wer öfter mal längere Touren unternimmt, sollte durchaus die angenehme Doppeldämpfung in Betracht ziehen.
Aluminium – weil günstig, leicht und stabil – ist bei fast allen Herstellern das Rahmenmaterial der Wahl. Nur der Kieler Fahrradhersteller My Boo der sich auf Bambusrahmen spezialisiert hat, schlägt mit seiner Naturfaser einen Sonderweg ein.
Anders als beim Zweifachantrieb am Rennrad findet man beim Trekkingrad meistens noch ein drittes Kettenblatt mit 26 Zähnen als absolute Notreserve für bergiges Terrain.
Schutzbleche, eine fest installierte Lichtanlage vorn und hinten sowie ein Gepäckträger zur Aufnahme von Packtaschen sind fast standardmäßig bei Trekkingbikes verbaut.

Auf Trekkingrädern machen sportliche Spritztouren in heimischen Gefilden so richtig Spaß! Ausgedehnte Radreisen sind mit den Multitalenten genauso möglich.

Vielfältigkeit ist Trumpf – Unser Testmaßstab

Trekkingräder sollten vielfältig einsetzbar sein. Hierzu zählt der Arbeitsweg genauso wie städtische Tagestouren oder mehrtägige Radreisen. Fahrräder, die viele Anforderungen erfüllen müssen, bewertet man am besten, indem man versucht, alle Teilaspekte zu berücksichtigt. Viele denken, dass das Gewicht bei Trekkingbikes nachrangig ist. Dem widersprechen wir, da uns unser Praxistest gezeigt hat, wie stark positive Fahreigenschaften und ein insgesamt angenehmes Fahrgefühl mit einem niedrigen Fahrradgewicht korrelieren.
Ebenso wichtig ist auch die maximale Zuladung (zulässiges Gesamtgewicht minus Fahrradgewicht) – ob im Alltag oder auf Touren, Gepäck dürfte sehr oft an Bord des Trekkingbikes sein. Unter Ausstattung haben wir einen Blick auf die Komponenten, deren Güte und auf die Qualität der übrigen Ausstattung wie Schutzbleche, Lichtanlage und Federungselemente geworfen. Berg-Gänge sind nicht nur dann von Bedeutung, wenn man im alpinen Gelände lebt und radelt. Wie gesagt, beim Trekkingrad will man für jedwede Situation gewappnet sein – eine große Bandbreite und ein, zwei Rettungsringe sind elementar wichtig. Wer will schon schieben?!
Bei Design haben wir belohnt, wer mutig, designschlüssig und geschmackvoll gearbeitet hat. Merke: Ein schönes Fahrrad wird häufiger bewegt. In den Punkt Fahrspaß fließen Komfort, Handling, Sicherheit und Stabilität sowie Roll- und Beschleunigungseigenschaften ein.

Alle Trekkingräder im Einzeltest

Fahrradmodell

Preis

Note

Bergamont Horizon 9

1.599 Euro

sehr gut

Centurion Cross Line Pro 2000 EQ

1.799 Euro

gut

Diamant Rubin Super Legere

1.199 Euro

sehr gut

KTM Life Tour

1.599 Euro

gut

My Boo My Tano

1.999 Euro

gut

Orbea Carpe 10

999 Euro

gut

Rose Multi Sport Trekking

1.899 Euro

sehr gut

Stevens Avantgarde

1.799 Euro

sehr gut

Daniel Eilers

von Daniel Eilers

Daniel Eilers ist Redakteur bei BIKE BILD. Räder sind für ihn zweierlei: das perfekte Sportgerät und klügste Fortbewegungsmittel unserer Zeit.