Kaufberatung

Die richtige Isomatte für die Radreise oder das Bikepacking

Die Wahl der Isomatte kann für einen guten Schlaf entscheidend sein. Wir erklären Ihnen, worin sich die Isomatten-Arten unterscheiden und worauf es beim Kauf ankommt. Zudem stellen wir Ihnen einige Schaustoffmatten, selbstaufblasbare und aufblasbare Isomatten vor.

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Eine aufblasbare Isomatte sorgt häufig für hohen Schlafkomfort.

Die Augen wollen sich kaum öffnen, die Nacht war kalt und der Schlaf alles andere als tief. Schlimmer noch, beim Versuch aufzustehen schmerzen Hüfte und Rücken, als wären Sie von einer Horde Wildschweine überrannt worden. So haben Sie sich Ihre Radreise sicherlich nicht vorgestellt. Und so muss es auch nicht sein. Damit Sie ausgeschlafen und mit viel Energie in den Tag starten, erklären wir Ihnen, worauf es bei einer Isomatte ankommt. Schließlich ist diese zusammen mit einem ausreichend warmen Schlafsack das wichtigste Ausrüstungsstück auf Ihrer Campingreise.

Die wichtigsten Eigenschaften der Isomatte

Die aufblasbare, fünf Kilogramm schwere XXL-Komfortmatte oder das Feldbett sind sind zwar bequem, aber sicherlich keine sinnvolle Wahl für eine Radreise. Tourenradler benötigen Isomatten, die ein kleines Packmaß haben oder zumindest leicht sind. Weiterhin sollten sie zur Körpergröße passen. Kleine Frauen können, um Platz und Gewicht zu sparen, kürzere Varianten wählen, große Menschen setzen besser auf lange Modelle. Schwere Personen benötigen zudem oft dickere Matten, um diese nicht komplett einzudrücken, insbesondere als Seitenschläfer auf Höhe der Hüftknochen. Deshalb sind bieten Hersteller ihre Isomatten häufig in unterschiedlichen Längen beziehungsweise Dicken an. Der wichtigste Aspekt einer Isomotte ist jedoch die Wärmeisolierung.

Der R-Wert von Isomatten

Ist einem beim Campen kalt, wird oft fälschlicherweise dem Schlafsack die Schuld zugewiesen. Dabei kann der Schlafsack dort, wo er plattgedrückt ist, kaum isolieren. Damit einem also von unten nicht kalt wird, muss die Matte diese Isolierung übernehmen. Aufschluss über die Isolierfähigkeit gibt der sogenannte R-Wert. Je höher der Wert, desto besser hält die Matte warm. Leider war das Verfahren zur Ermittlung dieses Wertes bis 2020 nicht genormt, sodass sich die Zahlen unterschiedlicher Hersteller nur schlecht miteinander vergleichen ließen. Inzwischen aber haben viele bekannte Hersteller wie Therm-a-Rest, Sea to Summit, Exped, Nemo oder Big Agnes die R-Werte ihrer Matten aktualisiert. Die Firma Wechsel ist allerdings noch nicht dabei.

Welchen R-Wert brauche ich für welche Temperaturen?

Leider lässt sich diese Frage nicht einfach beantworten. Großen Einfluss darauf haben die Luftfeuchtigkeit, der Untergrund und das eigene Temperaturempfinden. Marktführer Therm-A-Rest gibt deshalb keine Temperaturen an, sondern empfiehlt für den Sommer R-Werte von 1–2, für die Nutzung in drei Jahreszeiten 2–4, für den Winter 4–6 und für extreme Kälte über 6. Unsere Erfahrungen bestätigen diese Einschätzung, denn ein R-Wert von knapp über 3 reichte uns im Winter bei Temperaturen von knapp über null Grad bei verschiedenen Modellen nicht aus. Letztendlich sollte man bedenken, dass selbst im Sommer die Nächte manchmal kalt werden können, vor allem in den Bergen. Planen Sie also ausreichend Reserven ein. Gut zu wissen: Werden zwei Matten kombiniert, können deren R-Werte einfach addiert werden.

Schaumstoffmatten

Die Therm-a-Rest Z Lite SOL-Schaumstoffmatte lässt sich falten.

Unter Schaumstoffmatten verstehen wir die klassische, seit vielen Jahrzehnten bewährte Isomatte zum Rollen oder Falten. Manche Modelle, wie beispielsweise die Therm-a-Rest Z-Lite SOL, haben eine Aluminiumbeschichtung für eine noch bessere Isolierfähigkeit. Da der R-Wert von Schaumstoffmatten meist nur zwischen eins und zwei liegt, eignen sie sich nur für den Sommer, außer sie werden als zusätzliche Unterlage verwendet. Der Hauptvorteil der Schaumstoffmatte ist, dass sie robust ist. Spitze Steine können ihr nur wenig anhaben. Hinzu kommt das geringe Gewicht. Nachteile sind das sehr große Packmaß und der geringe Komfort. Insbesondere Seitenschläfer klagen oft über schmerzende Hüftknochen.

Selbstaufblasende Isomatten

Die Wechsel Lito M 3.8 ist für eine selbstaufblasbare Matte sehr klein und leicht. Sie wird zum Fußende hin aber recht schmal (41 Zentimeter).

Viel bequemer sind selbstaufblasende Isomatten. Deren Füllung besteht aus leichtem Schaumstoff, der sich beim Entrollen und Ventilöffnen ausdehnt. Die Isolierung besteht dann aus einer Mischung aus Luft und Schaumstoff. Das macht sie schwerer und weniger robust als reine Schaumstoffmatten, dafür aber ist das Packmaß deutlich kleiner. Hinzu kommt eine zumeist bessere Isolierfähigkeit. Selbst bei Luftverlust isolieren sie noch ein wenig und können zudem mit einem Flicken repariert werden. Interessante, selbstaufblasbare Isomatten sind unter anderem die Wechsel Lito M 3.8 und die Therm-a-Rest ProLite Plus.

Aufblasbare Matten

Die Sea to Summit Ultralight Insulated ist eine komfortable, kleine, leichte und geräuscharme aufblasbare Matte.

Grammjäger setzen meist auf aufblasbare Matten. Manche sind extrem gut isoliert – mit Daunen- oder Mikrofaserfüllung, andere isolieren überhaupt nicht. Beim Ausbreiten der Matte muss man vorsichtig sein, damit spitze Gegenstände das oftmals sehr dünne Material nicht durchbohren. Deshalb sind fast immer Flicken im Lieferumfang enthalten. Weitere Nachteile sind die oftmals hohen Preise und die bei einigen Modellen lauten Raschelgeräusche. Anderseits punkten diese Matten mit sehr niedrigen Gewichten und besonders kleinen Packmaßen. Tatsächlich gibt es Modelle, die kaum größer als eine Cola-Dose sind. Wer also eine platzsparende und trotzdem komfortable Unterlage haben möchte, der wählt aufblasbare Matten. Sehr spannende Modelle sind die Therm-a-Rest NeoAir XTherm, Sea to Summit Ultralight Insulated und Klymit Insulated Stativ V Lite.