Grenzsteintrophy 2020

Ein Bikepacking-Abenteuer der besonderen Art

Die Grenzsteintrophy führt über rund 1.300 Kilometer und mit 20.000 Höhenmeter entlang der früheren innerdeutschen Grenze – oftmals über Loch- und Panzerplatten oder durch unwegsames Gelände. Wer ein Abenteuer in Deutschland sucht, der ist hier richtig. BIKE BILD-Redakteur Mathias Müller hat es ausprobiert

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1.300 Kilometer entlang der früheren innerdeutschen Grenze – das ist die Grenzsteintrophy

Was tun, wenn man nicht ins Ausland reisen kann und dringenden Bewegungsbedarf mit dem Fahrrad verspürt – gerne allein oder fast allein und mit einem Hauch Abenteuer? Unser Redakteur Mathias Müller hat sich kurzerhand überreden lassen, die Grenzsteintrophy 2020, kurz GST20, zu fahren. Die von Gunnar Fehlau ins Leben gerufene Bikepacking-Veranstaltung führt über rund 1.300 Kilometer entlang der früheren innerdeutschen Grenze von der Nähe des kleinen Ortes Regnitzlosa bis nach Priwall an der Ostsee. Dabei sind nicht weniger als 20.000 Höhenmeter zu bewältigen.
Die bloßen Zahlen scheinen auf den ersten Blick machbar. Wenn genauer hinschaut, und sich fragt wo auf dieser Strecke, auf der es keine wirklichen Berge gibt, die 20.000 Höhenmeter zu finden sind, der wird misstrauisch. Und tatsächlich sieht das Höhenprofil der Strecke aus wie ein Sägeblatt. Permanent geht auf und ab – meist sehr steil. Hinzu kommt, dass mehr als 600 Kilometer der Strecke auf den von den früheren DDR-Grenztruppen verlegten Panzerplatten gefahren werden müssen. Diese sind mal nicht gelocht, meist aber gelocht – in den unterschiedlichsten Ausführungen. Heißt: Man wird tagelang durchgerüttelt und geschüttelt.
Aus diesem Grund bieten sich für die GST 3-Zoll-Reifen an – also 76 Millimeter breit (Wir waren mit einem Surly Knard 3.0 unterwegs). Ganz ehrlich, zuerst haben wir das auch nicht geglaubt, aber schon nach wenigen Kilometern auf den Panzerplatten war klar, dass dieser Tipp von Organisator Gunnar Fehlau absolut richtig war! Montiert hatten wir die Reifen auf einem Salsa Fargo, wohl einem der ersten Dropdown-Mountainbikes und somit einem Bikepacking-Klassiker aus Stahl mit mechanischen Scheibenbremsen. So viel vorweg: eine sehr gute Wahl. Sicher, es geht auch leichter, aber das Salsa Fargo hat sich als absolut treuer, sicherer und somit vertrauenswürdiger Partner bewiesen.
Womit waren wir unterwegs?:
  • Bike: Salsa Fargo, mit Tiagra, mechanische Scheibenbremsen (sehr zufrieden, super zuverlässig, bomb-proofed)
  • Reifen: Surly Knard 3.0 (sensationell)
  • Taschen: Lenker-, Accessory- und Satteltasche (Ortlieb), Rahmentasche (Salsa), Feedbag-, Oberlenker- und Cockpittasche (Revelate); Alles in seiner Funktion sehr gut.
  • Navigation: Garmin E-Trex 30 (preiswert, sicher, bomb-proofed)
  • Beleuchung: Cateye Volt 800 (vorn, sehr gut), Busch und Müller IXXI hinten (tut was sie soll)
  • Pedale: Shimano XTR, SPD
  • Schuhe Giro Terraduro (sehr gut, weil Vibram-Sohle)
  • Helm: Kask
  • Aerolenker: Syntace C3 S
Ausrüstung:
  • Minitool: Topeak Mini PT30 (funktioniert)
  • Pumpe: Topeak Mountain TT Twin Turbo (super; nicht genutzt)(tubeless gestartet, nie ein Problem, nie nachgepumpt)
  • Ersatzschläuche (2); Flickzeug
  • Trinkflaschen (3): zwei an der Gabel, eine im Revelate-Feedbag
  • Straps (3): Salsa (immer nützlich, super)
  • Gaffa-Tape (4 Zentimeter)
  • Kabelbinder (zwei Größen)
  • Kettenöl plus Schmutzlappen
  • Zelt: Big Agnes Copper Spur 1 Bikepacking (super)
  • Isomatte: Thermarest Uberlite (super klein zu packen, sehr bequem aber leider sehr laut beim Bewegen)
  • Schlafsack: Cumulus X-Lite 200 (sehr gut, kleines Packmaß)
Technisches Zeug:
  • Powerbanks (2): 10000mAh (nur eine genutzt)
  • Ladekabel: USB C, USB Micro B (2), iPhone
  • Vielfachstecker: Splacks (4 USB-Ports; sehr nützlich)
  • Foto-Kamera: Sony rx100 iii
  • Film Drohne: DJI Mavic Air 2
  • Film Gimbal: DJI Osmo Pocket
  • Film und Foto: iPhone 8
  • Mini-Stativ: Pedco Ultra Pod
Und sonst so?:
  • Kopfbeckung: ein Halstuch/-schlauch Merino; Cap (Look Mum no hands)
  • Warme Jacke: Patagonia Micro Puff Hoody (super; in Höhenlagen wie auf dem Brocken)
  • Regenklamotte: Gore (super und irre leicht und klein zu packen)
  • Trikot (1)
  • Hosen (2): SQ-lab Short One12; Assos
  • Arm- und Beinlinge (Pearl Izumi; Santini)
  • Socken (1 Paar): Stance (super; Merino)
  • Unterhemden (3): Futurum Merino kurz (super; immer am Mann); Futurum Merino lang (super; gut auch zum Schlafen); Icebreaker Merino Baselayer (super; nicht genutzt)
  • Unterhosen (2): Icebreaker Merino lang (super, aber nur zum Schlafen im Schlafsack genutzt); Icebreaker kurz (super; aber nur für alle Fälle)
  • Shorts (1): Skinfit Pafflar (super leicht, super klein zu packen; für Hotelaufenthalte)
  • Mini-Handtuch
  • Kopfschmerztabletten: Null benutzt, 10 an Mitleidenden verschenkt
  • Popocremes: Happy Buttom Bum Butter (vor der Fahrt; genial); Weleda Calendula Babycreme (nachher/über Nacht; wirkt Wunder, wie schon bei meinem Kindern als sie Babys waren); Desinfektionstücher (bei mir vor dem Duschen)