Kaufberatung Camping-Kocher

Kleine Outdoor-Kocher für die Radreise

Abends am Zelt ein warmes Gericht kochen zu können – kleine Outdoor-Kocher machen es möglich. Wir stellen Ihnen drei Kocherarten vor und erklären deren Vor- und Nachteile.

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Ein kleiner Spirituskocher nimmt kaum Platz im Gepäck weg

Der perfekte Zeltplatz, ein schöner, klarer Sternenhimmel, aber der Magen knurrt und sehnt sich nach einer richtigen Mahlzeit? Kein Problem. Mit einem kleinen Campingkocher lassen sich selbst im Nirgendwo leckere, warme Gerichte zaubern. Wir betrachten drei unterschiedliche Arten von Outdoor-Kochern und erklären Ihnen, worin deren Stärken und Schwächen liegen.

Der Multifuel-Kocher

Der MSR Whisperlite Universal Combo ist ein besonders leiser, sehr effizienter Multifuel-Kocher. Neben Benzin und Gas verbrennt er auch Petroleum. Kocher und Pumpe wiegen zusammen 340 Gramm. Im Lieferumfang enthalten sind eine 600 Milliliter fassende Brennstoffflasche, ein Kartuschenadapter, ein Windschutz und Reparaturwerkzeug. Auch für große Töpfe geeignet – 164,95 Euro.

Der Multifuel-Kocher funktioniert sowohl mit Gaskartuschen als auch mit Benzin, bestenfalls Reinbenzin, aber auch Tankstellenbenzin. Im Benzinbetrieb ist er sehr effizient und funktioniert selbst in großen Höhen sowie bei tiefen Temperaturen gut. Im Gegenzug ist die Bedienung vergleichsweise aufwändig, da mit einer Pumpe Druck erzeugt und er vorgeheizt werden muss. Außerdem ist er nicht besonders leicht, rußt zum Teil stark, verströmt unangenehme Gerüche und erfordert eine regelmäßige Reinigung. Ein beliebtes Produkt, auf das viele Weltreisende setzen, ist der MSR Whisperlite.
Fazit: Multifuel-Kocher eignen sich am besten für Langzeit-Radreisende, die nicht auf einen bestimmten Brennstoff angewiesen sein wollen und denen der Mehraufwand nichts ausmacht.

Der Spirituskocher

Der kleine, robuste Lixada Titanium-Alkoholkocher wiegt nur 60 Gramm bei einem Durchmesser von 5,5 und einer Höhe von 4,1 Zentimetern. Damit die Konstruktion nicht zu wackelig wird, empfehlen wir kleine Töpfe. Um die Kochzeit stark zu reduzieren, sollte ein Windschutz verwendet werden – 27,99 Euro.

Die Funktionsweise der oftmals unglaublich kleinen und leichten Spirituskocher ist einfach: Spiritus reinschütten und anzünden! Ein Liter Spiritus, auch Bio-Ethanol, kostet in deutschen Baumärkten meist nur etwa 4 Euro. Allerdings ist die Beschaffung nicht in allen Ländern derart einfach. Für kurze Touren lässt sich der Spiritus in kleine Gefäße umfüllen. So praktisch der Spirituskocher auch sein mag, sein Heizwert erreicht schlechtere Werte als die mit Gas oder Benzin arbeitende Konkurrenz. Er braucht also länger, um Wasser zum Kochen zu bringen. Zudem lässt sich die Flamme nur wenig oder gar nicht regulieren. In großen Höhen und bei Minusgraden funktioniert er zudem schlecht.
Fazit: Der Spirituskocher eignet sich für Reiseradler, die viel Wert auf ein geringes Gewicht und kleines Packmaß ihrer Ausrüstung setzen.

Der Gaskocher

Der Soto Fusion Trek ist ein 180 Gramm schwerer, faltbarer Highend-Gaskocher mit 300 Düsen und integriertem Windschutz. Durch eine in den Kocher eingebaute Vorkammer wird ein stets gleichmäßig hoher Druck erzeugt, sodass die Flamme selbst bei niedrigen Temperaturen oder fast leerer Kartusche gleichmäßig bleibt – 94,95 Euro.

Kartusche einschrauben, Ventil aufdrehen, Flamme anzünden, und schon brennt der Gaskocher! Seine Flamme lässt sich gut einstellen und brennt sauber ohne Rußbildung. Hinzu kommt, dass Gaskocher sowohl preisgünstig als auch leicht und klein sein können. Manche bringen nur 50 Gramm auf die Waage. Allerdings sollte man dabei nicht die abnehmbare Schraubkartusche vergessen, die mit den meisten Gaskochern kompatibel ist. Sie wiegt in der Standardgröße mit 230-Gramm-Füllung 390 Gramm und reicht für etwa 65 Minuten Kochzeit. Dabei hängt der Verbrauch vom Kocher und den jeweiligen Temperaturen ab. Deshalb gibt es für die verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Gasmischungen.
Fazit: Der Gaskocher lässt sich am besten handhaben, produziert aber viel Müll durch leere Kartuschen.
Svenja Schrade

von Svenja Schrade

BIKE-BILD-Redakteurin Svenja Schrade ist begeisterte Radfahrerin und Bikepackerin – meistens unterwegs auf dem Gravelbike. Sie fühlt sich aber auf fast allen Zweirädern wohl.