Fahrradtour in Hamburg

Der Hamburger Grüne Ring mit dem Gravelbike

Graveln in der Stadt? Das geht – sogar in einer Fast-zwei-Millionen-Metropole wie Hamburg. Überall ist die City mit oft unbekannten grünen Pfaden durchzogen. Kein Wunder, dass es auch eine Umrundung der Hansestadt gibt, den Grünen Ring. Wir sind ihn mit dem Gravelbike abgefahren.

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Christian Thill (Bergamont, re.) und BIKE BILD-Redakteur Mathias Müller kurz vor dem Start zur Tour auf dem Grünen Ring in Hamburg. Ein Rad-Abenteuer der besonderen Art.

Der Grüne Ring von Hamburg wird normalerweise mit Wanderschuhen bestritten. Aber was spricht dagegen, ihn mit dem Gravelbike abzufahren? Nichts. Eben. Zusammen mit Christian Thill von der Hamburger Rad-Schmiede Bergamont wollten wir den Kurs unter die Räder nehmen. Damit die Runde mit ein wenig Kultcharakter gewürzt wird, haben wir zudem beschlossen, in die Nacht hinein zu fahren. Überdies, und hier kommt das Motto von Bergamont "Straight from St. Pauli" ins Spiel, wollten wir die An- und Abreise zum gewählten Startpunkt an der Elbfähre Teufelsbrück (nach Finkenwerder) eben auf dem Kiez beginnen, beziehungsweise enden lassen.
Unsere Wahl für eine erste Kalorienversorgung fiel darum auf die nicht ganz sportkonforme Verpflegung in der Frittenschmiede Kleine Pause auf St. Pauli. Hier gönnten wir uns (jeder natürlich) eine Portion Currywurst-Pommes-Majo (und Cola). Welch herrlicher Start in unser kleines Abenteuer! Den leicht gedehnten Magen konnten wir zwar auf den knapp zehn Kilometern bis Teufelbrück nicht abtrainieren, aber was soll’s. Die Sache sollte ja Spaß machen und kein Leistungssport werden. Unsere gemeinsame Tour endete überdies mitten auf der Reeperbahn, wie Ihr ebenfalls im Video sehen könnt.
Der Grüne Ring – ist natürlich in beide Richtungen zu befahren – führte uns dann auf sehr überraschenden und schönen Wegen rund um die Hansestadt, wobei uns der Autoverkehr so gut wie nicht zu Gesicht bekam, was zum Teil natürlich auch an der fortgeschrittenen Uhrzeit lag, aber nur zu einem sehr kleinen Teil. Mitunter fragt man sich selbst als ortskundiger Radler, wo man sich gerade befindet, so verzweigt führen einige Wege durch nicht bekannte Parks und Schrebergärten. Das ist stark.

Christian Thill (Bergamont) irgendwo hinterm Deich bei einsetzender Dämmerung.

Wir haben tatsächlich gut sieben Stunden für die 100 Kilometer benötigt, was zum einen der Navigation geschuldet war (Dunkelheit) und zum anderen auf das Konto für die Video-Aufnahmen zu unserer kleinen Reportage ging. Normalerweise sollte sich die Strecke zwischen fünf und sechs Stunden fahren lassen. Das Gravelbike ist dabei das Mittel der Wahl. Wir waren mit 35 (empfohlenes Minimum) und 40 Millimeter breiten Reifen unterwegs. Die Strecke ließe sich sicher auch mit schmaleren Reifen fahren, das aber ginge u.E. auf Kosten des Fahrspaßes.
Und natürlich kann man diese Strecke auch bei Tag fahren. Man muss sich dann nur im Klaren darüber sein, dass viele Routenabschnitte von den Menschen der Großstadt auf ihren Alltagswegen genutzt werden. Wer also spät abends oder früh morgens fährt, wird mit einem besseren Fahr-Flow belohnt. Zu beachten sind dann nur noch die Fährzeiten in Teufelsbrück. Also: Viel Spaß beim Film gucken, inspirieren lassen und nachfahren!