Tour Ginkgo – radeln für den guten Zweck

Bei dieser Tour fahren alle in Gelb

Während der Tour Ginkgo werden Spenden für schwerkranke Kinder gesammelt. Unser Autor berichtet von der Veranstaltung.

Datum:

Gute Laune bei der Tour Ginkgo.

Mutlangen, 25. Juni. Es ist 7.30 Uhr, es hat jetzt schon 24 Grad, ich habe wegen der Mörderhitze des Vortags von 38 Grad miserabel geschlafen und vor mir liegen über 100 Radkilometer mit rund 150 gleichgesinnten Rennradlern. Alle stecken im gelb-roten Tour-Ginkgo-Dress, alle eint der Gedanke, möglichst viele Spenden für schwerkranke Kinder zu sammeln. Das macht die Leiterin der gleichnamigen Stiftung, Christiane Eichenhofer, seit 27 Jahren, und sie hat in der Zeit über vier Millionen Euro gesammelt. Der Grund: Als junges Mädchen erkrankte Christiane an Leukämie und konnte dank der damals neuesten medizinischen Erkenntnisse dem Tod von der Schippe springen.
Ich habe vier gesunde Kinder und wer je betroffene Eltern gehört und deren Kinder gesehen hat, der weiß, dass jede Kurbelumdrehung und jeder Tropfen Schweiß bestens in die Nachsorgeprojekte der Bunten Kreise investiert sind. Das alles kann ich damit verbinden, mich als Repräsentant eines der Hauptsponsoren mit einbringen zu können.

Der Spendencharakter steht bei der Tour Ginkgo im Vordergrund.

Viele Stopps, bei jedem klingelt die Kasse

In diesem Jahr radelte die Tour Ginkgo unter dem Dach der Remstal-Gartenschau drei Schleifen durch das Remstal und angrenzende Ortschaften. Für alle ein landschaftlicher Genuss, ein guter Schuss Heimatkunde und Revierkenntnis dazu. Einen tollen Job leistet dabei die etwa achtköpfige Motorradstaffel, die Seitenstraßen absperrt, sodass der Ginkgo-Tross bei Dauergrün durch die Ortschaften düsen kann. Aber leider, mit richtigem Rennradfahren hat das nur wenig zu tun. Die gut 100 Kilometer der ersten Etappe werden von insgesamt 10 Stopps bei Schulen, Kindergärten und anderen Spendern unterbrochen, wo Schecks übergeben werden und sich die Fahrer mit Getränken und Obst erfrischen. Flow entsteht dabei nicht, aber man freut sich mit Christiane, wenn die Kasse klingelt, man lernt immer wieder neue Teilnehmer kennen und freut sich, die alten Bekannten wieder zu treffen. Langeweile ist bei der Tour Ginkgo ein Fremdwort.
Übrigens, die Tour heißt so, weil der Ginkgo-Baum angeblich nach dem Abwurf der Bombe auf Hiroshima das erste Grün war, das wieder das Licht der Welt erblickt hat, somit ein Synonym für Widerstandsfähigkeit und Überlebenswillen ist. Schöner Zufall, als langjähriger Mitfahrer habe ich einen wundervollen Ginkgobaum im Vorgarten. So bleibe ich mit der Tour übers Jahr ständig in Verbindung. Mir geht es wie allen anderen – einmal Tour, immer Tour (Ginkgo)!
Von Konrad Weyhmann. Seit 19 Jahren arbeitet der PR-Mann beim Shimano-Importeur Paul Lange & Co., seit 18 Jahren unterstützt Paul Lange die Veranstaltung.
Weitere Infos: www.tour-ginkgo.de

Die Christiane Eichenhofer Stiftung hilft den Schwächsten in unserer Gesellschaft, den schwerkranken Kindern.

Das sagen andere Teilnehmer. Ich nehme an der Tour Ginkgo teil, weil…

... ich selbst eine unbeschwerte und durch den Sport geprägte Jugend mit viel Spaß hatte. Heute habe ich einen gesunden Sohn und hoffe, dass es so bleibt. Durch meine Erfahrung im Radsport und bei der Leitung von Touren sowie mit meinem Engagement in Bezug auf Mieträder und Fahrzeuge hoffe ich, ein kleiner Baustein sein zu können, um das Projekt „Tour Ginkgo“ für alle Kinder, die mit der Schattenseite des Lebens zu kämpfen haben, erfolgreich zu machen.
Markus Hess, Fahrerfeldkapitän
... ich im Jahr 2000 das erste Mal bei der Tour Ginkgo dabei sein durfte und mir schon beim ersten Mal klar war – da werde ich niemals mehr freiwillig aufhören. Die Tour ist für mich der Höhepunkt meines Jahres. Es gibt für mich keine zweite Veranstaltung, die mich so sehr mit Glück erfüllt. Aus purer Freude ist man dabei und wenn man am Ende die reingeradelte Spendensumme hört ist man noch mehr glücklich.
Michael Gaedt, 62, Entertainer, Musiker und Schauspieler
... ich total vom Teamgeist der Teilnehmer begeistert bin. Deshalb nehme ich schon seit 1992 an der Tour teil. Ich bin durch Zufall zur Organisation der ersten Tour gestoßen, die von Gießen aus startete. Seither bin ich jede Tour mit der Tour-Familie mitgefahren. Inzwischen bin ich 79 Jahre alt und nach wie vor begeistert von der Tour mit allem Drumherum. Wir Tour-Teilnehmer radeln gerne zusammen, um kranken Kindern zu helfen. Christiane kenne ich nun seit 28 Jahren, sie hat uns richtig in ihren Bann gezogen und versteht es immer wieder, uns zu motivieren.
Manfred Kronsbein, 79, ältester und treuester Teilnehmer & Co.

Fakten zur Tour Ginkgo

  • Gegründet: 1992
  • Stiftungszweck: Verbesserung der medizinischen Versorgung schwerstkranker Kinder
  • Namensgeberin: Christiane Eichenhofer war als Kind selbst an Leukämie erkrankt. 2006 erhielt sie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
  • Spenden: In 27 Jahren hat die Stiftung 27 Einrichtungen und Projekte mit insgesamt 4 Millionen Euro unterstützt.
  • Tour Ginkgo ist eine Radtour ohne Wettbewerbscharakter. An drei Tagen fahren die Radler verschiedene Ortschaften an und nehmen an zahlreichen Tourstopps Spenden entgegen.
  • Teilnehmer: Gesamt etwa 180 Prominente Radler und Privatfahrer, die ein Sattelgeld für Übernachtung und Ausrüstung zahlen. Dazu 30 Helfer in der Organisation, Logistik und Sammler.
  • Kosten: Alle anfallenden Kosten für Organisation werden durch Sponsorengelder und Paten getragen, sodass alle Spenden zu 100 Prozent dem guten Zweck zu Gute kommen.