Jonas Deichmann

Rekordreise von Kap zu Kap – Tag 38 bis 47

Jonas Deichmann ist Extrem-Bikepacker. Sein aktuelles Projekt: Die Kontinentalquerung vom Nordkap in Norwegen bis nach Kapstadt in Südafrika. In Rekordzeit? Jonas Deichmann plant die 18.000 Kilometer lange Strecke in 75 Tagen zurückzulegen. Wir berichten, was zuletzt passiert ist, bis Tag 47.

Datum:

Viel Sand, viel Leere. Die Afrika-Durchquerung ist eine besondere Herausforderung.

Tag 38 und 40: Auf dem Weg nach Äthiopien

Jonas freut sich über buntes Treiben in Khartum. Seine Strecke führt ihn entlang des Blauen Nil an Fruchtfeldern vorbei. Es ist insgesamt kühler als die letzten Tage. Nach 275 Kilometern erreicht Jonas ein Hotel. Der nächste Tag beginnt mit einer anspruchsvollen Strecke: Tiefer Matsch fordert Kraft und Koordination. Abends erreicht er Doka, findet dort – entgegen seiner Annahme – allerdings kein Hotel. Er übernachtet in einem Restaurant. Auch den Tag drauf ist keine Besserung hinsichtlich der Streckenbeschaffenheit in Sicht. Jonas radelt mit durchschnittlich 18 Stundenkilometern weiter. Mittags erreicht er die äthiopische Grenzen, wo er nach drei Stunden Wartezeit eine komplett andere Welt betritt. Menschen überall, viele Kinder, die ihm begeistert nachschreien. Er stoppt eine Stunde vor Sonnenuntergang, um nicht Gefahr zu laufen, überfallen zu werden.

Tag 41 und 42: Steine werfende Kinder

Wieder Magenprobleme. Dazu technische Probleme: Die Kurbel hat sich gelöst. Jonas steuert eine Autowerkstatt an, dort kann ihm mit Hammer und Werkzeug geholfen werden. Es steht ein erster harter Anstieg auf dem Programm. Jonas ist froh, nicht nachts zu fahren, überall ist Militär, Polizei und private Wach- und Militärdienste. Abends geht’s seinem Magen schon etwas besser, aber ganz gesund ist er noch nicht. Ganz gesund ist er am Folgemorgen auch noch nicht – die wunderbare hügelige Landschaft entlohnt. Schwierigkeiten bereiten ihm die vielen bettelnde und aggressive Kinder, die ihn stoppen und sogar mit Steinen auf ihn werfen.

Tag 43 und 44: Endlich Spaghetti im Hotel

Der Tag beginnt mit einem langen Anstieg auf 2.600 Meter Höhe. Jonas fühlt sich leer und klettert nur sehr langsam hoch. Es fällt ihm schwer, Verpflegung zu finden und sein Kaloriendefizit zu decken. In dem Örtchen Felege Birhan kommen wieder viele Kinder auf ihn zugerannt, stoppen ihn. Jonas will Wasser kaufen, schafft es aber nicht, weil die Kinder seine Taschen öffnen. Er fährt davon – durstig. Später kollidiert er beinahe mit einem die Straße kreuzenden Esel. Abends erreicht er ein Hotel, das sogar Spaghetti auf der Speisekarte hat. Neuer Tag, neue Energie. Auch die Magenprobleme sind verschwunden. Nach 20 flachen folgen 22 Kilometer ansteigende Kilometer, am Plateau warten spielende Affen. Danach geht’s hoch und runter auf über 2.000 Meter Höhe.

Tag 45 bis 47: Unruhen in Zigway und Shashemene

Mittags erreicht Jonas die Hauptstadt Äthiopiens, Addis Abeba. Viele Stunden vergehen, bis sich Jonas seinen Weg durch den Stadtdschungel bahnen konnte. Auch am nächsten Tag geht es zügig weiter, in Zigway warten Demonstranten. Leider muss Jonas den Tag im Hotel verbringen, wütende Demonstranten machen die Weiterfahrt unmöglich. Jonas ist froh, im Hotel in Sicherheit zu sein. Mit Einbruch der Nacht wird die Demonstration immer gewalttätiger – die eintreffende Armee soll für Ruhe sorgen. Am nächsten Morgen kann die Fahrt für Jonas weitergehen, die Situation hat sich beruhigt. Nach 50 Kilometern erreicht Jonas Shashemene, doch die Stadt ist blockiert: brennende Lkw-Reifen, Barrieren aus Baumstämmen. Jonas gerät um Haaresbreite in den Mob, doch Einheimische schirmen ihn ab und bringen ihn in Sicherheit. Später nutzt er die Chance, um zu flüchten und gerät in eine 70 Kilometer lange Gravelpassage. Wieder wird er mit Steinen beworfen. Er findet ein Hotel, als es dunkel wird. Wieder fehlen ein paar Kilometer. Jonas freut sich auf entspannte Touren in Kenia.

Galerie: Kap zu Kap: Bilder von Tag 38–49

Wir werden über den weiteren Verlauf berichten. Die Rekordfahrt von Jonas Deichmann kann hier verfolgt werden.