Reparatur am Unfallort

ADAC verlängert Fahrrad-Pannenhilfe

Die Fahrrad-Pannenhilfe des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) in Berlin und Brandenburg wird aufgrund der vielversprechenden Testphase verlängert. Seit dem Start des Pilotprojekts im Juli dieses Jahres haben die "Gelben Fahrrad-Engel" mehr als 300 Radfahrern helfen können. Es werde sogar ein bundesweiter Service in Erwägung gezogen.

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Mitglieder in Berlin und Brandenburg können seit Juli den Fahrrad-Pannenservice des ADAC in Anspruch nehmen.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) startete im Juli dieses Jahres ein Pilotprojekt für Fahrradfahrer. So konnten die Mitglieder in Berlin und Brandenburg die "Gelben Engel" erstmals auch bei einer Fahrrad-Panne rufen.
Ursprünglich war die Testphase auf drei Monate limitiert, um zu eruieren, wie viele Mitglieder in welcher Häufigkeit ihr Fahrrad nutzen, und wie hoch der tatsächliche Bedarf an einem solchen Fahrrad-Pannenservice ist. Thomas Reynartz, Leiter der ADAC-Pannenhilfe, zieht gegenüber BIKE BILD ein positives Fazit und berichtet, dass man mehr als 300 Fahrrad-Pannen beheben konnte. Da das Projekt so gut angenommen wurde, werde es sogar auf unbestimmte Zeit verlängert.

Bei rund einem Dutzend Pannen Weitertransport notwendig

Die Fortbildungen des ADAC-Personals hätte – Corona bedingt – zunächst digital stattgefunden, später dann mit fahrradspezifischem Werkzeug und Ersatzteilen. Die Service-Mitarbeiter sollen vor Ort fast jede Panne behoben haben. Bei rund einem Dutzend wäre jedoch ein Weitertransport zur Werkstatt notwendig. Die Wartezeit der Radfahrer würde im Durchschnitt eine Dreiviertelstunde betragen bis die Einsatzfahrzeuge am Pannen- und Unfallort eintreffen würden.
Aufgrund der vielversprechenden Erfahrung aus der Testphase zieht der ADAC zukünftig auch einen bundesweiten Service in Erwägung. Die Nummer der eigens für diese Pilotphase eingerichteten Hotline für die Fahrradpannenhilfe lautet 0 30 86 86 86 86.

Thomas Reynartz, Leiter der ADAC-Pannenhilfe.

5 Fragen an Thomas Reynartz, Leiter der ADAC-Pannenhilfe

Herr Reynartz, wie bewerten Sie die bisherige Testphase?
Für den ADAC verlief der Test bisher sehr vielversprechend. Aus dem Stand heraus wird diese Leistung von unseren Mitgliedern sehr gut angenommen und die Kollegen der Straßenwacht können fast jede Panne beheben. Besonders zufrieden sind wir mit der sehr positiven Beurteilung der Mitglieder: Über 90 Prozent würden den Service direkt weiterempfehlen, ein absoluter Top-Wert.
Wie viele Radfahrer haben die Fahrrad-Pannenhilfe in Anspruch genommen?
Wir haben bis jetzt über 300 Pannenhilfen in Berlin und Brandenburg absolviert.
Sie sagten, dass das Personal speziell geschult wurde. Wie sah die Schulung aus?
Corona bedingt fanden die ersten Fortbildungen digital statt, später dann mit fahrradspezifischen Werkzeugen und Ersatzteilen. Unsere Gelben Engel sind ja aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung schon sehr versiert.
Welche Vorteile sehen Sie als ADAC gegenüber anderen Anbietern von Fahrrad-Pannenhilfen (ADFC, VCD z. B.)?
Beim ADAC erhalten die Mitglieder im Testgebiet diesen Service rund um die Uhr kostenlos und das schon ab der eigenen Haustür. Das ist nicht bei allen Anbietern so abgesichert. Hinzu kommt unser flächendeckendes Hilfenetz: Wir helfen überall, wo wir mit den Einsatzfahrzeugen entsprechend der StVO anfahren können.
Gibt es Pläne für einen zukünftigen Ausbau der ADAC-Pannenhilfe für Radfahrer?
Wir werden die Pilotphase in Berlin und Brandenburg fortführen und so weitere Erfahrungen sammeln. Aufgrund der vielversprechenden Erfahrungen aus der Testphase werden wir durchaus einen bundesweiten Service in Erwägung ziehen.
Das Interview führte Franziska Schwenk.