HPA Hamburger Hafenerlebnisrouten

Die schönsten Fahrradtouren durch den Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen ist der größte deutsche Seehafen – und gehört für Touristen zum Pflichtprogramm. Wir stellen Ihnen die drei schönsten Fahrradtouren durch das imposante Hafengelände vor.

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Sehenswürdigkeiten in allen Richtungen: Die Elbmetropole Hamburg hat viel zu bieten, vor allem den Hafen sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Das sogenannte "Tor zur Welt“, der Hamburger Hafen, welcher am 7. Mai 1189 gegründet wurde, ist mit 7.200 Hektar der drittgrößte Hafen Europas. In 2021 erzielte er einen Containerumschlag von 8,7 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer).
Den Hamburger Hafen auf dem Fahrrad zu erleben, das ist das Ziel der Hafenerlebnisrouten der HPA (Hamburg Port Authority). Die drei Routen sind zusammen knapp 60 Kilometer lang und erstrecken sich quer durch große Teile des Hafenareals. Start ist bei allen drei Touren der Alte Elbtunnel bei den Landungsbrücken. Zum Start kommen Sie entweder mit dem Fahrrad oder mit der U3, S1, S2 oder S3. Ziel ist die S-Bahnstation in Wilhelmsburg, der Bahnhof Harburg und der Fähranleger Finkenwerder.

Idylle mit Hafenflair: Gibt es schönere Orte zum Pausieren?

Route 1 (Hafen-Zeitreise)

Diese Route führt ungefähr 15 Kilometer von den Landungsbrücken über Veddel nach Wilhelmsburg. Man fährt viele Abschnitte auf Radwegen direkt neben stark befahrenden Straßen, aber auch lange Passagen am Deich oder durch die großen Parkanlagen in Wilhelmsburg sind Teil der Strecke. Wir empfehlen, auf dem Weg in Richtung Veddel einen Halt beim Hafenmuseum Hamburg machen, wo Sie sich alte Schiffe und vieles mehr kostenlos draußen angucken können.

Route 2 (Große Hafenrundfahrt)

Gestartet wird wieder bei den Landungsbrücken und es geht dann ungefähr 25 Kilometer entlang der Deiche über die Kattwyk-Brücke, in Richtung Moorburg. Dort fährt man zur Abwechslung auch mal über Kieswege auf verschiedene Aussichtspunkte, welche eine schöne Aussicht über das beeindruckende Container Terminal Altenwerder ermöglichen. Weiter geht’s auf Waldwegen zur kleinen Gertrud Kirche Altenwerder. Auf gleichem Weg geht es zurück wieder auf den Deich in Richtung Ziel, der Fähranleger Finkenwerder. Genießen Sie die Fährfahrt bei schönem Wetter auf dem oberen Deck.

Route 3 (Baustile des Hafens):

Führt wieder ungefähr 15 Kilometer von den Landungsbrücken relativ gerade an Deichen, entlang Wilhelmsburg, in Richtung Harburger Bahnhof. Auf dieser Route gibt es besonders viele Orte für eine kleine Pause mit schöner Aussicht, zum Beispiel über die Kanäle oder über den Harburger Hafen.

Hier finden Sie die Routen als Collection bei Komoot

Die wichtigsten Fragen

Warum den Hafen mit dem Fahrrad erkunden?
Auf zwei Rädern kommen Sie relativ schnell in die kleinsten und verstecktesten Ecken des Hafens. Außerdem ist man als Fahrradfahrer deutlich flexibler als mit dem Auto. Der Hafen hat auch beeindruckende und schöne Highlights, welche Sie auf zwei Rädern besser bestaunen und genießen können.
Gibt es ausreichend Radwege?
Auf allen Routen fährt man immer nur auf Radwegen oder Straßen, auf denen keine Autos erlaubt sind. Dass man sich auf einer stark befahrenen Straße neben Lkw befindet, kommt an keinem Punkt der Touren vor. Die meiste Zeit sind die Wege so breit, sodass es möglich ist zu zweit nebeneinander zu fahren. Momentan gibt es ungefähr 95 Kilometer Radwege im Hamburger Hafen.

Das Hafenmuseum Hamburg liegt im Stadtteil Kleiner Grasbrook.

Muss ich immer den Routen folgen?
Besonders schön an den Routen ist, dass es genügend Infotafeln gibt, diese stehen bei den farbig markierten Zahlen auf der Karte. Wenn Sie die Routen fahren, sind Sie nicht gezwungen auf diesen zu bleiben. Häufig gibt es Sehenswürdigkeiten oder Aussichtspunkte, die nicht auf den Routen liegen, aber auf der Karte markiert sind. Auf eigene Faust den Hafen zu erkunden ist durchaus erwünscht. Doch schon auf der Originalroute kommen Sie an vielen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten vorbei.
Worauf muss ich achten?
Dadurch, dass der Hamburger Hafen ein Wirtschaftsraum ist, liegt mehr Müll und Dreck als andernorts rum; das bedeutet auch viele Glassplitter. Sie sollten Flickzeug mitbringen oder sehr gut aufpassen, worüber Sie fahren. Auch Restaurants oder andere Verpflegungsmöglichkeiten sind kaum vorhanden, daher sollte man sich vor der Tour ordentlich Proviant einpacken oder am Start bei den Landungsbrücken etwas essen.

Wer in Hamburg Urlaub macht, sollte unbedingt mal Fähre fahren und sich den frischen Wind um die Ohren wehen lassen.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für die beiden 15-Kilometer-Touren genügen ohne An- und Abfahrt zwei Stunden. Aber je mehr Zeit man mitbringt, desto besser, da es schöne Ecken für eine kleine oder auch große Pause gibt. Bei der Route 2 (Großen Hafenrundfahrt) würden wir drei Stunden mindestens empfehlen, auch hier gibt es viele Möglichkeiten für eine Pause.
Was sollte man mitführen?
Wie schon angesprochen, Sie sollten genug Essen und Trinken dabei haben. Doch viel wichtiger ist ein Fahrrad mit dem man ohne Probleme mindestens 15 Kilometer entspannt fahren kann. Geld sollte auch nicht fehlen, zum Beispiel für eine HVV-Karte. Ein GPS-Navigationsgerät oder ein Handy mit einer Navigations-App sind sehr hilfreich, da man auf dem Hafenerlebnisrouten-Flyer an einigen Stellen nicht eindeutig erkennt, wo es langgeht. Zwar ist die Route an vielen Stellen ausgeschildert, aber das kann auch verwirrend sein, da auf den Schildern nur angezeigt wird, in welcher Richtung welche Sehenswürdigkeit liegen. An der Ausschilderung der Routen will die HPA in nächster Zeit arbeiten. Natürlich auch Neugier und gute Laune sollten dabei sein, wie Ralf Schütt von der HPA sagt.

Vom Hafen aus gut zu sehen: die Hamburger Elbphilharmonie, liebevoll auch "Elphi" gerufen.

Für welche der Routen soll ich mich entscheiden?
Egal, für welche Route Sie sich entscheiden, Sie werden einen schönen Tag haben und vieles erleben, da Sie an vielen Ecken vorbeikommen, wo Sie sonst nie landen würde. Die Route 2 (Große Hafenrundfahrt) mit einer Länge von 25 Kilometern ist am schönsten, da man am meisten sieht und auch mal die befestigten Wege verlässt und ein wenig durch Wiesen und Wälder fährt. Besonders interessant und schön ist die Aussicht über das Container-Terminal Altenwerder; wir empfehlen diese Stelle für eine kurze oder längere Pause. Auch die Fahrt mit der Fähre von Finkenwerder zurück zu den Landungsbrücken ist sehr beindruckend. Tipp für Nicht-Hamburger: Die Fährfahrten sind in den HVV-Tickets inklusive.
Kann man auch alle Routen hintereinander fahren?
Ja, es ist sehr empfehlenswert alle drei Routen hintereinander zu fahren, so wie wir es gemacht haben. Wir haben bei den Landungsbrücken gestartet und sind Route 3 bis Harburg gefahren. Von da aus haben wir die S-Bahn genommen und sind bis Wilhelmsburg gefahren. Von da aus sind wir Route 1 in Richtung Veddel nach Landungsbrücken gefahren. An den Landungsbrücken haben wir etwas gegessen, hier ist für jeden etwas dabei, zum Beispiel ein leckeres Fischbrötchen. Wieder durch den alten Elbtunnel – und Route 2 (Hafenrundfahrt) konnte beginnen. Diese Route als letztes war ein guter Abschluss und die Fährfahrt von Finkenwerder zurück war perfekt zum Ende. Wenn Sie einen ganzen Tag Zeit haben und 55 Kilometer fahren können und wollen, dann empfehlen wir es genau so zu machen, auch wenn wenige Passagen doppelt gefahren werden müssen.
Zum Abschluss wollen wir den Herausgeber der Hafenerlebnisrouten, Ralf Schütt, zu Wort kommen lassen. Er sagt: "Es ist allgemein sehr lohnenswert die Hafenerlebnisrouten zu fahren, weil einerseits hat man den Hafen mit seinen ganzen Vorzügen und wie die Route schon heißt, einen Hafen zu erleben und der Weg ist das Ziel."
Autor: Nick Oehler

Abwechslung zum industriellen Charme und maritimen Flair bieten solche Naturwege.