Code-, Ketten- und Mini-Bügelschlösser

Aktuelle Fahrrad-Schlösser im Test (Modelle 2020/2021)

Bolzenschneider, Hammer, Lockpicking, Metallsäge: Diesen Angreifern mussten Fahrradschlösser im Test standhalten. BIKE BILD hat jeweils vier Zahlencode-, Ketten- und Mini-Bügelschlösser untersucht. Zudem haben wir einen Blick auf praktische „Bäckerschlösser“ im Taschenformat geworfen.

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An diesem massiven Kettenschloss beißt sich selbst der 90 Zentimeter lange Bolzenschneider die Zähne aus.

Ein Schloss gehört zum Pflichtequipment jedes Radfahrers. Aber Achtung: Billige Modelle halten höchstens Gelegenheitsdiebe von der Mitnahme ab, vor professionellen Diebesbanden bietet nur ein Qualitätsschloss Schutz. Die Stahlkette, das Bügel - oder das Faltschloss sollte mindestens drei Minuten dem Angriff von Diebstahlwerkzeugen standhalten. Dauert es länger, geht man davon aus, dass das Risiko den Langfingern zu groß ist und sie aufgeben. Wir haben getestet, welche Schlösser diese Anforderungen erfüllen.

Auf der Suche nach Schwachstellen

Für unseren Vergleichstest haben wir uns fachkundige Unterstützung vom Hamburger Prüf- und Zertifizierungsinstitut Hermes Hansecontrol geholt. Die Sicherheitsexperten haben alle Fahrradschlösser mit Mitteln aus ihrem Arsenal – Bolzenschneider, Hammer, Akku-Winkelschleifer – attackiert. Die Prüfer gingen genau wie echte Diebe vor: Sie machten Schwachstellen ausfindig und probierten auch, den Schließzylinder „sanft“ durch Lockpicking zu öffnen.
Wie die zwölf Fahrradschlösser abgeschnitten haben, sehen Sie im folgenden. Auf einen Test verzichtet haben wir in der Kategorie „Bäckerschlösser“: Diese leichten, kleinen Wegfahrsperren kommen bei Zwischenstopps während der Tour zum Einsatz, bieten jedoch keinen Schutz vor Werkzeugen. Vier dieser Kabelsicherungen stellen wir ebenfalls kurz vor.

Der große Fahrradschlösser-Test im Überblick

4 kompakte Code-Schlösser im Test

Praktisch: Diese platzsparenden Zahlencode-Schlösser benötigen keinen Schlüssel.

Zahlencode-Schloss im Test: Abus Bordo Combo 6100

Abus Bordo Combo 6100: Klassiker mit Code

Fazit: Für ein Code-Schloss ausgesprochen diebstahlsicher – Test-Sieger!
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Wertung: 11 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 84,95 Euro

Zahlencode-Schloss im Test: Kryptonite Keeper 585 Faltschloss Combo

Kryptonite Keeper 585 Faltschloss Combo: Die eine Seite der Medaille

Fazit: Leichtes Zahlenschloss mit Schwachstellen beim Diebstahlschutz.
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Wertung: 9 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 69,99 Euro

Zahlencode-Schloss im Test: Squire Snaplok 260

Squire Snaplok 260: Riesen-Karabinerhaken

Fazit: Leichtes Code-Schloss in ungewohnter Optik, aber ohne Halterung und mit Sicherheitsschwächen.
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Wertung: 9 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 62,60 Euro

Zahlencode-Schloss im Test: Trelock FS 360 Code

Trelock FS 360 Code: Die andere Seite der Medaille

Fazit: Unterscheidet sich nur minimal vom getesteten Kryptonite-Codeschloss.
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Wertung: 9 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 79,99 Euro | Zum Angebot

4 Zahlencode-Schlösser fürs Fahrrad im Test – Übersicht

Ranking

Modell

Preis

Punkte

Wertung

Kaufen

Platz 1 (Test-Sieger)

Abus Bordo Combo 6100

84,95 Euro

11/15

gut

(Lucky Bike)

Platz 2

Kryptonite Keeper 585 Faltschloss Combo

69,99 Euro

9/15

gut

Platz 2

Squire Snaplok 260

62,60 Euro

9/15

gut

Platz 2

Trelock FS 360 Code

79,99 Euro

9/15

gut

Amazon

4 Kettenschlösser im Test

Die Stahlkette ist das Symbol für beste Sicherheit, überdies ist sie flexibel einsetzbar.

Kettenschloss im Test: Hiplok Gold

Hiplok Gold: Coole Kurierschärpe

Fazit: Vergleichsweise sicher und leicht, kann zudem am Körper getragen werden.
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Wertung: 12,5 von 15 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 129,99 Euro

Kettenschloss im Test: Litelok Gold Wearable

Litelok Gold: Silberner Gürtel

Fazit: Ein Leichtgewicht, das ausreichend Diebstahlschutz bietet und als Gürtel getragen werden kann. Test-Sieger!
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Wertung: 14 von 15 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 149,95 Euro | Zum Angebot

Kettenschloss im Test: Squire SS50S/G3

Squire SS50S/G3: Britische Panzerkette

Fazit: Fast unzerstörbares, aber schweres Ungetüm.
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Wertung: 9 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 102,50 Euro

Kettenschloss im Test: Voxom Viking

Voxom Viking: Weicher Wikinger

Fazit: Solides Kettenschloss – Preistipp!
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Wertung: 10,5 von 15 Punkten
Note: gut
Preis: 84,95 Euro

4 Kettenschlösser fürs Fahrrad im Test – Übersicht

Ranking

Modell

Preis

Punkte

Wertung

Kaufen

Platz 1 (Test-Sieger)

Litelok Gold Wearable

149,95 Euro

14/15

sehr gut

Amazon

Platz 2

Hiplok Gold

129,99 Euro

12,5/15

sehr gut

Amazon

Platz 3

Voxom Viking

84,95 Euro

10,5/15

gut

Platz 4

Squire SS50S/G3

102,50 Euro

9/15

gut

4 Mini-Bügelschlösser im Test

Viel Sicherheit, wenig Packmaß: Diese Qualitätsschlösser passen in die Hosentasche.

Mini-Bügelschloss im Test: Contec Neoloc Bügelschloss

Contec Neoloc Bügelschloss: Bunter Billigheimer

Fazit: Klein und leicht, bietet aber keine nennenswerte Sicherheit.
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Wertung: 7,5 von 15 Punkten
Note: befriedigend
Preis: 24,95 Euro | Zum Angebot

Mini-Bügelschloss im Test: Hiplok D

Hiplok D: Bravouröser Bügel

Fazit: Mit praktischem Clip zum Befestigen an Gürtel oder Tasche ausgestattet; überzeugender Diebstahlschutz – Test-Sieger!
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Wertung: 14 von 15 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 59,99 Euro | Zum Angebot

Mini-Bügelschloss im Test: Kryptonite Evolution Lite Mini-6

Kryptonite Evolution Lite Mini-6: Sicheres Leichtgewicht

Fazit: Das Kryptonite-Mini-Bügelschloss überzeugt in jeder Kategorie.
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Wertung: 12,5 von 15 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 64,99 Euro | Zum Angebot

Mini-Bügelschloss im Test: Trelock U5 Mini

Trelock U5 Mini: Kleiner Klassiker

Fazit: Kleines Bügelschloss mit Rahmenbefestigung und ausgezeichnetem Diebstahlschutz.
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Wertung: 12 von 15 Punkten
Note: sehr gut
Preis: 59,90 Euro | Zum Angebot

4 Mini-Bügelschlösser fürs Fahrrad im Test – Übersicht

Ranking

Modell

Preis

Punkte

Wertung

Kaufen

Platz 1 (Test-Sieger)

Hiplok D

59,99 Euro

14/15

sehr gut

Amazon

Platz 2

Kryptonite Evolution Lite Mini-6

64,99 Euro

12,5/15

sehr gut

Amazon

Platz 3

Trelock U5 Mini

59,90 Euro

12/15

sehr gut

Amazon

Platz 4

Contec Neoloc Bügelschloss

24,95 Euro

7,5/15

befriedigend

Amazon

„Bäckerschlösser“ im Check

Vorgestellt: Diese Wegfahrsperren sichern das Rad gerade mal für den Stopp beim Bäcker.
Als Schlösser würden wir diese kleinen Stahlund Kunststoffkabel nicht bezeichnen. Sie bieten selbst gegen einfachste Werkzeuge keinen Schutz. Weil sie aber weniger als 100 Gramm wiegen und in jede Satteltasche passen, sind die kleinen Sicherheitskabel die perfekten Begleiter, wenn man auf der Radreise kurz in den Supermarkt muss, bei der Rennradrunde einen Kaffeestopp beim Bäcker einlegt oder nach der Wochenendtour im Biergarten einkehrt. Die kleinen Kabel und Schlaufen bieten minimalen Schutz gegen spontanes, unerlaubtes Wegtragen des Fahrrads.

Modell

Preis

Kaufen

BBB BBL-52

11,95 Euro

Amazon

Hiplok Z Lok

9,99 Euro

Amazon

Red Cycling Products Secure Pocket Lock

12,99 Euro

Voxom Sch1

9,95 Euro

Amazon

So haben wir die Fahrradschlösser getestet

Für unseren Fahrradschlosstest haben wir mit dem Prüflabor von Hermes Hansecontrol in Hamburg kooperiert. Das Unternehmen führt Produktprüfungen und -zertifizierungen durch, damit Waren aller Art den notwendigen Qualitätsnormen und Sicherheitsanforderungen entsprechen. Auch für alles rund ums Fahrrad hat Hansecontrol die erforderlichen Prüfstände und das notwendige Know-how.
Die Sicherheitsexperten haben alle Schlösser mit den hier aufgeführten Gerätschaften angegriffen. Wenn ein Modell nach 180 Sekunden nicht geöffnet werden konnte, galt die Prüfung als bestanden. Für jeden bestandenen Angriff gab es einen Stern in der Kategorie Sicherheit. Ausnahme: Im Sägetest vergaben wir zwei Sterne für unterschiedliche Sägeblätter. Da kein Schloss dem Akku-Winkelschleifer über eine nennenswerte Zeit standhielt (bis auf das Kettenschloss von Hiplok), ist diese Methode nicht in die Bewertung eingeflossen. Hinweis: Eine Normprüfung haben wir im Zuge des Schlosstests nicht durchgeführt.

Fies: Mit der Kombination aus Schlagschraubendreher und Hammer konnten wir gezielt Schwachstellen angreifen.

Lockpicking
Die Methode Dietrich ist geräuschlos und für geübte Anwender schnell ausgeführt. Im Test konnte jedoch nur ein einziges günstiges Schloss mit dem Feinwerkzeug geöffnet werden, qualitativ hochwertige Schließzylinder lassen Aufsperrexperten in aller Regel verzweifeln.
Säge
Laut den Sicherheitsexperten von Hansecontrol eine bisweilen überschätzte Gefahr. Zwar lassen sich einige Schlösser unter Laborbedingungen mit Metallsägen öffnen, in der Praxis brauchen Diebe jedoch viel Raum zum Arbeiten und verursachen Lärm. Die Prüfer griffen sowohl mit einem Wolfram-Sägeblatt als auch mit einer speziellen Metallsäge an.

Unsichere Schließzylinder lassen sich mit der entsprechenden Feinarbeit mittels Lockpicking öffnen.

Bolzenschneider
Der Klassiker – leider. Einen Bolzenschneider in 60 oder 90 Zentimeter Länge, wie ihn die Prüfer verwendeten, bekommt man in jedem Baumarkt. Diesem Gerät fielen unsere Faltschlösser in kurzer Zeit zum Opfer, die Bügel- und Kettenschlösser schlugen sich besser. Die Experten raten dazu, das Schloss möglichst weit oben am Fahrrad anzubringen, damit der Dieb nicht über den Boden hebeln kann.
Hammer und Schlagschraubendreher
Steckt der Schlagschraubendreher erst mal drin, kann er mit einem Hebel gedreht und so das Schloss aufgebrochen werden. Diese beiden Werkzeuge brechen Schlösser mit einer Kombination aus Präzision und Kraft auf. Der Kopf des Schraubendrehers lässt sich gezielt gegen Schwachstellen wie Schließzylinder oder Scharniere einsetzen.
Winkelschleifer
Unter Handwerkern auch einfach als Flex bekannt. Der rotierenden Trennscheibe hielt keines unserer Schlösser stand. Die Nachteile für Fahrraddiebe: Funkenflug und höllischer Lärm – nicht gerade dezent. Um Opfer dieses Geräts zu werden, muss man sein Rad schon an sehr entlegenen Orten abstellen und lange unbeaufsichtigt lassen. Laut den Experten von Hansecontrol die Wahl von abgebrühten Profi-Knackern.

Geknackt haben wir sie am Ende alle: Gegen einen Winkelschleifer ist kein Schloss gewappnet.

Das sicherste Schloss ist nicht zwangsläufig das am besten geeignete. Schließlich muss es sich auch noch gut transportieren und bedienen lassen. Deswegen haben wir Punkte für das Gewicht vergeben: Je geringer, desto besser – angelehnt am besten Modell im Testfeld.
Auch die weitere Ausstattung kann ein Kaufargument sein. Wir haben Punkte vergeben für Wasserschutz am Schlüsselloch, mehr als zwei Schlüssel im Lieferumfang, eine Rahmenhalterung, Gummiummantelung des Metalls, Farbauswahl und Zusatznutzen wie reflektierendes Material bei Schlössern, die am Körper getragen werden können.