Für 1,56 Milliarden Euro

Finanzinvestor KKR will Fahrradhersteller Accell kaufen

Die florierende Fahrradbranche zieht einen Großinvestoren an. Der niederländische Fahrradhersteller Accell Group soll künftig unter der New Yorker Beteiligungsgesellschaft KKR agieren.

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Felix Diemer; Eurobike

Die Fahrradbranche hat in den letzten Jahren bereits einige Umbrüche verzeichnet.

Ein Konsortium um den US-Investor KKR (Kravis, Kohlberg und Roberts) einigte sich kürzlich, den Fahrradhersteller Accell Group für 1,56 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Der niederländische Hersteller vertreibt Fahrradmarken wie Raleigh, Sparta und Batavus. Seit Beginn der Pandemie boomt das Fahrradgeschäft, insbesondere durch den gesteigerten Absatz an E-Bikes. Abermals zieht die Fahrradbranche dadurch einen milliardenschweren Investoren an.
Bereits im letzten Jahr hat der niederländische Fahrradhersteller Van Moof unter Hillhouse Capital seine Investitionen um 128 Millionen Euro gesteigert, um die Expansion auf dem amerikanischen Markt finanzieren zu können. Ebenfalls wurde im Jahr 2020 der Koblenzer Fahrradhersteller Canyon für 800 Millionen Euro von der belgischen Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert aufgekauft.
Accell selbst verzeichnete trotz Lieferengpässe in dem Corona-Jahr 2020 eine Umsatzsteigerung um 17 Prozent, auf 1,3 Milliarden Euro. Bei dem derzeitigen Angebot des Finanzinvestors KKR liegt das Angebot je Aktie bei 58 Euro in bar. Dies wäre ein Aufschlag von 26 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Freitag, dem 21.01.2022, und ein Aufschlag von 42 Prozent im Vergleich zum dreimonatigen Durchschnittskurs. Im Jahr 2017 lehnte Accell das damalige Übernahmeangebot des Investors Pon Holdings für 33 Euro je Aktie ab.
Bei Übernahme wollen die Investoren die führende Position des Unternehmens auf dem europäischen E-Bike-Markt ausbauen und die Niederlande weiter als den globalen Mittelpunkt des Radsports etablieren. Unterstützt wird der derzeitige Deal vom Accell-Vorsitzenden Rob Ter Haar – er erhoffe sich im Falle eines Abschlusses einen Mehrwert für Aktionäre sowie einen strategischen Nutzen für das Unternehmen. Der Deal soll im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.