Durchschnittsnote 3,9

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests 2020

Der ADFC hat die 25 fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands ausgezeichnet. Trotz einer leicht positiven Entwicklung stellen die Radfahrenden ihren Gemeinden insgesamt kein gutes Zeugnis aus.

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Der Fahrradklimatest ist laut ADFC die größte Umfrage unter Radfahrenden weltweit und wird mit Unterstützung des Bundesverkersministeriums durchgeführt.

Nicht wirklich befriedigend: Mit der Durchschnittsnote 3,9 wurden die deutschen Städte im Rahmen des Fahrradklimatests von 230.000 Radfahrenden bewertet. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, der die Abstimmung über die Fahrradfreundlichkeit von 1024 deutschen Städten und Gemeinden organisiert hat, hat gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium die 25 besten Städte im Ranking ausgezeichnet. Am besten schnitt bei den Großstädten über 500.000 Einwohner Bremen ab, gefolgt von Hannover und Aufsteiger Frankfurt am Main. Karlsruhe konnte bei den Städten über 200.000 Einwohner gewinnen und holte mit 3,1 die beste Gesamtnote aller Städte. Gut für die ausgezeichneten Städte aber kein Grund zur Freude über das deutsche Radverkehrswesen. Der ADFC aus Bremen kommentiert: „Dass Bremen mit einer Schulnote von 3 Minus die Liste der fahrradfreundlichsten Städte anführt, sagt viel über die Fahrradfreundlichkeit der deutschen Städte aus. Es muss endlich mehr getan werden, damit sich die Leute auf dem Rad auch sicher fühlen und gerne damit unterwegs sind!“ Der ADFC Deutschland fasst zusammen:
  • Die Zufriedenheit der Radfahrenden bleibt auf niedrigem Niveau (Schulnote 3,9)
  • 80 Prozent der Befragten finden die Radwege zu schmal
  • Für 75 Prozent sind mangelnde Falschparker-Kontrollen auf Radwegen ein Problem
  • 69 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher

ADFC-Fahrradklimatest: Fördergeld für Infrastrukturausbau nutzen

Der ADFC ruft Städte und Kommunen dazu auf, das Geld aus dem 1,45-Millionen-Euro-Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums für den Radwegausbau zu verwenden. Hauptproblem ist und bleibt die mangelhafte Infrastruktur für Radfahrende. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer stimmt ein: „Ich will, dass Radfahren wieder viel öfter Energie, Genuss, Lebensfreude wird. Deutschland Fahrradland ist keine Phantasie, sondern wird immer mehr zur Realität. Mit unserer Radverkehrsoffensive unterstützen wir die Länder und Kommunen dabei, den Radverkehr spürbar zu verbessern.“ ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peter ergänzt: „Seit Corona ist überdeutlich geworden: Die Menschen in Deutschland wollen mehr Radfahren – und zwar auf guten, breiten Radwegen. Häufige Alltagserfahrung ist aber immer noch: Radwege sind zu schmal, zugeparkt oder durch Baustellen unterbrochen.“
Alle Ergebnisse finden Sie unter: fahrradklima-test.adfc.de