Karlsruhe ist fahrradfreundlichste Stadt

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests

Das Bundesverkehrsministerium und der ADFC haben die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands 2018 ausgezeichnet. Am besten schnitt Karlsruhe ab, neu war die Kategorie Familienfreundlichkeit.

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Gute Laune kommt selten auf: Der ADFC bewertet das Fahrradklima in Deutschland nur als ausreichend.

Wie sicher ist Rad fahren in deutschen Städten? Wo müssen Gemeinden in Sachen Infrastruktur nachbessern? Der Fahrradklimatest soll zeigen, wie attraktiv Rad fahren in der Bundesrepublik zurzeit ist.

Karlsruhe ist fahrradfreundlichste Stadt 2018

„Und wie ist Radfahren in deiner Stadt?“ 32 Fragen zu Sicherheit, Komfort und Infrastruktur stellte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub bei seinem Fahrradklimatest 2018. Am besten bewerteten die Befragten unter allen 680 untersuchten Orten die Stadt Karlsruhe, knapp vor der Fahrrad-Vorzeigestadt Münster. Beste Großstadt (mehr als 500 000 Einwohner) ist Bremen vor Hannover und Leipzig. Am schlechtesten wird das Fahrradklima in den Großstädten Berlin, Dortmund und Köln bewertet. Immerhin konnte die Hauptstadt in der Kategorie Aufholer für die beste Entwicklung im Vergleich zur letzten Befragung 2016 gewinnen. Ausgezeichnet wurde des Weiteren Wettringen in Nordrhein-Westfalen als familienfreundlichste Stadt.

Bundesverkehrsministerium möchte Radverkehr fördern

Das Fahrradklima hat sich im Vergleich mit 2016 nicht verbessert, in 5 von 14 Großstädten fiel die Bewertung sogar leicht schlechter aus. Anlass für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, dessen Ministerium die Befragung fördert, zu einer Ansage: „Radfahren muss Spaß machen und darf kein ewiger Kampf mit den Autofahrern sein. Ich werde deshalb bis Pfingsten Vorschläge für eine Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung vorlegen, die den Radverkehr nutzerfreundlicher und damit noch attraktiver machen soll.“ Man wolle noch mehr Menschen dazu bringen, häufiger aufs Rad zu steigen.
E-Bike-Fahrer

Der ADFC-Radklimatest ist laut Organisatoren die weltgrößte Umfrage dieser Art und fand bereits zum achten Mal statt.

Dazu stellt das Verkehrsministerium 2019 „Rekordmittel“ von 200 Millionen Euro für den Radverkehr bereit, gefördert werden sollen zum Beispiel Radschnellwege, Lastenrad-Modellprojekte und auch Abbiegeassistenten. Man betont aber, dass für die Radwege in den Städten die Gemeinden zuständig sind und nicht der Bund.

ADFC: „Bewertung ist alarmierend“

Beim Fahrradverband ist man angesichts der Ergebnisse wenig zufrieden „Die Bewertungen sind alarmierend: Die Note für die Fahrradfreundlichkeit sank von 3,81 (2016) auf 3,93. Damit ist das Radklima in Deutschland nur ausreichend. Auch das Sicherheitsgefühl hat sich auf 4,16 verschlechtert. 81 Prozent möchten getrennt vom Autoverkehr Rad fahren, bei den Frauen sind es sogar 86 Prozent.“ Die Forderungen des ADFC: "Wir brauchen gute, breite Radwege, getrennt vom starken Autoverkehr, durchgängige Netze, Radschnellwege für Pendler und viel mehr komfortable Fahrradparkhäuser."
Laut ADFC fahren 74 Prozent der Befragten täglich Rad, 75 Prozent geben ebenfalls an, im Besitz eines Autos zu sein. Obwohl die Umfrage als nicht-repräsentativ gilt, sind die Teilnehmer laut ADFC sehr aktive und erfahrene Verkehrsteilnehmer.