Abnahme in 2020 um 14 Prozent

Fahrradproduktion in Deutschland rückläufig

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, ging die Fahrradproduktion in Deutschland 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent zurück. Gleichzeitig steigt der Fahrrad-Bestand in deutschen Haushalten weiter an.

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Die Fahrradproduktion ging 2020 um 14 Prozent zurück. Quelle: Statistisches Bundesamt

Viele Menschen haben in der Corona-Pandemie das Fahrrad neu entdeckt – immer mehr steigen um, von der Bahn aufs Rad oder vom Autositz auf den Fahrradsattel. Doch mit der steigenden Beliebtheit des Fahrrads gehen in Deutschland nicht steigende Produktionszahlen einher, das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach sei die Produktion unmotorisierter Fahrräder im letzten Jahr um 14 Prozent zurückgegangen. 2020 wurden in Deutschland 1,3 Millionen Fahrräder produziert, 2019 waren es noch 1,5 Millionen Stück.

Importe gingen zurück, Exporte stiegen

Interessant ist auch, dass die Importe von Fahrrädern im Jahr 2020 zurückgingen – um knapp 8 Prozent auf rund 2,7 Millionen Stück. Der Warenwert der importieren Fahrräder nahm nur geringfügig um 0,6 Prozent ab. Die Vermutung liegt nahe, dass die Fahrradhändler während der Pandemie vor allem Lager- und Restbestände veräußert haben, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können. Hierzu passt, dass im vergangenen Jahr mehr Fahrräder ins Ausland exportiert wurden. Das Statistische Bundesamt hat ein Plus von 4 Prozent errechnet, die Stückzahl stieg damit auf 958 000. Der Wert dieser Räder erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf rund 657 Millionen Euro im Jahr 2020.

Wichtigster Lieferant ist Kambodscha

Aus Kambodscha kamen 2020 laut Statistisches Bundesamt gut 593.000 Fahrräder nach Deutschland mit einem Wert von rund 144 Millionen Euro. Der asiatische Staat war damit wichtigster Fahrradlieferant – gemessen sowohl an den Stückzahlen als auch am Warenwert. Auf der Stückzahlen-Rangliste folgen auf Platz zwei Polen (261.000) und auf Platz 3 Bangladesch (214.000). Die wichtigsten Abnehmer von Fahrrädern aus Deutschland – sowohl in puncto Menge als auch Warenwert – waren die Niederlande (283.000; Wert: rund 195 Millionen) und Österreich (102.000; Wert: 59 Millionen Euro).

Verkauf von Fahrrädern und Pedelecs nimmt weiter zu

Trotz abnehmender Produktionszahlen in Deutschland im vergangenen Jahr hat der Fahrrad-Bestand in Deutschland zugenommen. Gemäß den Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) stieg der Verkauf von Fahrrädern und Pedelecs von 4,3 Millionen (2019) auf 5,04 Millionen (2020). Das entspricht einem Zuwachs der Gesamtstückzahl von knapp 17 Prozent. Während der E-Bike-Verkauf in diesem Zeitraum sogar um 43 Prozent zunahm, konnte selbst das klassische Fahrrad ohne Motor in 2020 trotz rückläufiger Verkaufszahlen wieder leicht zulegen auf 3,1 Millionen Stück.