Sonderprogramm „Stadt und Land“

Milliarden-Programm für den Radverkehr

Eine „Offensive für besseren Radverkehr“ – das Bundesverkehrsministerium möchte die Bedingungen für Radfahrende verbessern und stellt dafür großzügige Fördermittel in Aussicht.

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Gute Nachrichten für Radfahrer: Für den Infrastrukturausbau bekommen die Gemeinden viel Geld vom Bundesverkehrsministerium. Foto: www.pd-f.de / Sebastian Hofer

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) stellt bis zum Jahr 2023 rund 1,46 Milliarden Euro für den Radverkehr zur Verfügung. Länder und Gemeinden können im Zuge des Sonderprogramms „Stadt und Land“ auf Bundesmittel zum Aus- und Neubau von Radinfrastruktur zurückgreifen.
Der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer spricht von einer „Riesenchance“ und verkündet: „Mit unserem neuen Programm werden wir die Bedingungen für Radfahrende in der Stadt und auf dem Land deutlich verbessern. Wir schaffen Radwege!“ Die Maßnahme ist jedoch keine fahrradfreundliche Initiative Scheuers, sondern Teil des Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung. Darüber hinaus ist es ein überfälliger Schritt im Verkehrssektor, in dem der CO2-Ausstoß in den letzten Jahren nicht gesenkt werden konnte.

Milliarden-Sonderprogramm „Stadt und Land“ für Radfahrer

Gefördert wird alles, was dem Ausbau der Radinfrastruktur dient – und das laut BMVI schnell, unbürokratisch und unmittelbar. Dazu gehören unter anderem:
  • Radverkehrsnetze
  • Eigenständige Radwege
  • Fahrradstraßen
  • Abstellanlagen
  • Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses
  • Lastenradverkehr

ADFC begrüßt Fördermittel des Verkehrsministeriums

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub begrüßt, als wichtigster Interessenvertreter der Radfahrenden, die Fördermittel des BMVI. ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters: „Geld vom Bund ist jetzt reichlich da. Und auch bei der Qualität setzt der Bund neue Maßstäbe und macht klare Vorgaben, wie gute Radinfrastruktur überhaupt gestaltet sein muss, damit sie Menschen aller Altersgruppen zum Radfahren einlädt. Und nicht nur das: Das Bundesverkehrsministerium macht sogar quantitative Zielvorgaben und legt sich fest, wie viele Kilometer Radwege, wie viele Fahrradstraßen und wie viele Fahrradbügel bis 2023 gebaut werden sollen – das ist ein Riesenschritt nach vorn.“ Einziger Kritikpunkt des Fahrradclubs: Auch die sogenannten Schutzstreifen, die auch vom Autoverkehr genutzt werden können, werden gefördert. Diese Markierungslösung sei nicht fahrradfreundlich.