Ausbau des Radverkehrs

So sieht Hamburgs neues Velorouten-Netz aus

Mehr Radwege, fahrradfreundliche Infrastruktur, besserer Service: Die Stadt Hamburg hat sich viel für ihre Radfahrer vorgenommen.

Datum:

Der Velorouten-Netzplan für Hamburg, dargestellt wie der U- und S-Bahnplan der Hansestadt.

Die Stadt Hamburg möchte Schnellstraßen für Radfahrer schaffen. Bei der Vorstellung der Pläne zum Radwegausbau sprach der Bürgermeister Peter Tschentscher von dem Ziel, ein leistungsfähiges Velorouten-Netz zu schaffen. 14 Routen mit einer Gesamtlänge von 280 Kilometern sollen den Pendelverkehr in die Stadt aus allen Himmelsrichtungen attraktiver machen. 50 Kilometer Radweg möchte man pro Jahr schaffen, bis 2020 sollen 80 % des Netzes fertig sein.

Velorouten nicht einheitlich

Die geplanten Radschnellwege sollen möglichst durch Nebenstraßen oder Grünbereiche führen. Wegen der vorhandenen Bebauung müssen viele Velorouten jedoch auch an viel befahrenen Straßen entlanggeführt werden. Dort sollen Radwege und Radfahrstreifen gebaut werden. Auch wenn die Velorouten keinem einheitlichen Bild folgen können, sollen die Standards möglichst hoch sein.

Winterfeste Fahrradwege

Hamburgs Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue nennt die geplanten Velorouten das Rückgrat des Radverkehrs in der Hansestadt. Entscheidend sei, dass man auf den Wegen ganzjährig komfortabel fahren könne. Dafür müssen die Radwege im Herbst frei von Laub und im Winter schnee- und eisfrei sein. Die Stadt hat für dieses Vorhaben neue Räumfahrzeuge angeschafft und Personal eingestellt. Pfaue nannte das Ziel einen bundesweiten Standard für Velorouten zu setzen. Neben der ganzjährigen Nutzbarkeit sollen Radwege mindestens 2,25 Meter breit sein. 260 Kilometer des geplanten Velorouten-Netzes sollen vom Winterdienst ganzjährig befahrbar gehalten werden.

Radverkehrsförderung in Hamburg

Der Ausbau des Velorouten-Netzes ist nur ein Teil des Hamburger Konzepts zur Radverkehrsförderung. Ab 2019 wird die Stadradflotte komplett erneuert, außerdem sind 25.000 Bike-and-Ride-Parkplätze für die ÖPNV-Anbindung geplant. Zurzeit liegt der Radverkehrsanteil in Hamburg laut der Studie Mobilität in Deutschland 2017 bei 15 %. Der Autoverkehrsanteil in Hamburg ist von 2002 bis 2017 von 47 % auf 36 % gesunken. Ziel sei es, diesen Fahrradanteil deutlich zu erhöhen, so Bürgermeister Tschentscher, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Wichtig sei, die Attraktivität des Fahrrads als Verkehrsmittel in Hamburg zu erhöhen. Radverkehrskoordinatorin Pfaue gab an, dass pro Einwohner in Hamburg 8,54 Euro in den Radverkehr investiert werden.