Mehr Sicherheit für Radfahrende

STVO-Novelle tritt in Kraft – Die neuen Regeln im Überblick

Gute Nachrichten für Radler in Deutschland: Eine neue Straßenverkehrsordnung (STVO) ist in Kraft getreten. Die neuen Regeln sollen die Sicherheit der Radfahrenden erhöhen.

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Radwegparken: Ein solches Verhalten gefährdet Radfahrer unnötig und kostet ab jetzt 55 bis 100 Euro

STVO-Novelle 2020: Das sind die wichtigsten Neuerungen

Die neuen Regeln für Radfahrende:
  • Der grüne Abbiegepfeil für Radfahrer kommt. Bei diesem Verkehrszeichen dürfen Radfahrer an einer roten Ampel nach kurzem Stopp rechts abbiegen
  • Ab jetzt ist ausdrücklich erlaubt, dass man auf der Straße auch zu zweit nebeneinander fahren kann – wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird
  • In Lastenrädern zur Personenbeförderung dürfen ab jetzt auch Jugendliche und Erwachsene mitgenommen werden. Bislang galt dies nur für Kinder
  • Verbotenerweise auf dem Fußweg zu radeln wird teurer: 55 bis 100 Euro kann Radfahrer der Verstoß kosten
Die neuen Regeln für Autofahrer:
  • Ab sofort sind 1,5 Meter Abstand beim Überholen Pflicht. Dies gilt auf allen Wegen und ist faktisch ein Überholverbot auf allen Straßen, die nicht breit genug sind
  • Radwegparken wird teurer. Wer für kurze Besorgungen auf dem Radweg parkt, muss 55 bis 100 Euro berappen, sogar ein Punkt in Flensburg ist möglich
  • Schulterblick vergessen wird bestraft. Egal, ob Dooring oder Abbiegen, wer als Autofahrer in diesen Situationen Radfahrer gefährdet, muss zahlen
  • Das Halten auf Schutzstreifen ist komplett verboten, bislang durften Lieferanten bis zu drei Minuten auf den Fahrradstreifen kurzparken
  • Um schwere Rechtsabbieger-Unfälle zu vermeiden, dürfen Lkw über 3,5 Tonnen nur mit Schrittgeschwindigkeit rechts abbiegen

Endlich: Ab jetzt ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen Pflicht.

Neue Verkehrszeichen:
  • "Fahrradzone": Mit diesem Zeichen werden größere Bereiche nach den Regeln für Fahrradstraßen eingerichtet: Vorrang für Radfahrende, maximal Tempo 30 für Autos
  • "Radschnellweg": Diese Schilder markieren Schnellstraßen für Radfahrer, auf denen diese Vorrang haben
  • "Lastenrad": Ein Parkplatz für ein extra großes Transportbike
  • "Haifischzähne": Einigen vielleicht aus den Niederlanden bekannt, hier müssen Autos abbremsen; diese Dreiecke signalisieren Autos, dass sie Radfahrern Vorfahrt gewähren müssen
Der Radfahr-Verband ADFC findet die neuen Regeln zum Teil gelungen, wünscht sich allerdings eine noch grundlegendere Reform des Straßenverkehrsrechts. ADFC-Rechtsreferen Roland Huhn: „Wir haben uns mehr Möglichkeiten für Kommunen gewünscht, Tempo 30 zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einzuführen. Auch muss es ohne große Hürden möglich sein, Fahrradstraßen oder geschützte Radfahrstreifen einzurichten, um Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen."