Genfer Auto-Salon 2019

VW und Skoda zeigen Mobilitätsalternativen

Auf dem Genfer Auto-Salon, eine der weltweit wichtigsten Automobil-Fachmessen, präsentieren die Autokonzerne nicht nur Pkw-Neuheiten. Drei Studien zeigen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte.

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Der Autokonzern VW zeigt auf dem Genfer Auto-Salon Mobilitätsalternativen. Hier sehen Sie die beiden Studien „Streetmate“ (l.) und „Cityskater“ (r.).

Zwei, drei oder vier Räder, Verbrennungsmotor und E-Antrieb, Scooter und Roller, Pedale und Trittbrett: Mobilität wird vielfältiger und nimmt ganz neue Formen an. Das haben längst auch große Automobilkonzerne erkannt, die nicht mehr nur das klassische Automobil bauen; beispielsweise der US-Autokonzern General Motors, der unter dem Markennamen "Ariv" ein Falt- und ein Kompaktrad auf den europäischen Markt bringt.
Auf dem Genfer Auto-Salon, eine der wichtigsten Auto-Messen weltweit, präsentieren große Automobilmarken wie VW oder Skoda neben SUV-Neuheiten und PS-starken Sportwagen neue Mobilitätskonzepte. Bereits auf der IAA-Nutzfahrzeugmesse in Hannover im vergangenen Herbst stellte VW ein E-Cargobike vor auf dem Weg zu einer – so nennt es das Unternehmen – "ganzheitlichen E-Mobilitätsstrategie". Das klingt erstmal gut, nachhaltig und sinnvoll. Und drei Studien zeigen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte.

"Streetmate" von VW: Der Sitz in der Mitte kann weggeklappt werden.

E-Scooter von VW: "Streetmate"

Der E-Scooter mit dem Namen "Streetmate" ist für mittlere Distanzen in der Stadt ausgelegt und soll bis zu 45 km/h erreichen können. Angetrieben wird der 65 Kilogramm schwere Scooter von einem Hinterrad-Nabenmotor mit 2 KW Leistung. Bis zu 35 Kilometer sollen mit einer Ladung erreicht werden können, Ladedauer: 2 Stunden. Ein Teil der Energie soll via Rekuperation gewonnen werden. Die Vernetzung mit dem Smartphone ermöglicht Navigation, Diebstahlsicherung und Systemüberwachung. Für das Fahren des versicherungs- und zulassungspflichtigen E-Scooters sind in Europa Helm und Führerschein vorgeschrieben.

"Cityskater" von VW für die letzte Meile

Ein Tretroller mit drei Reifen? Das sieht erstmal ungewöhnlich aus. Der "Cityskater" von VW besitzt ein Trittbrett für jedes Bein. Die Steuerstange fungiert nicht als Lenkrad – Richtungswechsel erfolgen durch Gewichtsverlagerung. Allerdings wird per Handgriff gestartet, beschleunigt und gebremst. Der Hinterradmotor leistet 350 Watt, in einer Stunde soll man mit 50 Prozent Ladekapazität 7,5 Kilometer weit rollen können. Das genügt für die letzte Meile – als Pendelvehikel mag der Cityskater ungeeignet erscheinen.

Sieht aus wie ein Fahrrad, funktioniert wie ein Hoverboard: Skodas Studie "KLEMENT".

"KLEMENT": Skodas ungewöhnliches Zweirad-Konzept

Skoda präsentierte eine Studie unter dem Namen "KLEMENT". Das Gefährt sieht aus wie ein E-Bike, kommt aber ohne Pedale und Antrieb aus. Dort, wo beim Rad die Pedale sind, laden zwei Ablagen zum Abstellen der Füße ein. Hierüber wird gebremst und beschleunigt – über einen Schwenkmechanismus (ähnlich wie bei Hoverboards). Vorn greift eine Scheibenbremse, hinten gewinnt eine Rekuperationsbremse Energie. 25 Kilogramm soll das Gefährt wiegen – soviel wie ein handelsübliches E-Bike – und bis zu 45 km/h in der Spitze leisten. Die angegebene Reichweite liegt bei 62 Kilometern.
Über Serienreife und Verkaufspreise geben weder VW noch Skoda Auskunft. Alle drei Fahrzeuge befinden sich im Stadium einer Studie. Dennoch sind "Streetmate", "Cityskater" und "KLEMENT" spannende Beispiele dafür, dass sich die Autoindustrie mit neuen, ungewöhnlichen und vielfältigen Mobilitätsalternativen beschäftigt.