Unfallstatistik

Zahl der getöteten Radfahrer deutlich gestiegen

Die Anzahl der im deutschen Straßenverkehr getöteten Menschen geht seit Jahren zurück. Radfahrer indes fahren gefährlich, 2018 gab es deutlich mehr tödliche Unfälle als vor acht Jahren.

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Geisterrad

Geisterräder erinnern in den Städten dort, wo Radfahrende ums Leben gekommen sind.

Im Jahr 2018 sind in Deutschland 3.275 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das sind 95 mehr als 2017 – eine Zunahme von 3 Prozent. Die Zahl der Verletzten für 2018 liegt bei 396.000, auch hier verzeichneten die Statistiker eine Zunahme von 1,5 Prozent.
Die meisten der 1.424 Verkehrstoten waren Pkw-Insassen. Die Zahl der getöteten Radfahrer liegt bei 445 Menschen. Bemerkenswert: Es starben im Straßenverkehr mehr Fußgänger als Radfahrer (458 Tote).
Das Statistische Bundesamt zieht in seiner Pressemitteilung den Vergleich zu 2010: Demnach ist die Zahl der Verkehrstoten um 10,2 Prozent gesunken. Der Rückgang bei den getöteten Pkw-Insassen liegt bei 22,6 Prozent, bei den Radfahrern indes verzeichnen die Statistiker eine Zunahme um 16,8 Prozent.

Jeden Tag stirbt ein Radfahrer

Der ADFC zieht den passenderen Vergleich zum Vorjahr: Die Zunahme bei der Anzahl der getöteten Radfahrer liegt bei knapp 17 Prozent, die Zahl der Verunglückten stieg um 11 Prozent auf 88.850. Der Verband betont, dass der Hauptunfallgegner von Radfahrern das Auto ist und in 75 Prozent der Fälle die Unfallschuld vom Pkw-Fahrer getragen wird. Der Grund für die vielen Toten sei das für den Autoverkehr optimierte Verkehrssystem, in dem der Radverkehr keinen eigenen, sicheren Raum bekommt. Der ADFC fordert deshalb: „Wir brauchen endlich eine Umgestaltung der Städte, mit durchgängigen, sicheren Radwegen und geschützten Kreuzungen. (…) Wir brauchen endlich Pro-Kopf-Investitionen von mindestens 30 Euro um Deutschland sicher für Radfahrerinnen und Radfahrer zu machen!“