Beleuchtung für Helm und Lenker

Fahrrad-Frontlampen mit Akku im Test

Heller wird's nicht: Wir haben hochwertige Akku-Frontlampen für Fahrradfahrer im Preisbereich von 80 bis 140 Euro getestet – für den Fahrradlenker, aber auch für den Helm.

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Die Kombination aus StVZO-Lampe und starker Helmlampe sorgt für Durchblick selbst auf den dunkelsten Wegen.

Die Dunkelheit ist des Radfahrers Feind. Schließlich wird er leichter übersehen und sieht auch selbst oft nicht so viel, wie er gern würde. Dennoch kommen die wenigsten Ganzjahres-Pendler drum herum, im Dunkeln unterwegs zu sein. Da viele Fahrräder keinen Dynamo besitzen, müssen Akku-Stecklichter herhalten. Gute Modelle sind heutzutage zur Freude der Radfahrer extrem hell, sodass sogar Fahrten abseits der beleuchteten Ortschaften Spaß machen können.

Das macht eine gute Lampe aus

Radfahrer möchten im Dunkeln besonders viel sehen, um sicher und zügig unterwegs zu sein. Dabei ist eine breite, gleichmäßige Ausleuchtung wichtig, sowohl nah als auch fern. Ein Vorteil ist es außerdem, die Lampen dimmen zu können – beispielsweise in Ortschaften oder bei Dämmerung. So bieten einige Modelle sogar bis zu acht unterschiedliche Helligkeitsstufen an.
Besonders praktisch empfanden wir Lampen wie die Trelock LS 760 I-go Vision, die mithilfe eines kleinen Displays den Akkustand sowie die Restlaufzeit für die jeweilige Stufe vorhersagen. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit, plötzlich unbeabsichtigt im Dunkeln zu stehen. Da wohl kaum ein Radfahrer derart enden möchte, ist eben auch die Laufzeit ein wichtiger Faktor. Auf höchster Helligkeitsstufe werden selten über drei Stunden erreicht, lange Nachtfahrten sind somit nur in gedimmter Einstellung oder mit zusätzlichem Akku möglich.

Galerie: 7 Frontleuchten für den Fahrradlenker im Test

Stecklichter müssen oft montiert und demontiert werden, sei es nach dem Aufladen oder beim kurzen Stopp am Supermarkt. Bei Letzterem ist die Mitnahme der Lichter besonders wichtig, denn sie sind begehrtes Diebesgut. Eine unkomplizierte und stabile Halterung ist darum sehr vorteilhaft.

Lux und Lumen

Auf geht’s in den Wald. Eine Helmlampe ist hier ein echter Vorteil, um Wegverläufe, Unebenheiten und Hindernisse frühzeitig zu erkennen.

Wer Herstellerbeschreibungen liest, der stößt zumeist auf die Bezeichnungen Lumen und Lux. Letztere steht für die Beleuchtungsstärke, welche angibt, wie viel Licht auf eine bestimmte Stelle fällt. Je höher der Wert, desto heller der Fleck. Das Problem ist nur, dass dieser Fleck winzig klein sein kann, denn über die Größe der Fläche gibt der Lux-Wert keine Auskunft.
Der Lumen-Wert beschreibt die von der Lichtquelle in alle Richtungen abgestrahlte Leistung. Hierbei spielt die Optik der Linse eine wichtige Rolle, um eine gute Ausleuchtung zu erzeugen. Wie unterschiedlich die Lichtkegel letztendlich aussehen, können Sie auf der folgenden Seite erkennen.

Die richtige Lampeneinstellung

Damit man selbst viel sieht und den entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern das nicht anders geht, darf die Lampe weder zu tief noch zu hoch eingestellt sein, denn eine zu hohe Einstellung blendet, eine zu niedrige schränkt die Sicht ein.Um beides zu verhindern, gibt es einfache Methoden, die Ausrichtung der Lampe zu überprüfen.
So verfügen die Lichtkegel der meisten Modelle über einen hellsten Punkt. Steht man nun fünf Meter von einer Wand entfernt, so muss dieser an der Wand leicht unterhalb der Lampen-Montagehöhe zu sehen sein.

Galerie: 3 Frontleuchten für den Fahrradhelm im Test

Variante zwei: Das Fahrrad anlehnen, sich einige Meter vor das Bike stellen und in Richtung Lampe schauen. Wenn man nur noch Sterne sieht, dann ist die Lampe zu hoch eingestellt – oder es handelt sich möglicherweise um ein nicht zugelassenes Modell mit zu viel Streulicht.

Das schreibt die StVZO vor

In Deutschland dürfen nur Scheinwerfer verbaut werden, die laut StVZO zugelassen sind. Legale Modelle erkennt man an einer wellenförmigen Linie, gefolgt von einem K und einer Nummer. Blinkende Lichter sind generell verboten. Dies trifft jedoch nur auf am Fahrrad befestigtes Licht zu. Als Zusatzbeleuchtung an Kleidung oder Taschen sind sie gestattet.
Übrigens: Wem eine Frontlampe nicht ausreicht, der darf auch zwei am Bike verbauen. Eine Dritte ist jedoch nicht erlaubt. Außerdem gut zu wissen: Die Beleuchtung muss im Hellen nicht mitgeführt werden. Wer ausschließlich bei ausreichendem Tageslicht radelt, kann das Thema Beleuchtung also außer Acht lassen.

Wer bei Dunkelheit durch die Stadt fährt, der benötigt ein funktionierendes Frontlicht, um zu sehen und gesehen zu werden.

Dies gilt jedoch nicht für die restlichen Beleuchtungsvorschriften. So müssen ein weißer Front- und ein roter Rückstrahler verbaut sein, auch an den Pedalen sind Reflektoren vorgeschrieben. Überdies sind Speichenreflektoren Pflicht, wenn die Reifen keine Reflexstreifen aufweisen. Alles auch am helllichten Tage.

Tipps, Tricks und Hinweise

Bei all den Vorschriften wäre es nicht verwunderlich, wenn Helmlampen verboten wären. Sind sie aber nicht, sofern sie andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Unsere getesteten Modelle blenden jedoch alle. Das liegt daran, dass sie das Licht sehr gleichmäßig in alle Richtungen verteilen. Das Resultat ist ein angenehm gleichmäßiger Lichtschein. Angenehm aber nur für den, der sie auf dem Helm trägt, unangenehm blendend für Entgegenkommende.
Deshalb empfehlen wir, sie wie ein Fernlicht beim Auto zu verwenden. Wenn jemand entgegenkommt: ausstellen! Und bestenfalls sowieso nur dort nutzen, wo die Wahrscheinlichkeit, auf Mitmenschen zu treffen, gering ist, wie auf Waldwegen und Trails. Dort leuchten sie Kurven aus und sorgen für hervorragende Sicht.

Galerie: Ausleuchtung der Akku-Frontlampen

Stecklichter sind bei vergesslichen Menschen selten beliebt. Schließlich ist die Gefahr groß, das Aufladen des Akkus zu vergessen. Hilfreich kann es dann sein, zwei Paar Lampen mitzunehmen. Alternativ lassen sich die meisten Frontlampen auch während der Fahrt per Powerbank laden. Zu umständlich? Wie wäre es mit einer Lampe, die mit AA-Batterien/Akkus betrieben wird? Die Akkus lassen sich für den Notfall am Bike verstecken, zum Beispiel in den Lenkerendstopfen.

Licht am Lenker ...

... ist wichtig, um zu sehen und gesehen zu werden. Wir haben sieben akkubetriebene, StVZO-zugelassene Frontlampen getestet. Welche ist die hellste?
Eine funzelige, billige Lampe reicht meist aus, um mit dem Fahrrad durch die sowieso hell erleuchtete Stadt zu fahren und dabei gesehen zu werden. Doch nicht jeder Fahrradfahrer radelt an Straßenlaternen entlang. Viele sind auf Landstraßen, Waldwegen, Schotterpisten oder gar Trails unterwegs. Genau diese Menschen wünschen sich eine starke Beleuchtung – um Hindernisse, Wegverläufe und Unebenheiten frühzeitig erkennen zu können. Während mit einer schwachen Lampe aus Sicherheitsgründen oft kaum mehr als Schritttempo gefahren werden kann, schränken Lampen mit einer starken Ausleuchtung bei Nacht nur wenig ein.
Deshalb haben wir hochwertige Frontlampen getestet. Die meisten von ihnen sind so hell, dass Fahrten durch den Wald tatsächlich problemlos möglich sind.
Mit der Busch + Müller Ixon Space liegt eine Lampe über unserer Preisgrenze von 140 Euro. Sie wurde außer Konkurrenz getestet, um herauszufinden, was in dem Preisbereich darüber noch möglich ist. (Wem preisgünstige Lampen ausreichen, dem sei der Test aus dem letzten Jahr empfohlen.) Für alle, denen der Lichtschein der StVZO-Frontlampen nicht hell genug ist, haben wir uns zudem einige Helmlampen genauer angesehen.

Modell

Preis

Note

Busch + Müller Ixon IQ Premium

99,99 Euro

sehr gut

Cateye GVolt 70

79,95 Euro

gut

Knog Blinder Beam 220

99,99 Euro

gut

Lezyne Power Pro 115

89,95 Euro

sehr gut

Litecco Brillian

79,95 Euro

gut

Trelock LS 760 I-go Vision

124,95 Euro

sehr gut

Busch + Müller Ixon Space

199 Euro

außer Konkurrenz

Galerie: 7 Frontleuchten für den Fahrradlenker im Test

Helmleuchten ...

... eignen sich perfekt als Zusatzbeleuchtung für unbeleuchtete Wege. Eine alleinige Nutzung ohne fest verbaute StVZO-Lampe empfiehlt sich jedoch nicht.
Bäääm! Gerade eben standen wir noch im Dunkeln, konnten kaum unsere Hand vor Augen sehen, und plötzlich ist es taghell. Zumindest fast. Dass aus den drei kleinen getesteten Helmlampen so viel Licht entströmen kann, wirkt schier unglaublich. Jedes Schlagloch ist zu sehen, doch nicht nur das, auch die Bäume neben dem Schotterweg sind klar zu erkennen.
Die Montage dieser Lampen gestaltet sich mit den mitgelieferten Halterungen sehr einfach – sofern am Helm Belüftungsöffnungen vorhanden sind. Das zusätzliche Gewicht auf dem Kopf empfanden wir nicht als störend. Eine Ausnahme bildete die Black Sun, da deren externer Akku mit seinen 249 Gramm kein Leichtgewicht ist. Das Problem lässt sich aber einfach lösen, indem man den Akku in der Jackentasche verstaut.
Ist schließlich alles fest montiert und richtig eingestellt, macht das Fahren mit Helmlampe großen Spaß – wo man hinschaut, befindet sich der benötigte Lichtkegel. Kurven sind so stets ausgeleuchtet. Sogar Trails lassen sich gut fahren. Bei Gegenverkehr müssen diese Lampen jedoch ausgeschaltet werden, weil sie stark blenden. Da sie laut StVZO nicht zugelassen sind, dürfen sie nicht am Lenker montiert werden. Eine zusätzliche zugelassene Frontlampe am Lenker ist somit Plicht.

Modell

Preis

Note

Black Sun Sun Storm II

104,95 Euro

sehr gut

Cateye Volt 800

139,99 Euro

sehr gut

Magicshine Allty 2000

129 Euro

sehr gut

Galerie: 3 Frontleuchten für den Fahrradhelm im Test

So hat die BIKE BILD die Frontscheinwerfer getestet

Alle zehn Lampen wurden von uns in der Dunkelheit gefahren. Hierbei konnten wir einen guten Eindruck von der Praxistauglichkeit der Lichtkegel gewinnen. Überdies haben wir die Helligkeit der Lichter direkt miteinander verglichen. (Teilweise bilden die Fotos der Lichtkegel die Realität nicht korrekt ab, sodass die Bewertungen eventuell abweichend zu den Bildeindrücken sein können.)
Die Laufzeit wurde von uns auf der höchsten Stufe gemessen und bewertet. Eine Stunde ist hierbei gleichbedeutend mit zwei Sternen, vier Stunden führten zur vollen Punktzahl.
Da Stecklichter häufig montiert und demontiert werden, war uns außerdem eine unkomplizierte, flexible Halterung wichtig. Wenn die Montage zu zeitaufwendig ist oder die Lampe an gängigen Lenkerbreiten nicht problemlos befestigt werden kann, gab es Punktabzug. Helmlampen wurden nicht mit den StVZO-Lichtern verglichen.
Preis-Leistungs-Sieger wurden die Modelle, die pro Stern den geringsten Preis aufweisen und mindestens ein „gut“ erhalten haben.