Schick und funktionell, die Brooks Scape-Serie

Brooks Scape Bikepacking-Taschen im Test

Die englische Marke Brooks hat mit der Scape-Serie hochinteressante Bikepacking-Taschen auf den Markt gebracht. Wir haben uns die Taschen genauer angesehen und auf unseren Bikepacking-Touren getestet.

Datum:

Für abenteuerliche Touren: die Bikepackingtaschen von Brooks.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Taschen aus der Brooks-Scape-Serie gefallen uns sehr gut, vor allem aufgrund der einfachen Handhabung. Sie sind indes nicht nur funktionell, sie sehen auch überaus gut aus. Wie bei allen anderen von uns getesteten Bkepacking-Taschen gibt es jedoch einige Punkte, wo Verbesserungspotenzial besteht.

Pro

  • Packsäcke lassen sich schnell entnehmen
  • wasserdicht
  • gelungene Optik
  • Satteltasche schwankt bei richtiger Montage nur wenig
  • reflektierende Details

Kontra

  • Holster-Lösungen sind relativ schwer

Brooks Scape Sattel- und Lenkertasche

Bikepackingtaschen ermöglichen es uns, an sportlichen Fahrrädern ohne Gepäckträger Gepäck zu transportieren. Inzwischen bieten zahlreiche Hersteller derartige Taschen an. Mit der neuen Brooks Scape-Serie kommen nun weitere Modelle dazu. Wir haben die Taschen unter die Lupe genommen und getestet – wie es sich gehört, auf Touren bei Wind, Wetter, aber auch Sonnenschein.
Zudem haben wir bereits viele andere Bikepackingtaschen getestet. Eine Übersicht finden Sie hier.

Brooks Scape

Modell

Preis

Volumen

Gewicht

Max. Tragkraft

Brooks Scape Seat Bag

130 Euro

8 Liter

555 Gramm

3 Kilogramm

Brooks Scape Handlebar Roll

125 Euro

12 Liter

565 Gramm

5 Kilogramm

Brooks Scape Saddle Pocket Bag

45 Euro

0,7 Liter

70 Gramm

70 Gramm

Brooks Scape Frame Bag

95 Euro

3 Liter

200 Gramm

3 Kilogramm

Brooks Top Tube Bag

55 Euro

0,9 Liter

100 Gramm

1 Kilogramm

Brooks Scape Handlebar Pouch

65 Euro

3 Liter

140 Gramm

3 Kilogramm

Brooks Scape Handlebar Roll im Test

Die praktische Lenkertasche, dessen Packsack sich schnell entnehmen lässt. Achtung: Ohne die kleinen Plastikclips unterhalb der silbernen Befestigungsschnallen hält die Tasche nur kurz.

Die Brooks Scape-Lenkertasche besteht aus einem Holster mit Abstandhaltern und einem wasserdichten, etwa zwölf Liter fassenden Packsack. Der Packsack kann von beiden Seiten geöffnet werden, hat aber innen eine zusätzliche Unterteilung, um beispielsweise dreckige von sauberer Wäsche zu trennen. In unserem Augen eine prima Lösung. Ja, bringt ein paar Gramm Gewicht mehr auf die Waage, aber dennoch eine gute Idee. Große Ausrüstungsgegenstände lassen sich darin trotzdem noch verpacken, da sich die Unterteilung bis ans Packsackende verschieben lässt.
Die zweiteilige Holster-Konstruktion der Handlebar Roll birgt wahrlich große Vorteile. Der Packsack lässt sich besonders schnell und unkompliziert entnehmen, während das Holster mit all seinen Gurten und Abstandhaltern am Lenker bleiben kann. Besonders freut man sich über diese Lösung, wenn man zum Beispiel bei einsetzendem Starkregen nur noch schnell sein Gepäck greift und rasch zu einem trockenen Unterschlupf, respektive Zelt laufen kann, während Tourbegleiter noch Minuten lang an den Befestigungen der Taschen nesteln und erst völlig durchnässt die Herberge erreichen.
Im Test konnten wir hingegen auch Nachteile dieses zweiteiligen Systems feststellen. Erstens: Es ist schwerer als herkömmliche einteilige Konstruktionen. Zweitens: Der Packsack kann sich lose schaukeln. Die silbernen Schnallen lösen sich auf holprigen Untergründen schnell, selbst bei leichter Beladung. Uns fiel auf dem ersten ernst zu nehmenden Trail der Packsack aus der Halterung. Nicht zuletzt, um diesem Malheur entgegenzuwirken, sind im Lieferumfang Plastikclips enthalten, die verhindern, dass sich die Gurte lösen können. Mit diesen Clips sitzt die Tasche endlich absolut fest. Allerdings können diese kleinen, dunklen Plastikteile leicht verloren gehen.

Brooks Scape Seat Bag im Test

Die Satteltasche hat wie auch die Lenkertasche einen entnehmbaren Packsack. Auf diesem Foto fehlt jedoch der Plastikclip, der verhindert, das sich der Gurt löst.

Die Bikepacking-Satteltasche von Brooks fasst rund zehn Liter und kommt im einheitlichen Look zur Lenkertasche: dunkelgrünes Holster, kleine reflektierende Elemente und ein schwarzer Packsack.
Das Holster wird, wie bei vielen Produkten des Wettbewerbs, mit zwei kräftigen Klettverschlüssen an der Sattelstütze fixiert. Je nachdem wie weit die Sattelstütze ausgezogen ist, kann die Halterung weiter unten beziehungsweise oben angebracht werden. Durch eine tiefere Montage erhöht sich die Stabilität. Anschließend wird die passende Schlaufe aus der Oberseite ausgewählt und unter dem Sattelgestell festgezurrt. Hier verhindert eine Sicherung, dass sich die Gurte lockern. Nun kann der wasserdichte Packsack ins Holster geschoben und mit einem weiteren Gurt gesichert werden. Somit ist der Inhalt schnell zugänglich und der Packsack kann unkompliziert in die Unterkunft oder das Zelt getragen werden. Achtung: Ähnlich wie bei dem Holster der Handlebar Roll, kann sich der Gurt, der die Packtasche sichert, auf ruppigen Trails lösen. Der Radler sollte hierauf ein Auge haben. Gegebenenfalls hilft, ebenfalls wie bei der Lenkertasche, ein Plastikclip.

Für manche Radler könnte die Tasche einen Tick zu breit angelegt sein.

Praktisch: Mit einem Ventil kann Luft aus dem Packsack entfernt werden. Ja, das kennen wir schon von Produkten wie zum Beispiel Ortlieb, Revelate und anderen, selbstverständlich ist dieses Detail indes leider noch nicht bei den diversen Bikepacking-Taschenkollektionen. Bei den ersten Testfahrten mit einem Rennrad stellte eine unserer Testerinnen fest, dass ihr die Brooks Scape-Satteltasche im Bereich der Sattelstütze zu breit ist, sie also mit dem oberen inneren Oberschenkelmuskel an der Tasche entlang rubbelt. Dieses Problem trat am Mountainbike nicht mehr auf, da die Kurbel hier einen größeren Q-Faktor aufweist, man also breiter tritt. Ein kurzer Test von Interessierten sollte hier schnell und einmalig Auskunft geben.

Brooks Scape Frame Bag im Test

Die Scape Frame Bag fasst 3 Liter und besitzt auf der rechten Seite ein geräumiges Fach für Pumpe, Riegel oder Zeltstangen. Auf der linken Seite befindet sich eine flache Tasche für Dokumente, Handy oder andere schlanke Dinge.

"Die Scape Frame Bag ist für die meisten Rahmen in Standardgröße geeignet und eine 100% wasserdichte Fahrrad-Halbrahmentasche ...", schreibt Brooks in seiner Presse-Information. Nun, leider stimmt das nicht so wirklich. Die 3 Liter Volumen fassende Tasche hatte zum Beispiel Mühe, in den Rahmen unseres Salsa Cutthroats mit Größe M/L zu passen. Um eins vorweg zu nehmen, die Tasche hat uns überaus gut gefallen (dazu gleich mehr), eine Größenvariante wäre vor diesem Hintergrund jedoch die Sahne auf der leckeren Torte.
Zur Tasche selbst: Wie alle Taschen aus der Scape-Serie kommt auch die Rahmentasche super schick in dunklem Grün und wertigem Material daher. Der Schriftzug ist – auch das hat die Taschen mit seinem Geschwistern gemein – aus reflektierendem Material gedruckt. Wir freuen uns über jedes Detail, welches unsere Sicherheit im Dunkeln erhöht, so auch über dieses! Befestigt wird die Tasche über drei Klettbänder an der Oberseite zum Oberrohr und zwei ähnliche Bänder vorn zum Unterrohr und ein Band zum Sattelrohr. Sitzt passt und hat Luft, möchte man sagen.

Die rechte Seite der Frame Bag. Innen auch eine Mini-Tasche mit Reißverschluss.

Die Tasche besitzt an jeder Seite ein Fach über die gesamte Länge. Rechts befindet sich ein geräumiges Staufach für Pumpe, Riegel, Zeltstangen oder auch Elektrik (es gibt ein Kabelloch zum anderen Fach) für den Fall, dass die Powerbank das Navi oder sonstige Geräte während der Fahrt geladen werden müssen). Außerdem gibt es in dem Fach der rechten Seite noch eine Orgatasche mit Reißverschluss. Gute Lösung! Der große Reißverschluss wird mit einer Stofflippe überdeckt, der ihn vor dem gröbsten Regen bewahren soll. Tut seinen Zweck und sieht auch gut aus.
Auf der linken Seite ist ein Fach vorgesehen, welches nur dünne/schmale Ausrüstungsgegenstände aufnehmen kann – oder aber Kreditkarten, Papiere, Powerbank oder ein Smartphone. Der lange Reißverschluss ist auf dieser Seite von Hause aus wasserdicht und benötigt keine schützende Lippe.

Brooks Scape Top Tube Bag im Test

Die Top Tube Bag ist nur 4 Zentimeter breit. Sehr gut für Radler, die mit den Knien eng am Oberrohr entlang arbeiten.

Eine Cockpittasche darf eigentlich bei keiner Tour fehlen. Hier hat man den schnellsten Zugriff auf Riegel, das Smartphone oder eine Kamera. Die Scape-Cockpittasche kommt ebenso stylisch daher wie alle Taschen aus der Scape-Serie. Sie kann 0,9 Liter Volumen aufnehmen, was erst einmal keine wirklich gute Information ist. Was nützt eine Tasche von größerem Volumen, wenn zum Beispiel ein Smartphone aufgrund fehlender Höhe nicht gut hinein passt?! Bei der Top Tube Bag ist das anders. Ihre Maße sind so gewählt, dass wir sie als sehr funktionell einstufen. Ein Smartphone findet locker Platz darin. Der Reisverschluss ist weitestgehend wasserdicht und lässt sich – vorausgesetzt, die Tasche ist mit seinem Klettbändern gut am Oberrohr und Vorbau festgezurrt – leicht mit einer Hand öffnen. Auch hier ist der Brooks-Schriftzug auf den Seiten mit reflektierendem Material gedruckt. Spitze.

In die Top Tube Bag passt ein Smartphone locker hinein.

Gut für Radler, die mit ihren Knien beim Pedalieren eng am Oberrohr vorbei arbeiten: Die Tasche ist mit nur 4 Zentimetern Breite eben nicht breit, eher das Gegenteil. Wir finden das gut, denn was nutzten ein paar Milliliter Volumen mehr in der Breite, wenn die Tasche nur von Menschen gefahren werden kann, die – übertrieben gesagt – mit O-Beinen fahren. Nein, wir mögen den Schnitt der Top Tube Bag sehr. Auch gut: Das Material der Tasche ist so stabil ausgesucht und verarbeitet, dass sie nicht zur Seite kippt, kaum das etwas in ihre gelagert wird.

Brooks Scape Saddle Pocket Bag im Test

Die Saddle Pocket: Eine kleine, hübsche Satteltasche für Ersatzschläuche und Minitool.

Die Saddle Pocket ist letztlich eine schlichte kleine Satteltasche für Werkzeug, Ersatzschlauch, Minitool oder Portemonaie. Derlei Taschen hat man schon tausendfach gesehen – so hübsch wie die Brooks sind die wenigsten. Sie wird sehr simple mit einer langen Kettschlaufe, die durch die Streben des Sattels geführt wird, an eben dem Sattel befestigt. Der Reißverschluss funktioniert ohne Mucken, der Inhalt bleibt wegen des wasserdichten Außenmaterials trocken. Das nach hinten zeigende Logo des Herstellers ist reflektierend. Eh klar. Gut finden wir an der Saddle Pocket Bag – und somit an gesamten Scape-System –, dass die kleine Tasche eben nicht nur, wie der Name vermuten lässt, am Sattel gefahren werden kann. Mit ihrer Befestigungsschlaufe kann sie problemlos auch an den Konterparts der großen Seat Bag, dem Holster der Handlebar Roll oder an den Seiten der Handlebar Pouch (siehe unten) gefahren werden.

Zu guter Letzt: Scape Handlebar Pouch im Test

Die 3 Liter Volumen fassende Scape Handlebar Pouch ist wasserdicht, sehr schick und praktisch. Wir hätten indes noch zwei Verbesserungsvorschläge, die die Tasche perfektionieren würden.

Ehrlich, wir lieben diese Tasche. Also eigentlich lieben wir den Typus dieser Tasche, also kleine Taschen am Lenker, die man mit dem Nötigsten für eine Tagestour befüllen kann. Aber die Brooks hat es uns angetan, weil sie ein Bike richtig gehend schmückt. Mittels zwei Gurten und Aluminiumschnallen ist sie schnell an jedem Lenker befestigt (Mit diesen Schlaufen kann die Tasche auch am Holster der großen Handlebar Roll befestigt werden!). Die aus der Branche gewohnten EVA-Abstandshalter ermöglichen guten Kabeldurchgang. Eine weitere Klettschlaufe, um das Steuerrohr gelegt, hält die Tasche gut in Position. Der Brooks-Druck – müssen wir es noch erwähnen? – ist aus reflektierendem Material. An den Seiten und vorne an der Tasche sind Schlaufen eingenäht, hier können Lichter angesteckt werden oder aber die kleine Saddle Pocket Bag.
Selbst nach einer längeren Fahrt im Starkregen war das in der Tasche verstaute Ersatzset Merino-Unterwäsche trocken. Sehr gut. Verantwortlich dafür ist wohl auch die Stofflippe, die sich über den Reißverschluss legt. Sie schützt überdies nicht nur, sie sieht auch gut aus. Hier ergibt sich jedoch auch ein erster Kritikpunkt: Kaum fährt man schneller aus 10 Stundenkilometern weht die Lippe nach oben. Hier sollte Brooks darüber nachdenken, der Stofflippe einen Magneten zu spendieren, der das Material auch bei schneller Fahrt in Position hält. Und noch zwei kleine Kritikpunkte birgt die Handlebar Pouch. An den Seite oberhalb des Reißverschlusses fehlen kleine Schlaufen, die man zum Kontern der Reißverschluss-Bewegung benötigt. Darüber hinaus könnte der kleine Tampen des Reißverschlusszippers noch dünner sein. Der bisher original verbaute verhakt sich beim Öffnen gern rechts am Zipper, wonach sich der Zipper dann nicht mehr einfach nach links zum Verschließen ziehen lässt. Wie erwähnt, wir fanden die Handlebar Pouch sehr gut, aber sollte Brooks bei diesen Kritikpunkten noch Abhilfe schaffen, dann hätten sie ein Produkt ohne Fehl und Tadel.

Fazit

Die Brooks Scape-Bikepacking-Taschen sind aus robusten Materialien gefertigt und somit prädestiniert für lange Bikepacking-Touren, bei denen die Ausrüstung nicht immer mit Samthandschuhen angefasst werden kann. Klar, im gelieferten Dunkelgrün sehen sie besonders gut aus, aber auch ein wenig Patina oder getrockneter Schlamm stehen den Taschen sehr gut. Bikepacker mit Vorliebe zu Holster-Systemen werden sich sehr über die Scape-Serie freuen. Uns hat überdies die Handlebar Pouch extrem gut gefallen – ein toller Begleiter bei Tagestouren oder für Jobpendler, die nur das Nötigste mitnehmen möchten.
Im Test tauchten jedoch kleine Schwächen auf. Sie sind indes mitnichten Ausschlusskriterien, vielmehr Verbesserungsmöglichkeiten für die kommenden Serien des Herstellers. Am Rande bemerkt: Uns ist noch keine Taschenserie untergekommen, bei der wir nicht Verbesserungsvorschläge machen konnten. (Aber wir suchen gern das Haar in den ansonsten gut schmeckenden Suppe für Sie, liebe Leser!)
So könnten die Aluminium-Schnallen der Gurte noch sicherer schließen, womit man sich die ansonsten recht praktischen Plastikclips sparen könnte, beziehungsweise sie würden nur noch ein Herumwedeln von langen Gurten verhindern. Die Kritikpunkte an der Handlebar Pouch sind hingegen so etwas wie die Sahnehaube auf der Torte.
Die Seat Bag könnte bei kleinen Menschen mit engem Tritt etwas zu breit sein. Wir empfehlen eine Probefahrt. Ist die Satteltasche indes nicht zu hoch montiert, so sitzt sie stabil und schwankt nur wenig – hervorragend! Letztendlich überzeugt sie uns mit ihrer einfachen Handhabung und der dezenten Optik. Unterm Strich bewerten die Bikepacking-Taschen von Brooks als sehr gut.
Brooks hat zudem weitere Bikepackingtaschen aus der Scape-Serie im Angebt. Klicken Sie hier.
Einen vergangenen Vergleichstest mit weiteren Bikepackingtaschen finden Sie hier.

Brooks Scape Sattel- und Lenkertasche